Bewohner stehen vor dem Nichts

Großbrand zerstört Wohnhaus: Große Welle der Hilfsbereitschaft - Familie sucht neue Bleibe

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Am Tag nach dem verheerenden Großbrand wurde das Ausmaß der Schäden sichtbar.

[Update] Nuttlar - Nach dem Großbrand in einem Haus in Nuttlar sind die Ermittlungen zur Brandursache abgeschlossen. Die genaue Ursache kann aufgrund der Zerstörung des Hauses nicht ermittelt werden. Die Polizei schließt aber ein Fremdverschulden aus. Die Hilfsbereitschaft ist weiter groß.

  • Ein Haus in Bestwig-Nuttlar wurde am Dienstag bei einem Großbrand komplett zerstört.
  • Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer stundenlang.
  • Das Haus ist unbewohnbar, die Bewohner verloren bei dem Brand alles.
  • Um der Familie beim Neustart zu helfen, hat die Dorfgemeinschaft ein Spendenkonto eingerichtet.
  • Mittlerweile gibt es Angaben zur Ursache: Die kann aufgrund der großen Zerstörung nicht mehr eindeutig ermittelt werden.
  • Die Polizei schließt aber Brandstiftung und Fremdverschulden aus.
  • Die Bewohner sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe.

Update 8. November, 10.46 Uhr: Die Welle der Hilfsbereitschaft nach dem Großbrand in einem Haus in Nuttlar ist weiter enorm. "Es ist wichtig, dass in so einer Notsituation ein Dorf zusammenrückt und unterstützt", sagte Ortsvorsteher Markus Sommer. 

Direkt nach der Feuersbrunst hatte die Dorfgemeinschaft einen Hilfeaufruf gestartet und ein Spendenkonto ins Leben gerufen, auf dem schon viele Spenden eingegangen sind. "Wir von der Dorfgemeinschaft Nuttlar, die CDU sowie die Volksbank und die Sparkasse haben direkt jeweils 1000 Euro gespendet", erklärte Sommer. 

Diese Summe ist aber nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass die Familie mit zwei Kindern sowie die Bewohnerin der Einliegerwohnung nach dem Brand vor dem Nichts stehen. Das komplette Haus mitsamt Inventar sind den Flammen oder den riesigen Mengen Löschwasser zum Opfer gefallen - von der Zahnbürste über die Kleidung bis hin zum letzten Kochtopf wurde alles vernichtet.

Die fünf Betroffenen sind momentan in einer Ferienwohnung untergekommen, die Nachbarn sofort bereitwillig zur Verfügung gestellt haben. Über die sozialen Netze sind sie aber bereits auf der Suche nach einer dauerhaften neuen Bleibe. In einem Facebook-Post heißt es: "Meine Familie sucht nach dem Hausbrand eine neue Wohnung im Raum Bestwig oder Olsberg." Diese soll demnach mindestens 100 Quadratmeter groß sein und über zwei Kinderzimmer verfügen. "Wie sind über jede Hilfe nach diesem Schicksalsschlag sehr dankbar", heißt es weiter. 

Mit diesem Aufruf sucht die Familie nach einer neuen dauerhaften Bleibe (für Vollbild oben rechts klicken).


Ursache nicht eindeutig zu ermitteln - kein Fremdverschulden

Update 7. November, 11.14 Uhr: Nach dem verheerenden Großbrand in einem Haus in Nuttlar haben die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit beendet. "Es wurden keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandlegung oder ein Fremdverschulden gefunden", erklärte Polizeisprecher Holger Glaremin auf Nachfrage. 

Die genaue Ursache werde auch wohl nie eindeutig zu ermitteln sein, weil der Zerstörungsgrad des Hauses zu hoch sei. "Auf Grundlage der Angaben der Feuerwehr sowie der ersten Bilder vom Einsatzort gehen wir aber davon aus, dass der Brand im Bereich des Kamins ausgebrochen ist", sagte Glaremin. 

Unterdessen zeigen die Menschen aus Nuttlar und Umgebung eine große Hilfsbereitschaft. Bei der Spendenaktion für die Familie, die in dem Haus gelebt hat, ist offenbar bereits eine größere Menge Geld zusammengekommen. Der Familie ist nach dem Brand nichts, außer dem, was sie am Körper trugen, geblieben. Alles andere fiel den Flammen bzw. den großen Mengen Löschwasser zum Opfer. Immerhin gelang es der Feuerwehr, einige wichtige Dokumente aus dem Gebäude zu retten. 

Dorfgemeinschaft richtet Spendenkonto ein

Update 6. November, 12.29 Uhr: Die Familie, die in dem Haus, das bei einem Großbrand am Dienstag zerstört wurde, gewohnt hat, steht vor dem Nichts. Das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar - nicht nur durch das Feuer selbst, auch durch die riesigen Mengen Löschwasser, die während des Einsatzes genutzt wurden. 

Um den Bewohnern nun bei ihrem Neustart zu helfen, hat der Dorfgemeinschaftsverein aus Nuttlar ein Spendenkonto eingerichtet, "um der Familie mit dem nötigsten zu helfen", wie es in einem Flyer heißt, der momentan über soziale Netze und Messengerdienste verbreitet wird. Alle, die helfen wollen, können auf folgendes Konto spenden: Dorfgemeinschaft Nuttlar e.V., IBAN DE68 4666 0022 2202 8004 01, Volksbank Sauerland. 

Mit diesem Flyer macht die Dorfgemeinschaft Nuttlar auf das Spendenkonto aufmerksam (für Vollbild oben rechts klicken).

