Den Wandel gestalten“

Dorfkirche Heringhausen soll flexibel genutzt werden

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Die Kirche soll in Heringhausen sein, aber auch offen für flexible Nutzungen sein, dies wünschen sich viele Heringhausener Bürger.

Heringhausen – Die Kirche soll im Dorf bleiben, darüber waren sich die 50 Teilnehmer des Ideenabends einig. Aber wie gelingt es, das Dorf mehr in die Kirche zu holen und flexibler zu werden, was die Gestaltung und Nutzung des Kirchenraumes angeht? Darüber wurde jetzt engagiert diskutiert. Zu einem Ideenabend rund um die St. Nikolaus-Kirche in Heringhausen hatten Vertreter des Kirchenvorstandes, des Pfarrgemeinderates und des Kirchengemeinderates eingeladen. Der Einladung folgten in erster Linie Heringhauser, aber auch Menschen aus den Nachbargemeinden.

Mittelpunkt des Dorfes ist die St. Nikolaus-Kirche. Wie in vielen anderen Orten ist sie dies noch geografisch, aber nicht mehr im Leben und Erleben der Menschen. Bei den Gottesdiensten verlieren sich die Besucher in einem viel zu groß gewordenen Raum. Ein Gefühl von Gemeinschaft kommt nicht mehr auf. Das Grundproblem der Kirche, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher ständig weiter sinkt, wiegt schwer. Umso wichtiger ist die Frage, wie es gelingen kann, das Dorf, die Menschen wieder neu in die Kirche einzuladen. Wie kann der Raum und das, was darin stattfindet, so gestaltet sein, dass er einerseits Gemeindekirche für Heringhausen bleibt, andererseits aber auch offen ist für flexible Nutzungen.

Viele kreative Ideen

Im Austausch wurden unterschiedliche Positionen deutlich. Es gab viele kreative Ideen. Sie reichten von Möglichkeiten einer eher vorsichtigen Umgestaltung, beispielsweise durch die Reduzierung von Kirchenbänken, bis hin zu Ideen einer grundlegenden Neugestaltung. Vorschläge zur Nutzung des Raumes für andere Veranstaltung oder besondere Gruppen wurden diskutiert. Zu Wort kamen aber auch einzelne, die die Kirche in ihrer jetzigen Form erhalten möchten. In ihrer Biografie ist sie fest verbunden mit Ereignissen und Festen. Ihre Bedenken fließen in die weitere Planung ein, ebenso wie die mehrheitlich geäußerten Ideen einer Veränderung. An dem Abend wurde in den engagierten Gesprächen deutlich, wie hoch die Motivation ist, die Kirche zukunftsfähig zu machen für das Dorf Heringhausen, aber auch darüber hinaus für den Seelsorgebereich Bestwig. „Den Wandel jetzt gestalten, das sind wir unseren Nachkommen schuldig“, so eine der Teilnehmerinnen.

Sakraler Raum und gleichzeitig flexibler Raum der Begegnung

Am Ende der offenen Diskussion, die von Jutta Loke (stellvertretende Geschäftsführerin bei den Gemeindeverbänden) moderiert wurde, stand ein Konsens darüber, dass die Überlegungen zu einer Umgestaltung der Kirche fortgesetzt werden sollen. Entstehen soll ein Raum, der die Würde eines sakralen Raumes hat und gleichzeitig ein flexibler Ort der Begegnung sein kann.

Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Ideen des Abends weiterentwickeln soll. Sie erarbeitet alternative Vorschläge, die dann Interessierten vorgestellt werden, um das Gespräch und den Austausch fortzusetzen. Der Kirchenvorstand der Pfarrei ist seit einigen Jahren mit der Frage einer möglichen Umgestaltung und Sanierung der Kirche befasst.

Jetzt wird das Ergebnis der gemeinsamen Beratungen abgewartet, damit der Bau den Ideen vor Ort folgen kann.


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