Land will Aktionsplan „Top-10-plus“ in Südwestfalen

Wo hat Wasserkraft Potenzial?

Beim „11. Arnsberger Energiedialog“ kamen alle Beteiligten ins Gespräch, unter ihnen auch Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (l.).

Prof. Dr. André Niemann (Universität Duisburg/Essen) hat beim „11. Arnsberger Energiedialog“ die Studienergebnisse zum technisch-theoretischen Restpotenzial der Wasserkraft im Regierungsbezirk Arnsberg vorgestellt.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel und Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann kündigten an, jetzt zunächst die „Top-10-Standorte“ mit hohem Ausbau- und wenig Konfliktpotenzial identifizieren zu lassen.

Arnsberg.

Minister Remmel sagte: „Die Potenzialstudie gibt gute Hinweise zum Ausbau der Wasserkraft im Regierungsbezirk Arnsberg und ist damit ein wichtiger Planungsbaustein für die Umsetzung der Energiewende ‚made in NRW’. Sie soll in der Struktur auf ganz NRW übertragen werden, insofern ist sie eine wichtige Grundlage. Wasserkraft soll entsprechend der Potenziale ihre Leistungen im Erneuerbaren-Mix für NRW zusammen mit den starken Potenzialen Wind und Sonne erbringen.

Energiewende „made in NRW“

Eine aufbauende Studie zur Ermittlung des landesweiten Potenzials in Sachen Wasserkraft wird nach entsprechenden Vorläufern im Bereich Wind und Sonne derzeit erarbeitet und soll helfen, weitere Potenziale zu heben. Wir wollen vorhandene Standorte erhalten und sie energetisch und ökologisch optimieren. Neue Wasserkraftanlagen sollen dort errichtet werden, wo sie mit den Zielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie vereinbar sind. Wir haben uns außerdem vorgenommen, die entsprechenden wasserwirtschaftlichen Fragestellungen systematisch abzuarbeiten.“

Regierungspräsident Dr. Bollermann: „Es ist nun an uns, schnell und effektiv zu handeln. Da zu erwarten ist, dass sich die in der Studie genannten Potenziale noch reduzieren werden, sollten die wenigen konfliktarmen Standorte schnellstmöglich identifiziert, gesichert und möglichst zeitnah realisiert werden.“

Bollermann und Remmel waren sich einig: „In einem ersten Schritt sollen an zehn Top-Standorten zügig Investitions- und Genehmigungsentscheidungen vorbereitet und getroffen werden.“

Michael Pendzich (Vorsitzender der Kommission Regionale Energieplanung des Regionalrates Arnsberg) hatte bereits in der Begrüßung betont, dass rund 60 Prozent der Wasserkraft in NRW im Regierungsbezirk Arnsberg erzeugt werden. Insofern sei der Regierungsbezirk diesbezüglich „ein Schwergewicht“. Der weitere Ausbau der Wasserkraft sei nunmehr „eine Frage des politischen Willens und der gesellschaftlichen Akzeptanz“.

Talsperren auf Energie optmieren

Professor Dr. Niemann wiederholte beim „Arnsberger Energiedialog“ seine in der Studie formulierte Empfehlung, an zunächst 30 bis 50 Standorten im Regierungsbezirk die Möglichkeiten zum gewässerverträglichen Ausbau der Wasserkrafterzeugung zu konkretisieren – und darüber hinaus die Optionen aus einem stärker energieorientierten Talsperrenbetrieb zu ermitteln.

Ergebnisse der Potenzialstudie

Die derzeitige Wasserkrafterzeugung im Regierungsbezirk Arnsberg liegt bei rund 313 Gigawattstunden (GWh). Aktuell sind 102 Megawatt (MW) Leistung an 213 Standorten installiert.

Rund 3500 bestehende Querbauwerke sind in der Untersuchung bewertet und kategorisiert worden. Das technisch-theoretische Gesamtpotenzial beträgt insgesamt 133 MW Leistung. Gegenüber der vorhandenen Leistung ist somit ein plus von 31 MW technisch-theoretisch möglich (30 Prozent).

Die bisher 313 GWh Jahresarbeit könnte theoretisch auf 426 GWh Jahresarbeit erhöht werden (plus 36 Prozent) – an rund 2.355 Standorten.

Derzeit sind von dem technisch-theoretischen Potenzial der Jahresarbeit 73 Prozent erschlossen.

Die Studie geht davon aus, dass von dem ermittelten technisch-theoretischen Zubaupotenzial von 31 MW etwa die Hälfte auch tatsächlich umsetzbar ist (rund 15 MW). Differenziert wird dies hier in rund 8 MW Steigerungspotenzial bei den vorhandenen Wasserkraftanlagen (Repowering) und 7 MW Zubaupotenzial an Standorten mit vorhandenen Querbauwerken.

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