"Wir müssen der Gewalt gegen Frauen das Stoppschild entgegen halten"

Zonta bekennt Farbe gegen Gewalt an Frauen: Öffentliche Gebäude werden ab Montag angestrahlt

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„Orange your City“ heißt es ab dem 25. November: Vertreterinnen von Zonta, Regierungspräsident, Bürgermeister und Vertreter des HSK stellten die Initiative vor.

Arnsberg/Meschede/Sundern - „Zonta sagt Nein zu Gewalt gegen Frauen – Farbe bekennen gegen Gewalt“: Unter diesem Leitthema werden vom 25. November bis 10. Dezember politische Gebäude in Arnsberg, Meschede und Sundern in leuchtendem Orange angestrahlt.

Unter dem Motto „Zonta says No“ beteiligt sich der Zonta Club Arnsberg gemeinsam mit rund 130 deutschen Zonta Clubs an der weltweiten 16-tägigen Kampagne von Zonta International. Das Netzwerk engagierter Frauen unterstützt damit auch im Jahr seines 100-jährigen Bestehens die Anstrengungen der Vereinten Nationen zur Erreichung der international vereinbarten Ziele der Geschlechtergerechtigkeit.

Beleuchtet werden in Arnsberg das Rathaus am Rathausplatz in Neheim, in Meschede das Rathaus und das Kreishaus sowie in Sundern das Rathaus. Mit den farbig beleuchteten Gebäuden möchte der Zonta Club ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen, denn dieses sei heute aktueller denn je. 

In Zahlen ausgedrückt heißt das für den HSK: 347 Einsätze der Polizei wegen häuslicher Gewalt, 153 Verweisungen der Täter aus der gemeinsamen Wohnung und 305 Beratungsfälle wegen häuslicher und sexueller Gewalt. Zonta-Mitglied und stellvertretende Fraktionsvorsitzender der CDU Arnsberg, Nicole Jerusalem, die das Gespräch mit den Bürgermeistern aus Arnsberg, Ralf Paul Bittner, und Meschede, Christoph Weber, sowie Regierungspräsident Hans-Josef Vogel und den Vertreterinnen des Zonta-Clubs Barbara Neuhaus und Präsidentin Dr. Raphaela Czech-Schneider, moderierte, machte die Forderungen des Zonta Clubs an alle politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträger der Region klar: „Die Frauenhäuser und Beratungsstellen müssen finanziell auf verlässliche Füße gestellt werden. Sie sollen sich als erkennbare Fürsprecher für einen gewaltfreien Alltag von Frauen und Mädchen zeigen und sich auf breiter gesellschaftlicher Basis für Präventionsmaßnahmen engagieren.“ 

Regierungspräsident Hans-Josef Vogel erklärte: „Gewalt gegen Frauen ist auch ein Männerproblem, deshalb müssen sich Männer genauso engagieren wie Frauen und immer wieder auf das Thema aufmerksam machen. Wir müssen die Gewalt beseitigen, denn Schutz vor Gewalt ist eine völkerrechtliche Verpflichtung. Deshalb müssen wir überall auf die unterschiedlichen Gewalttatbestände gegen Frauen aufmerksam machen und für ihre Beseitigung eintreten. Wir müssen der Gewalt gegen Frauen ein Stoppschild entgegenhalten.“ 

Meschedes Bürgermeister Christoph Weber machte klar, wie hoch die Dunkelziffer der häuslichen Gewalt sei. „Gewalt findet bei uns statt, es ist ein lokales Thema, dem wir Null Toleranz entgegenbringen dürfen. Außerdem müssen wir dafür mehr Geld investieren, um zum Beispiel schon in den Schulen durch mehr Sozialarbeiter der Gewalt entgegen zu wirken.“ 

Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner hob hervor: „Das besonders Schockierende dabei ist, dass es ja die Menschen sind, die man liebt, die gewalttätig sind. Wir müssen das Thema aus der noch immer vorhandenen Tabuzone holen und die betroffenen Frauen ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen.“ 

Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel, der an diesem Morgen nicht anwesend sein konnte, sagte in einer schriftlichen Stellungnahme: „Orange your City ist leider notwendig. Notwendig, weil nach wie vor jede vierte Frau mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt wird. Wir sollten daher klarmachen – wer Gewalt gegen Frauen ausübt, zerstört nicht nur Gesundheit und Leben, sondern traumatisiert Menschen für ein ganzes Leben.“

Hintergrund 

Der Zonta Club ist ein Teil von Zonta Club international. Er ist ein regionales Netzwerk berufstätiger Frauen in verantwortlicher Position. Er verfolgt das Ziel, die Situation von Frauen auf allen Ebenen der Gesellschaft zu verbessern.

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