Ein teures Stück Geschichte

120.000 Euro Projekt: Denkmalgeschützte Mauer der ehemaligen Hüttenanlage wird saniert

Beim Vor-Ort-Termin: Die unter Denkmalschutz gestellte Stützmauer der ehemaligen Hüttenanlage muss aufwendig kernsaniert werden.
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Beim Vor-Ort-Termin: Die unter Denkmalschutz gestellte Stützmauer der ehemaligen Hüttenanlage muss aufwendig kernsaniert werden.

Ramsbeck - Ohne Frage, eine alte Mauer hat was: Sie birgt Geheimnisse, erzählt eine lange Geschichte, ist ein Relikt und Zeugnis längst vergangener Tage. Für den Eigentümer Dieter Werder aus Ramsbeck ist die Stützmauer der ehemaligen Hüttenanlage jedoch mehr ein Fluch als ein Segen. Er muss für die Instandhaltung tief in die Tasche greifen.

Nachdem „seine“ unter Denkmalschutz gestellte Lehmmauer im Laufe der Jahre immer mehr absackte und sich zahlreiche Risse bildeten, wird sie nun aufwendig kernsaniert, d.h. standsicher gemacht. Das 120.000 Euro teure Projekt, das eng mit der Geschichte des Ramsbecker Bergbaus verknüpft ist, wird mit 60.000 Euro vom Land, 15.000 Euro durch die Kommune und 7.500 Euro durch den Landschaftsverband finanziert. Ein erheblicher finanzieller Kraftakt für den Eigentümer, der trotz Fördermittel die stolze Summe von 37.500 Euro mit einfließen lassen muss. 

Im Zuge der Sarnierungsarbeiten wurde nunmehr vor einiger Zeit ein großer Hohlraum entdeckt, der einen Rauchabzug von einem vorgelagerten Brennofen darstellt. Der Kaminschacht, durch den früher giftige Schwefeldämpfe abgeleitet wurden, soll jetzt mit einer Tür versehen werden und als neuer Bestandteil bei Führungen des Fördervereins Sauerländer Besucherbergwerk einfließen. „Bei den Sanierungsarbeiten haben wir das Loch entdeckt und den Riegel freigelegt. Auf der nächsten Ebene sind wir auf den Hohlraum gestoßen. Wir stellten fest, das ist etwas künstliches und entdeckten dann das Gewölbe. Das soll nun offen bleiben und gesichert werden“, so Alexander Droste, Bauleiter der Firma Feldhaus. 

"Ein Mehrwert für Ramsbeck"

Droste erklärte weiter, dass die Sanierungsarbeiten mit Naturmaterialien des Sauerlandes Woche für Woche neue Anforderungen an das Team stellen würden und das gesamte Projekt eine Wundertüte sei, die Natursteine teilweise bis 1,10 Meter dick seien. Im Hinblick auf das Loch erläuterte er, dass dort Blei und Asche gefunden wurden und davon ausgegangen werde, dass früher dort ein Kamin gewesen sei. Im Zuge der Sicherung würden nun Türstöcke aus Eiche verwendet, um so das Mundloch abzustützen. 

„Ein Hoch an das Handwerk“, lautete daher auch der allgemeine Tenor, da die Sanierung der Stützmauer mitsamt Ehrentafel und Mundloch zum einen eine zusätzliche Attraktion für Besucher darstellt und zum anderen natürlich die Sorge um den Einsturz des bergbaugeschichtlichen Relikts ausräumt. 

„Die Identität von Ramsbeck hängt mit dem Bergbau zusammen. Die Denkmalpflege erhält diese Zeugnisse. Es ist ein großes Glück, dass finanzielle Denkmalmittel für die Sanierung der Mauer bereitgestellt wurden. Die Firma Feldhaus hat sich hervorragend in die Arbeiten eingearbeitet“, so Dr. Bettina Heine-Hippler von der LWL-Denkmalpflege. 

Alfred Braun, erster Vorsitzender des Fördervereins Sauerländer Besucherbergwerk und Experte in Sachen Bergbaugeschichte in Ramsbeck, hob neben dem geschichtlichen Rückblick „Entwicklung des Hüttenbetriebes in Ramsbeck“ die Wichtigkeit der Mauer hervor und lobte die hervorragende Zusammenarbeit des gesamten Teams. 

„Die Sanierung der Stützmauer ist ein Mehrwert für Ramsbeck. Dieser wichtige Platz fließt in die Führung mit ein. Über 50.000 Besucher waren auf dem Bergbauwanderweg unterwegs“, so Alfred Braun. Spätestens Ende August soll das Projekt Stützmauer beendet sein. Eine Erfolgsgeschichte, die trotz finanzieller Belastungen für den Eigentümer, Ramsbeck und seinen Besuchern ein Stück Geschichte zurückgibt.

Stützmauer der ehemaligen Hüttenanlage in Ramsbeck wird saniert 

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