Wegen Schäden am Mauerwerk

Weitere Sperrungen an der Arnsberger Schlossruine erforderlich

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Ein Schild am ersten Stück der Sperrung aus Juli 2019 macht deutlich: Hier geht es nicht weiter!

Arnsberg - Im Juli 2019 schreckte eine Nachricht vom Berg die Arnsberger auf: An der Schlossruine sind auf der Ostseite Steine abgebrochen. Um Gefahren für Passanten zu bannen, wurde ein Teil des Panoramaweges um die Schlossmauer gesperrt. Jetzt kommt die Nachricht, dass auch an anderen Punkten der Ruine dringender Sanierungsbedarf herrscht.

„Am Eingangsbereich in der Nähe des Westturms gibt es nach derzeitigem Stand die markantesten Schäden am Mauerwerk“, erklärte dazu am Montag Jürgen Kilpert, Gebäudemanagement der Stadt Arnsberg. 

Teilweise lägen hier schon extrem starke Beschädigungen vor. Kurz – um die Arnsberger Schlossruine sieht es derzeit nicht so gut bestellt aus. Die Stadt Arnsberg sieht dringenden Handlungsbedarf. „Wir planen derzeit zwei Maßnahmen“, beschrieb beim Ortstermin Stadtplaner Thomas Vielhaber. So müsse jetzt sofort der andere Teil des Panoramaweges an der Westseite oberhalb des historischen Weinbergs für eine Passage gesperrt werden – zunächst bis in das Frühjahr. Zudem, so Vielhaber, werde auch der Hauptdurchgang zum Schlossplateau gesperrt. 

Vor etwa einem halben Jahr hat man an der Ruine die ersten herabfallenden Steine gefunden und reagiert. Jetzt gehe es darum, sich ein konkretes Bild vom Ausmaß des Schadens am Mauerwerk der Ruine zu machen, so Vielhaber weiter. Es werde eine große Sichtung mit Fachleuten erforderlich. Damit haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung schon begonnen. Jürgen Kilpert vom Gebäudemanagement hat ein Karte gefertigt, auf der die äußerlich sichtbaren Schäden nach den Farben Gelb, Orange und Rot und mit Fotos von der Schadenstelle katalogisiert werden. Rot ist am schlimmsten, und davon gibt es auf der Karten schon sieben Punkte. Eine besondere Herausforderung sieht Thomas Vielhaber in der Sicherung des Mauerwerkes. Das sei am westlichen Panoramaweg aufgrund der schwierigen Topografie nur schwer möglich. 

An einigen Stellen sind die Schäden im Mauerwerk der Schlossruine besonders schlimm: Thomas Vielhaber und Jürgen Kilpert von der Stadt zeigen eine Karte mit den bisher bekannten Beschädigungen.

Als Ursache für das Problem hat die Stadt Arnsberg in ersten Untersuchungen das Zusammenspiel von Wasser und Witterung ausgemacht. Das sei an vielen Fällen in das Mauerwerk gedrungen und habe sich in den Frostperioden der letzten Jahre immer wieder als Eis ausgedehnt. Dadurch seien ganze Steine oder Teile von ihnen abgeplatzt und zu Boden gefallen. Bei der Höhe der Schlossmauern reiche nur ein kleiner Stein aus, um den Menschen ernsthafte Verletzungen zuzufügen. 

Um die dramatische Lage am Tordurchgang sorgt sich auch der Pächter des Knappensaals, Stephan Mevenkamp. Er beschrieb, dass der Saal im kommenden Jahr schon zu 40 Veranstaltungen ausgebucht sei, Termine, die er nicht absagen könne. Zunächst jedoch solle der Zugang in den Saal noch passierbar bleiben. Den Weg auf das Schlossplateau müssen Besucher der Ruine für die nächsten Monate und Jahre über den Treppenaufgang hinter dem ersten Tor oder über die rückwärtige Auffahrt von der Kapelle aus nehmen. „Ich kann nur dringend appellieren, die Absperrungen nicht zu umgehen oder zu beseitigen“, rät Jürgen Kilpert. Alle Besucher an der Ruine täten gut daran, sich an die von der Stadt Arnsberg ergriffenen Maßnahmen zu halten. „Das ist eine Aufgabe für die nächsten Jahre“, befürchtet Stadtplaner Vielhaber. Die Schlossruine sei Teil des Integrierten Handlungskonzeptes der Stadt und auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe sitze in den Diskussionen schon mit am Tisch. 

Dienstagabend wurden die erforderlichen Maßnahmen und ihre Kosten dem Rat der Stadt vorgestellt. So rechnet man mit rund 250.000 Euro Kosten nur für die Absicherung, ein Gutachten zum Zustand könne sich auf 100.000 Euro belaufen. Und dann ist noch nichts saniert worden…

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