Ein wenig Bosheit und Humor

Jutta Weiser hatte es in diesem Jahr übernommen, den Teilnehmern der 28. Begehung des Poesiepfades die Gedichte näher zu bringen. Foto: Gaby Decker

Wolfram Blanke vom Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald freute sich sichtlich über die große Beteiligung bei der 28. Begehung des Poesiepfades. Wieder einmal haben der Förster und die Literarische Gesellschaft Arnsberg (LGA), in diesem Fall Dr. Markus Meik, 20 Gedichte ausgesucht, die diesen Pfad zu etwas Besonderem machen. Wurden bisher Gedichte zur Jahreszeit ausgesucht, sind die Veranstalter dazu übergegangen, das Ganze thematisch aufzurollen.

So steht für dieses Frühjahr das Thema "Was sagen Dichter über Dichter" im Blickpunkt. Jutta Weiser führte die Gäste durch den Poesiepfad, las einige Gedichte selbst vor und gab Erläuterungen zu Gedichten und Dichter. Werke von Heinrich Heine über Ernst Jandel bis zu Johann Wolfgang von Goethe und Joachim Ringelnatz waren zu hören und konnten an den einzelnen Stationen nachgelesen werden.

Dieser Poesie wird das zuweilen Tragische oder auch Erhabene ein wenig dadurch genommen, dass nahezu jedem Gedicht ein Gegenstück von Robert Gernhard gegenüber gestellt wird. "Eine Parodie auf den Dichter kann durchaus wohlwollend gemeint sein", erklärte Weiser. Aber es komme auch vor, dass ein wenig Bosheit in der Parodie liegt, die aber nie den Humor vermissen lasse. So schreibt Gernhard zur Lore-ley von Heine: "... ein Urteil aus Urschülerzeiten, das will mir nicht aus dem Sinn. Der Heine, ein Blender, kein Dichter. Ein Journalist, kein Poet. Nie schluchzt er, nie singt er, stets spricht er. Ein Feuerwerk. Kein Komet."

Ein Stück Arbeit steht dahinter

Trotz aller Poesie und der wunderschönen Landschaft des Mühlbachtals in Arnsberg-Rumbeck ist es auch ein Stück Arbeit, das hinter allem steht. So müssen die Gedichte vor Wind und Wetter durch Laminieren geschützt werden. Die Baumstämme müssen kontrolliert und bei Bedarf, so wie es jetzt ansteht, ausgewechselt werden. Der richtige, stimmungsmäßige zum Gedicht passende Ort muss ausgesucht werden.

Wolfram Blanke lächelt ein wenig bei der Nachfrage, wer dies denn alles vorbereite: "Naja, die ganze ,Hardware' hier im Wald, die mache ich." Ungefähr zwei Tage brauche er, um den Poesiepfad vorzubereiten. Dann schreitet Wolfram Blanke zur Tat und bittet die Teilnehmer um Spenden für die auszuwechselnden Baumstämme. "Wir brauchen 1000 Euro für neue Pfähle. Mit der Zeit faulen die Pfähle und müssen ersetzt werden. Am Ende des Weges vermeldete Blanke stolz, dass schon zwei Pfähle bezahlt seien.

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