Rund 100 Interessierte verfolgen szenische Darstellungen zur Eröffnung

Neuer Wanderweg ist Rumbecker Klosterwirtschaft auf der Spur

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Mehr als 100 Interessierte aus Rumbeck und der Umgebung waren zur Eröffnung des Wanderweges gekommen. Die Wanderung führte Ideengeber Wolfram Blanke (re.).

Arnsberg/Rumbeck - Wie haben die Prämonstratenserinnen damals das Kloster in Rumbeck bewirtschaftet und wie hat sich daraus schließlich der Arnsberger Ortsteil entwickelt? Antworten auf diese Fragen erhalten Wanderer ab sofort auf der neuen Route der „WaldKulTour“, die am Freitag in Rumbeck eröffnet wurde. Dazu waren neben mehr als 100 Interessierten auch der Klosterprobst höchstpersönlich, Mutter Oberin sowie ein ansässiger Bauer anwesend.

„Der Wald ist ein offenes Geschichtsbuch, wir müssen nur lernen es zu lesen“ – mit diesem Zitat von Initiator Wolfram Blanke begrüßte der Verbandsvorsteher des Naturparks Arnsberger Wald, Dr. Jürgen Wutschka, die Eröffnungsgäste. Der Mensch habe im Wald seine Spuren hinterlassen, vieles sei heute noch erkennbar. „Dies zeigt auch, dass der Wald kein starres Gebilde ist, sondern einem Wandel unterworfen ist. Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, dies zu vermitteln.“ 

Die Idee zum Wanderweg stammt vom Rumbecker Revierförster Wolfram Blanke, der bereits den vor acht Jahren eröffneten Wanderweg „Kurfürstlichen Thiergarten“ in Arnsberg maßgeblich entwickelt hatte und sich seit Jahren für den Poesiepfad in Rumbeck engagiert. „Ich habe auch hier im Rumbecker Wald kulturelle Spuren gefunden, die im Wesentlichen aus der Klosterbewirtschaftung und deren Erbe entstanden sind. Diese Idee habe ich an den Naturpark Arnsberger Wald herangetragen.“ Ziel sei es dann gewesen, die einzelnen Funde in den Wäldern zu einer möglichst sinnvollen Route zusammenzufügen, „wo das Wandern Spaß macht“, berichtet Blanke weiter. So entstand in den vergangenen drei Jahren schließlich der heutige 8,7 Kilometer lange Rundweg. 

Das Klosterleben in früherer Zeit machten Darsteller des „spielwerk-arnsberg“ und Stadtführer für die Teilnehmer anschaulich.

Entlang des Weges bieten 14 sogenannte Erlebnispunkte verschiedene Schilderungen zum Leben in früherer Zeit: Die informativen Tafeln beinhalten immer eine Wanderkarte und darüber hinaus Zeichnungen, Kupferstiche oder Grafiken sowie Infotexte. Da geht es zum Beispiel um nachhaltige Waldnutzung durch das Kloster Rumbeck, Klostermühlen, Glashütten und Meilerplätze, die von der großen wirtschaftlichen Bedeutung dieses Handwerks zeugen. „Der Ausblick in den Wald ist an den Erlebnispunkten so, dass man sich wirklich vorstellen kann, wie es hier früher ausgesehen hat“, erläutert Wolfram Blanke, der bei seinen Recherchen auch auf die umfangreiche Forschung des verstorbenen Rumbecker Ortsheimatpflegers Fritz Timmermann zurückgegriffen hat. 

Zahlreiche Gäste waren zur Eröffnung gekommen.

Thomas Niemand vom Förderverein „Dorf und Kloster Rumbeck“ nutzte die Eröffnung, um Wolfram Blanke zu danken, dass die Spuren des Klosterlebens nun „zugänglich, anfassbar und begreifbar“ gemacht wurden. Außerdem erinnerte er an die Klostergründung im späten 12. Jahrhundert und berichtete von der Geschichte der Gebäude und der Entwicklung der Pachtverhältnisse. Veranschaulicht wurde das damalige Leben im Anschluss durch szenische Darstellungen von fünf Schauspielern des „spielwerks-arnsberg“ sowie von Stadtführern. So gab ein Bauer seine älteste Tochter an Probst und Mutter Oberin und ein Müller beklagte die Wasserknappheit im Mühlbachtal. 

Die Wanderung wurde immer wieder von gespielten Szenen begleitet.

Die Idee zu den Szenen hatte ebenfalls Wolfram Blanke, um das Erlebnis noch lebendiger zu machen: „Ich wollte den neuen Weg mit einem Knaller in der Bevölkerung bewusst machen und es sollten möglichst viele Facetten des klösterlichen Lebens zum Ausdruck kommen.“ Für die Zukunft kann er sich vorstellen, dass noch viel mehr von dem Material, das nicht auf den Infotafeln untergebracht werden konnte, zum Beispiel auf der Internetseite des Fördervereins „Dorf und Kloster Rumbeck“ veröffentlicht wird. „In jedem Fall freue ich mich darüber, dass das Bewusstsein für die Spuren und die Geschichte unserer Umgebung in der Bevölkerung zunimmt“, hob Blanke hervor und lädt gleichzeitig interessierte Wanderer ein, sich in Zukunft auf die Spur der Klosterwirtschaft in Rumbeck zu begeben.

Dr. Jürgen Wutschka vom Naturpark Arnsberger Wald begrüßte die Gäste.

Arnsbergs Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers bezeichnete den neuen Wanderweg als touristische Bereicherung für die Stadt. Die Wanderung eigne sich von der Länge her als schöner Tagesausflug und sei ein weiterer Baustein für die Klosterlandschaft in Arnsberg, die in Zukunft noch weiter entwickelt werde.

Das Projekt WaldKulTour

Das Regionale-Projekt WaldKulTour bietet die Möglichkeit, auf verschiedenen Themenrouten kulturhistorische Besonderheiten in den Wäldern des Arnsberger Waldes zu erleben. Weitere Themenrouten gibt es an verschiedenen Stellen in Südwestfalen. Weitere Informationen gibt es unter www.naturpark-arnsberger-wald.de

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