„Demenz für Anfänger“

Alzheimer-Gesellschaft Hochsauerland leistet Aufklärung

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Dr. Wilhelm Stuhlmann klärte über das Erkennen der Krankheit und den Verlauf auf. 

Bestwig/Hochsauerland. Was bedeutet Alzheimer für Betroffene und deren Familien? Was ist Alzheimer überhaupt genau und wie zeichnet sich das Krankheitsbild aus? Wie erkenne ich Demenz und kann ich prophylaktisch etwas tun, um vielleicht gar nicht daran zu erkranken? In der gut besuchten Aula des Berufskolleg Bergkloster Bestwig richtete die Alzheimer-Gesellschaft des Hochsauerlandkreises am vergangenen Donnerstag ihre zentrale Informationsveranstaltung zum Welt-Alzheimer-Tag unter anderem nach diesen Fragen aus.

Alzheimer ist eine hirnorganische Krankheit, die nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer (1864 – 1915) benannt wurde. Sie ist durch einen fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten gekennzeichnet und betrifft hauptsächlich Menschen, die in den seltensten Fällen jünger als 60 Jahre sind. In seinem Fachvortrag „Wie erkenne ich Demenz?“ referierte Dr. Wilhelm Stuhlmann, Arzt für Psychiatrie, Neurologie und klinische Geriatrie aus Erkrath, über das Erkennen der Krankheit, ihre Symptome, den fortschreitenden Verlauf sowie Möglichkeiten der Prophylaxe.

"Es gibt keine Demenz ohne Gedächtnisstörung."

„Es gibt keine Demenz ohne Gedächtnisstörung. Im Laufe der Krankheit wird die Gedächtnisstörung stärker und der Betroffene erkennt häufig sein Umfeld nicht mehr, kann Fernsehsendungen nicht mehr verfolgen, findet sich nicht mehr zurecht und kann einfachste Dinge wie beispielsweise den Gang zur Toilette nicht ohne fremde Hilfe erledigen. Demenzkranke brauchen Schutz und Therapie, um in der letzten Lebensphase die Lebensqualität zu verbessern“, so Dr. Stuhlmann. Wichtig sei es zudem, das Gehirn zu trainieren: „Ein gut funktioniertes Gehirn schütz vor Demenz“, so der Experte. Aber nicht nur ein regelmäßiges Gedächtnistraining trage dazu bei, die geistigen als auch kognitiven Fähigkeiten zu stabilisieren. Auch eine entsprechend ausgewogene Ernährung sowie körperliche Aktivitäten und ein bewusst gesunder Lebensstil (kein Übergewicht, nicht zu rauchen und wenig Alkohol) sind eine vorbeugende Therapie, um nicht an Alzheimer zu erkranken.

„Menschen mit Demenz sind nicht wie Kinder, sie sind nur schutzbedürftig.“

Vor allem viele Schüler verfolgten mit großem Interesse die Fachvorträge in der Aula des Bergklosters Bestwig.

„Menschen mit Demenz sind nicht wie Kinder, sie sind nur schutzbedürftig. Demenzkranke brauchen Bindung und Sicherheit, Anerkennung sowie die Berücksichtigung ihrer wesentlichen Grundbedürfnisse,“ lautete das abschließende Fazit des Facharztes.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Alzheimer-Gesellschaft des Hochsauerlandkreises. „Unsere Alzheimer-Gesellschaft gibt es inzwischen seit elf Jahren. Zum elften Mal führen wir diese Veranstaltung mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten durch, um zu informieren und Hilfestellungen zu geben“, erklärte Petra Vollmers-Frevel, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Hochsauerlandkreis.

Neben dem Vortrag von Dr. Stuhlmann wurde auch über Erlebnisse mit Betroffenen und Suchaktionen von Angehörigen berichtet. „Demenz für Anfänger ist ein Thema, das Ältere und auch Schüler anspricht, denn es stellt sich immer wieder die Frage: Wie reagiert man als Fachkraft, als Schüler, als Angehöriger oder auch als Passant wenn man auf Demenzkranke trifft, die auf der Straße nicht mehr weiter wissen?“, so Vollmers-Frevel. Auch der stellvertretende Landrat Ferdi Lenze stellte nach der offiziellen Begrüßung die Wichtigkeit des signifikanten Themas heraus: „Alzheimer hat die Tabuzone verlassen. Die Herausforderung das Krankheitsbild zu meistern wird angenommen. Die Basisarbeit schreitet voran und gibt eine wegweisende Richtung.“

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