Gegenwind soll andauern

Besorgte Bürger Velmede wollen weiter aktiv bleiben

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Fotomontagen wie diese (Ansicht nach Föckinghausen) machen den Besorgten Bürgern Angst. 

Velmede-Bestwig.Die „Besorgten Bürger Velmede-Bestwig“ zogen bei ihrer Zusammenkunft jetzt eine positive Jahresbilanz 2016. Da, wo sich nach den Befürchtungen vieler Velmeder Bürger bereits im Jahr 2016 die ersten Windräder drehen sollten und viele schon gesundheitliche Schäden befürchteten, herrscht immer noch Ruhe. Das Gebiet Auf der Heide (Kahler Kopf) ist auch zur Jahreswende 2016/2017 immer noch zur Freude der Velmeder naturbelassen und gibt den heimischen Tieren weiterhin ein Zuhause.

Nicht zuletzt die zahlreichen Aktivitäten der Einheimischen haben zu dieser Lage geführt. Die Initiatoren der Besorgten Bürger erinnerten sich in ihrer letzten Zusammenkunft noch einmal an die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Als im Winter 2014/15 erstmals über die Windanlagen gesprochen wurde, waren es lediglich vier Bewohner des „Vogelviertels“, die ihre Mitbürger auf die angedachten Baumaßnahmen aufmerksam machten und allein in diesem Wohngebiet über 300 Unterschriften gegen diese Maßnahme sammelten.

Das zeigte Wirkung und das angestrebte Eilverfahren wurde zunächst auf Eis gelegt. Die Entscheidungsträger der Gemeinde Bestwig konnten mehrheitlich für das Thema Windkraft sensibilisiert werden. Ab Herbst 2015 organisierten sich immer mehr Bürger und über 2000 Eingaben und Beschwerden gegen den Bau der Windräder haben erreicht, dass auch zum Jahresende 2016 ein Baubeginn nicht absehbar war.

„Wir wollen keine Windräder in Ortsnähe“, ist mehrheitliche Meinung im Doppelort. Dieses Ziel wird, da waren sich die Teilnehmer der Versammlung einig, auch 2017 mit allen Mitteln weiter verfolgt. Die ersten Erfolge 2016, die Erweiterung der Schutzzone auf 950 Meter, die ernsthafte Prüfung des Artenschutzes in dem betroffenen Gebiet und die Unterstützung der Velmeder durch kompetente Fachleute und Naturschützer machen Mut.

Wildkamera am Schwarzstorchhorst

Vor einiger Zeit wurde zudem eine Wildkamera installiert, um den Schwarzstorchhorst zu schützen. Außerdem haben sich die Mitglieder darauf verständigt, dass von einer gegenüberliegenden Kammlage an ausgewählten Tagen während der Nestlingszeit bis zum Ausfliegen der Schwarzstorch-Jungvögel die Raumnutzung zwischen Sonnenaufgang- und Sonnenuntergang zu beobachten.

„Wir haben zahlreiche kompetente Unterstützer auch außerhalb unseres Ortes gefunden, wir haben uns innerhalb der Sauerländer Windkraftgegner organisiert und wir haben unser eigenes Wissen erheblich erweitern können – das sollte uns für 2017 die nötige Schubkraft geben“, so ein Versammlungsteilnehmer.

Auch bei Themen, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang mit der Windkraft haben, mischen sich die Besorgten Bürger inzwischen ein. So soll die ehemalige Klärschlammdeponie am Kahlen Kopf mit circa 50.000 Kubikmeter Sediment, das aus dem Vorbecken des Hennesees ausgebaggert wird, verfüllt werden.

Zum Transport dieser schätzungweisen 100.000 Tonnen schweren Fracht werden 4500 LKW-Fahrten zur ehemaligen Klärschlammdeponie am Kahlen Kopf oder für die Einheimischen besser bekannt auf der Heide in Velmede benötigt. Dies könnte zu einer Vergrämung seltener Wildtiere am Kahlen Kopf führen, so die Befürchtung der Velmeder Bürger. Und dadurch würde die Genehmigung der Windräder in dem Gebiet erleichtert.

Als nächste Aktionen werden die besorgen Bürger Bestwig die Bevölkerung mit einem Flugblatt informieren. Angedacht ist auch eine Informationsveranstaltung. Das genau Datum wird noch bekanntgegeben. Dabei wird auch die Frage im Raum stehen müssen, in welchem Rahmen finanzielle Mittel für weitere Aktionen und Verfahren zur Verfügung gestellt werden können.

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