„650 Jahre in der Stadt präsent“

Wendebuch zur Ausstellung „Gottfrieds Vermächtnis“ in Arnsberg vereint Graphic Novel und Historie

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Über das fertige Buch freuen sich die zahlreichen Beteiligten, die daran mitgewirkt haben.

Arnsberg/Neheim. Mit dem Leben und Wirken des letzten Grafen von Arnsberg und der Frage, was heute noch von Graf Gottfried IV nachwirkt, beschäftigt sich seit rund vier Wochen die Ausstellung „Gottfrieds Vermächtnis: 650 Jahre Arnsberg bei Köln 1368-2018“. Jetzt präsentierten die Heimatbünde Arnsberg und Neheim-Hüsten zusammen mit dem Stadt- und Landständearchiv Arnsberg das Begleitbuch zur Ausstellung, das nicht nur vielfältige Informationen enthält.

„Es gibt nicht viele gemeinsame Identifikationsfiguren für die Gesamtstadt Arnsberg“, stellte Peter Kleine, Vorsitzender des Heimatbundes Neheim-Hüsten und Fachbereichsleiter Kultur bei der Stadt Arnsberg, fest. Graf Gottfried IV. aber sei eine solche Figur, er sei für viele positive Effekte verantwortlich und komme auch heute im Stadtbild (zum Beispiel als Name von Straße und Schule) noch vor. „Er hat es geschafft, 650 Jahre in der Stadt präsent zu sein“, ergänzte Stadtarchivar Michael Gosmann mit Blick auf Donatenfeier und Grafenbegängnis. „Aber seine Geschichte kennen viele nicht so genau“, so Peter Kleine. Das sollen nun die Ausstellung inklusive App  sowie auch das Begleitbuch ändern. Den gesamtstädtischen Gedanken unterstreichen die beiden Heimatbünde aus Arnsberg und Neheim-Hüsten, die von der Zusammenarbeit in diesem Projekt direkt angetan gewesen seien, so Peter Kleine. 

Aufwändige Recherche in Archiven 

Die aufwändige Recherche in den Archiven und alten Zeitungsartikeln war das eine, die zeitgemäße Gestaltung des Buches das andere. Für Letztere zeichnete die Druckerei Becker Druck in Arnsberg als Kooperationspartner verantwortlich. „Die Grundidee war, dass das Buch etwas Außergewöhnliches werden sollte“, erinnert sich Eckhard Schmitz von der Firma Becker Druck an die Anfänge der Planungen. „So entstand schließlich auch die Idee des Wendebuches.“ Denn der Clou des Begleitbuches ist, dass es von zwei Seiten zu lesen ist: Einmal die geschichtlichen Zusammenhänge unter anderem mit dem Übergang der Grafschaft Arnsberg an das Erzstift Köln, dem Grafenbegängnis früher und heute sowie einer Stammtafel und von der anderen Seite die Graphic Novel, die einen wesentlichen Teil der Ausstellung bildet. Hier ist das Leben des Grafen in einfachen Bildern mit kurzen Texten nachgezeichnet. 

In der Druckerei stellten Peter Kleine (Heimatbund Neheim-Hüsten), Eckhard Schmitz (Becker Druck), Werner Bühner (Arnsberger Heimatbund) und Stadtarchivar Michael Gosmann (v.li.) das neue Wendebuch vor. Foto: Rebecca Weber

„Das Karminrot aus dem Wappen zieht sich als Farbe durch das Buch, welches auf Naturpapier mit einer neuen Drucktechnik gedruckt wurde. Auch durch die quadratische Form hebt es sich von anderen Büchern ab“, so Eckhard Schmitz weiter. Übrigens greift das Buch genau wie die Ausstellung die Nutzung der modernen Medien auf: Mithilfe der App können Betrachter über das Buch die Grafengruft sowie die Karte der Grafschaft in 3D aufrufen. „Ich kenne kein Buch, das so eine Verbindung zwischen Geschichte und Virtual Reality schafft“, hob Peter Kleine hervor. Gleichzeitig haben die Beteiligten die Graphic Novel auch noch als Malbuch in Schwarz-Weiß herausgebracht. So können Kinder dem Grafen ihre eigenen Farben verleihen. Das Heranführen der Kinder ist – auch über das Malbuch hinaus – ein besonderes Anliegen der Beteiligten: „Es ist ja wichtig, dass die nächste Generation heranwächst und die Tradition fortführt“, machte Inge Lauber-Zelt deutlich. Zusammen mit Barbara Köster-Ewald organisiert sie seit vielen Jahren die Donatorenfeierlichkeiten in Neheim mit, beide haben darüber auch einen Artikel für das Buch verfasst. 

Hier gibt es das Wendebuch:

Erschienen ist das 220-seitige Wendebuch „Gottfrieds Vermächtnis“ in einer Auflage von 750 Stück. Die Sparkasse Arnsberg-Sundern unterstützt das Projekt. Erhältlich ist das Buch zum Preis von 19,50 Euro (15 Euro für Mitglieder der beiden Heimatbünde) in der Ausstellung, im örtlichen Buchhandel, in der Weihnachtsmarktbude des Arnsberger Heimatbundes am kommenden Wochenende sowie montags zwischen 13 und 18 Uhr im Fresekenhof beim Neheim-Hüstener Heimatbund. Das Malbuch gibt es für 2 Euro. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar im Stadt- und Landständearchiv (Kloster Wedinghausen) in Arnsberg zu sehen (dienstags bis donnerstags sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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