Ermittlungen zur Brandursache laufen

Update 6. November, 9.40 Uhr: Das Haus in Nuttlar, in dem am Dienstagmorgen ein Großbrand ausgebrochen war, ist nicht mehr bewohnbar. Das teilte Polizeisprecher Holger Glaremin am Mittwoch auf Kurier-Nachfrage mit. Die fünf Bewohner können aber wohl in der Ferienwohnung von Nachbarn unterkommen, wie am Dienstag vor Ort zu hören war. 

Die Ursache des verheerenden Brandes ist noch unklar. "Die Ermittlungen laufen", erklärte Glaremin. Brandermittler der Polizei nehmen die Brandruine am Mittwoch noch einmal in Augenschein, nachdem sie sich am Dienstag bereits einen ersten Eindruck verschafft hatten. 

Einsatz nach mehreren Stunden beendet

Update 5. November, 19.32 Uhr: Die Bestwiger Feuerwehr hat ihren Einsatz in Nuttlar beenden können, wo es im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses zu einem Feuer gekommen war. Wie Einsatzleiter Andreas Schulte am Abend auf Anfrage erläuterte, konnten auch die Nachlöscharbeiten und damit der gesamte Einsatz beendet werden.

Ein angeforderter Bagger habe Teile des Daches freilegen können, nachdem die zweite Drehleiter nicht nah genug an die Dachhaut herangekommen war.

Mit einer Wärmebildkamera wurde die Einsatzstelle überprüft und schließlich als "kalt" gemeldet, sodass auch keine nächtliche Brandwache mehr erforderlich war. Das Gebäude wurde mit einem Bauzaun abgesichert. 

Großbrand in Nuttlar: Die Bilder vom Feuerwehr-Einsatz

Hier lesen Sie unsere ursprüngliche Berichterstattung

Nuttlar - Die Feuerwehr rückte am Dienstagmorgen zu einem Einsatz in Nuttlar aus. Dort war ein Brand in einem Mehrfamilienhaus ausgebrochen.

Die Einsatzkräfte waren gegen 10.30 Uhr zu dem Einsatz alarmiert worden. Wie die Polizei via Twitter vermeldete, brannte es im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Straße "Am Dümel". Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr vor Ort hatte eine Nachbarin den Dachstuhlbrand gemeldet. 

Rund 50 Einsatzkräfte waren damit beschäftigt, den Großbrand zu löschen. Die Drehleitern aus Meschede und Olsberg sowie die Löschgruppen Velmede-Bestwig, Nuttlar und Ostwig kämpfen mit vereinten Kräften gegen das Feuer. Ein Feuerwehrmann sei bei dem Brand verletzt worden, hieß es vor Ort. Nach Kurier-Informationen hatte der Mann über Herz-Kreislaufprobleme geklagt und wurde ins Krankenhaus gebracht. 

Brand in Nuttlar: Haus ist einsturzgefährdet

Wie Einsatzleiter Andreas Schulte berichtete, sei das Haus einsturzgefährdet, ein absoluter Totalschaden. Wie am Einsatzort zu vernehmen war, habe sich eine von insgesamt fünf in dem Haus gemeldeten Personen beim Ausbruch des Feuers im Gebäude befunden, jedoch seien alle Bewohner ohne Verletzungen davongekommen. Die Feuerwehr musste die Haustür aufbrechen, um ins Innere zu gelangen.

Sogar der Bahnverkehr musste zwischenzeitlich unterbrochen werden. Das Mehrfamilienhaus liegt nämlich unmittelbar an der Bahnstrecke. Und zunächst hatte die Feuerwehr die Löschwasserversorgung über die Gleise verlegen müssen. 

Deshalb kam es zeitweise zu "erheblichen Beeinträchtigungen", wie die Bahn via Twitter bekanntgab. Züge aus Warburg endeten und begannen demnach in Brilon-Wald, Züge aus Hagen endeten und begannen in Bestwig. Ein Ersatzverkehr war in Planung, musste aber nicht mehr zum Einsatz kommen. 

Brand in Nuttlar: Bahnverkehr läuft wieder

Gegen 11.25 Uhr vermeldete die Polizei via Twitter, dass die Strecke wieder freigegeben wurde. "In Kürze fahren die Züge wieder auf der geplanten Strecke mit allen Halten", heißt es von der Bahn. Die Feuerwehr hatte in der Zwischenzeit eine andere Lösung für die Wasserversorgung gefunden.

Zunächst hatte die Polizei mitgeteilt, dass die an die Straße "Am Dümel" angrenzende B7 nicht beeinträchtigt sei. Um 12.30 Uhr hieß es dann aber, dass die Straße vorübergehend doch voll gesperrt werden müsse. Sowohl in Richtung Bestwig als auch in Richtung Brilon ging mehr als zwei Stunden lang nichts. Autofahrer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Seit kurz vor 15 Uhr ist die Bundesstraße aber wieder frei. 

Die Polizei hat nach eigenen Angaben mittlerweile ihre Arbeit vor Ort beendet. Die Löscharbeiten der Feuerwehr dauern aber weiterhin an. Wie lange diese noch dauern, ist unklar. Fest steht nach Angaben der Brandschützer allerdings schon, dass es in der Nacht eine Brandwache geben wird. "Brandermittler werden nach den Löscharbeiten die Örtlichkeit untersuchen", kündigt die Polizei via Twitter an.

Aktuell warten die Einsatzkräfte auf einen angeforderten Bagger, der den Dachstuhl weiter absichern soll. Das Haus wird definitiv für längere Zeit nicht mehr bewohnbar sein. Die Bewohner können aber wohl in der Ferienwohnung von Nachbarn unterkommen, wie vor Ort zu hören war. Zudem hätten wichtige Dokumente der Familie gesichert werden können. 

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