„Entscheidend ist die Akzeptanz“

Widersprüche in der Corona-Zeit: Schüler diskutieren mit Carl-Julius Cronenberg

Diskussion Bergkloster Bestwig Berufskolleg Schülersprecherin Larissa Mast
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Die stellvertretende Schülersprecherin Larissa Mast fragt, wie es sein könne, dass in Deutschland nur so geringe Kapazitäten für Medizinstudenten zur Verfügung stehen, obwohl doch ein Mangel an Ärztinnen und Ärzten herrscht.

Zwei Stunden lang besuchte der Bundestagsabgeordnete Carl-Julius Cronenberg (FDP) das Berufskolleg Bergkloster Bestwig. Und die Schüler stellten ihm viele Fragen: unter anderem, warum die Politik nicht dafür sorge, dass mehr Busse und Bahnen eingesetzt würden, da es doch zurzeit so wichtig sei, Abstand zu halten.

Bestwig - „Wenn ich mich morgens in Marsberg in den Zug nach Bestwig setze, sind zwei Stationen später alle Sitzplätze belegt. Dann wird es im Zug immer enger“, sagt Schülervertreter Florian Loos. Gleichzeitig beklage die Landesregierung, dass die Mittel für zusätzliche Kapazitäten beim Öffentlichen Nahverkehr nicht abgerufen würden. Ein Problem, dem der Bundestagsabgeordnete nachgehen will.

Die Entscheidungen im Hinblick auf Corona gehören nicht auf die Straße und nicht in die Gerichtssäle, sondern zurück in die Parlamente.

Carl-Julius Cronenberg

Und natürlich wurde auch über Bundespolitik gesprochen. Etwa über die Frage, inwieweit sich freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit mit den Corona-Verfügungen vertragen. Dazu hat der Politiker aus dem Sauerland eine klare Meinung: „Entscheidend ist die Akzeptanz.“ Und die sei nur zu erreichen, wenn man auch selbst Verantwortung mittrage und die Entscheidungen demokratisch legitimiert seien: „Im Frühjahr musste es vielleicht zentrale Verfügungen geben. Aber jetzt gehören die Entscheidungen im Hinblick auf Corona nicht auf die Straße und nicht in die Gerichtssäle, sondern zurück in die Parlamente.“ Im Zusammenhang auf die Vorgänge in Leipzig machte er klar: „Proteste muss die Demokratie aushalten. Aber aus dem Recht auf Demonstrationen ergibt sich nicht das Recht auf die gesundheitliche Gefährdung anderer.“

Im Frühjahr hatte der FDP-Politiker auf einer Radtour durch das Sauerland das Bergkloster besucht und schnell gemerkt, dass eine Stunde nicht ausreicht, alle Einrichtungen, die zum Kloster gehören, kennenzulernen. Daher kam er nun ins Berufskolleg. Und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal. Denn die Schülervertretung lud ihn gleich wieder ein – dann vielleicht zu einer Podiumsdiskussion mit mehreren Politikern. Themen gibt es genug. Das hatte dieser Morgen gezeigt.

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