Neue Funktionsräume, Barrierefreiheit und moderne Medientechnik

Lebendiger Mittelpunkt der Gemeinde: Wiedereröffnung der Auferstehungskirche

Propst Hubertus Böttcher Auferstehungskirche Wiedereröffnung zwei Jahre Bauzeit
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Wollen die Türen der Ökumene weiter offen halten: Propst Hubertus Böttcher, Pfarrerin Claudia Schäfer und Ökumenebeauftragte der Evangelischen Kirchengemeinde, Regina Reinhold (v.li.).

Mit einem großen Schlüssel schließen Architekt Dirk Boländer und Baukirchmeister Rainer Wolf die Türen der Auferstehungskirche am Neumarkt auf und öffnen sie weit – nicht nur symbolisch. So ist es im aktuellen Video der Evangelischen Kirchengemeinde Arnsberg zu sehen.

Arnsberg – Denn nach zwei Jahren Bauzeit kehrt seit dem Osterwochenende das kirchliche Leben zurück in die Auferstehungskirche, zumindest so weit wie Corona das aktuell zulässt.

Die Freude über die Wiedereröffnung ist im Pfarrteam und dem Presbyterium groß.

Begegnungszentrum für evangelische Christen

Zielsetzung war es, die mitten im historischen Zentrum der Stadt gelegene Kirche zum Begegnungszentrum für die evangelischen Christen umzubauen. Neue Funktionsräume wurden geschaffen, die Barrierefreiheit ist nun gegeben, moderne Medientechnik verfügbar.

Pfarrerin Claudia Schäfer beschreibt, welche Veränderungen es nun im Kirchenraum gibt: „Die Orgelempore ist weiter nach vorne gezogen, wodurch im hinteren Bereich der Empore neuer Raum gewonnen wurde, der als Jugendraum zur Verfügung steht. Im unteren Bereich wurde eine Trennwand eingebaut, mit einer Tür in der Mitte. Die Trennwand lässt sich aber auch ganz öffnen.“

Auch für andere Ereignisse oder kulturelle Veranstaltungen

Im hinteren Bereich sollen künftig keine Kirchenbänke sondern Stühle aufgestellt werden, sodass dieser Gebäudeteil auch flexibel für andere Ereignisse oder kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann.

Ganz neu ist der Anbau an der linken Gebäudeseite. Hierüber gelangt man ab sofort nicht nur barrierefrei in die Kirche, sondern hier sind künftig auch die sanitären Anlagen untergebracht. Im Kellerbereich, wo die Toiletten bislang waren, ist ein Lager für die Banduntensilien entstanden.

Abschluss der Maßnahmen voraussichtlich nach Sommerferien

Die Orgel wurde übrigens für die Baumaßnahmen komplett ausgebaut und eingelagert, sie wird auch erst wieder eingebaut und gestimmt, wenn die letzten Restarbeiten fertig sind – im Anbau fehlt noch der Aufzug und es sind noch kleinere Malerarbeiten zu erledigen. Der vollständige Abschluss der Maßnahmen wird voraussichtlich nach den Sommerferien sein.

Die historische, gleichschenklige Grundgestaltung des Kirchenraumes wurde wieder erlebbar gemacht, die Umbauarbeiten sind aus der Sichtachse des Neumarktes nicht erkennbar. Die gesamte Maßnahme sei eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt, die prägende Optik sollte in jedem Fall erhalten bleiben, betont Friedhelm Walter, Pressesprecher der Kirchengemeinde.

Kosten: Rund 1,2 Millionen Euro

Die Kosten von rund 1,2 Millionen Euro wurden durch Fördermittel der Landeskirche, des Patronats sowie des Denkmalschutzes gedeckt, hinzu kamen Erspartes der Evangelischen Kirchengemeinde sowie Spenden der Gemeindemitglieder.

