„Ein dezentrales Mahnmal“ 

Stolpersteine in Ramsbeck erinnern an jüdische Familie

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95 Prozent der inzwischen 60.000 Stolpersteine in ganz Europa hat Gunter Demnig selbst verlegt. 

Ramsbeck. Ein Zeichen der Erinnerung an die 1942 verstorbene jüdische Familie Marcus setzte der Kölner Künstler Gunter Demnig in Form von fünf sogenannten „Stolpersteinen“ am Montag in Ramsbeck .

Fünf Steine, bündig eingelassen in den Bürgersteig der Heinrich-Lübke-Straße, erinnern ab jetzt an Vergangenes, holen eine Familie direkt vor ihrem ehemaligen Wohnhaus aus der Anonymität zurück. Kleine Gedenktafeln, zehn mal zehn Zentimeter groß, mit abgerundeten Ecken, aus Beton gegossen und mit einer Messingtafel versehen, erinnern an das Schicksal der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suzid getrieben worden sind.

Die fünf Stolpersteine erinnern an die Familie Marcus.

„Die fünf Stolpersteine erinnern an die Familie John Marcus, die bis 1942 in Ramsbeck gelebt hat. Durch den Bergbau ist die Familie in den Ort gekommen. In der Erinnerung liegt eine Kraft für Veränderung. Wer sich zurückerinnert, erfährt eine Hilfe zur richtigen Schlussfolgerung“, so Alfred Braun, der erste Vorsitzende des Fördervereins Sauerländer Besucherbergwerk Ramsbeck, während der Eröffnung. „Ein großer Dank gilt allen zehn Vereinen aus dem Ort sowie der evangelischen und katholischen Kirche, die dazu beigetragen haben, das Projekt Stolpersteine in Bild und Tat zu realisieren.“ 

Dieses Kunstprojekt des Bildhauers Gunter Demnig begann bereits im Jahr 1992 und findet sich inzwischen in vielen europäischen Ländern wieder. Inzwischen gibt es 60.000 Stolpersteine, 95 Prozent davon wurden von Deming selbst verlegt. Wer über die Steine im Vorübergehen schreitet, stolpert nicht im wahrsten Sinnes des Wortes über sie, er soll im Geiste darüber straucheln, kurz innehalten und die Eingravierung lesen, so das Ansinnen des Künstlers.

„Die Stolpersteine sind ein Kunstprojekt und dezentrales Mahnmal der Welt. Sie erinnern an die Familie Marcus, die sich sich durch ihre Hilfsbereitschaft und ihr soziales Engagement hohes Ansehen verschafft hat. Mit diesen fünf Steinen soll ein Stück Dorfgeschichte aufgearbeitet werden“, erklärte Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus vor der Enthüllung der Gedenktafel zu Ehren der jüdischen Familie Marcus.

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