So gab es unter anderem in der St. Norbertuskirche, wo die evangelische Gemeinde in den vergangenen Monaten ihre Gottesdienste feierte, ein Spendenmodell, bei dem jeder Interessierte gegen eine Spende selbst einen kleinen Baustein für das Kirchengebäude aufstellen konnte.

Dankeschön geht an die Propsteipfarrei

Ein Dankeschön geht in diesem Zusammenhang an die Propsteipfarrei: Die Ökumenebeauftragte der Evangelischen Kirchengemeinde, Regina Reinhold, hob die sehr freundliche Aufnahme, die tiefe Verbundenheit, die damit zum Ausdruck gebracht wurde und die vielen Begegnungen hervor, ob nun ökumenische Gottesdienste oder das gemeinsame Pfarrfest.

Eine Trennwand im hinteren Teil des Kirchenraumes, die sich auch ganz öffnen lässt, sorgt künftig für flexible Nutzungsmöglichkeiten in der Auferstehungskirche.

„Es sind Bande geknüpft worden, die es weiter zu vertiefen gilt.“ Als Dankeschön überreichte Friedhelm Walter außerdem eine Ökumene-Kerze an Propst Hubertus Böttcher.

Das Schöne ist, dass künftig drei Gruppen gleichzeitig den Kirchenraum nutzen können. Die Kirche wird so – wie es unser Ziel war – ein Ort der Begegnung.

Pressesprecher Friedhelm Walter

Nun soll die Kirche so bald wie möglich wieder mit Leben gefüllt werden. „Das Schöne ist, dass künftig drei Gruppen gleichzeitig den Kirchenraum nutzen können. Die Kirche wird so – wie es unser Ziel war – ein Ort der Begegnung“, verdeutlicht Friedhelm Walter.

Sonntagvormittags könnten Haupt- und Kindergottesdienst parallel unter einem Dach stattfinden, ergänzt Pfarrer Claudia Schäfer: Gottesdienste können gemeinsam begonnen und geschlossen werden, während es dazwischen unterschiedliche Angebote für verschiedene Zielgruppen gebe.

Offene Jugendarbeit ist wichtiger Baustein

Aber auch für das Gemeindeleben außerhalb der Gottesdienste bietet die Auferstehungskirche viele Möglichkeiten. Ein wichtiger Baustein sei die offene Jugendarbeit. „Hier müssen wir sicherlich ein Stück weit von vorne anfangen, weil sich nach zwei Jahren viele die vorher aktiv waren, nicht so leicht wieder aktivieren lassen“, schildert Claudia Schäfer.

Einige Engagierte gebe es aber bereits und es würden auch weitere ehrenamtliche Teamer geschult.

Offene Treffen für ältere Menschen

Ein weiterer Baustein sollen offene Gesprächskreise für ältere Menschen sein. „Unsere Gruppen und Kreise waren zuletzt viel in der Gemeinde verteilt und mussten sich, dadurch dass wir auch Gebäude aufgegeben haben, immer wieder an neue Räume gewöhnen.“ Dies soll sich nun ändern. Offene Treffen, bei denen man bei einem Kaffee ins Gespräch kommen kann, sollen angeboten werden, so Pfarrerin Schäfer weiter.

Da ein Präsenzgottesdienst zur Wiedereröffnung nicht möglich war, stellte die Gemeinde alternativ ein Video unter https://www.evangelisch-in-arnsberg.de ein – unter anderem mit Aufnahmen aus dem Inneren der Kirche und Eröffnungsworten des Superintendenten des Kirchenkreises, Dr. Manuel Schilling.

Offene Kirche

Darüber hinaus lädt die Evangelische Kirchengemeinde zur „Offenen Kirche“ ein: Interessierte können sich ein Bild von den Umbauten machen und erhalten dazu auf Wunsch auch weitere Informationen. Sie können aber auch in aller Stille beten, Predigten und Gebete liegen zur Mitnahme aus.

Die nächsten Öffnungen sind jeweils immer mittwochs und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr. Die Corona-Hygieneregeln müssen eingehalten werden.

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