Schule bekommt Zuwachs

Zweite Gruppe im Offenen Ganztag eröffnet in Velmede

Bürgermeister Ralf Péus und Ortsvorsteherin Adelheid Bamfaste (links) informierten sich bei Leiterin Eva Kramkowski über die Arbeit an der Offenen Ganztagsschule in Velmede. Foto: Gemeinde Bestwig

Velmede. Vorfreude auf das neue Schuljahr – so etwas gibt es? Ganz bestimmt – wenn man denn die Offene Ganztagsschule (OGS) an der Velmeder Andreas-Schule besucht. Bereits einige Tage vor Schuljahresbeginn herrscht hier Gewusel und emsiges Treiben. Bürgermeister Ralf Péus und Adelheid Bamfaste, Ortsvorsteherin für Velmede und Bestwig, statteten der OGS jetzt einen Besuch ab.

Und wurden dabei schon von den Jungen und Mädchen, die das OGS-Betreuungsangebot nutzen, erwartet. „Du bist der Bürgermeister?“, wurde Ralf Péus staunend gefragt. Mit dem neuen Schuljahr bekommt die Offene Ganztagsschule „Zuwachs“: Wegen der stetig steigenden Nachfrage öffnet eine zweite Gruppe – einstimmig hatte der Bestwiger Gemeinderat zuvor grünes Licht für die Erweiterung gegeben. 52 Jungen und Mädchen aus dem gesamten Gemeindegebiet werden dann die OGS besuchen. Sie erwartet eine Mischung aus Hausaufgabenbetreuung, Spiel und vielen gemeinsamen Aktivitäten.

Gerade das Spielen ist für OGS-Leiterin Eva Kramkowski von hoher Bedeutung. Neben jeweils einem Spiel-, Kreativ- und Bewegungsraum verfügt die OGS über einen riesigen Außenbereich mit Rutsche, Klettergerüst und Sandkasten. „Es ist wichtig, dass die Kinder ins Spiel finden – das ist Freiheit.“ Zum einen komme die körperliche Aktivität in der Freizeit häufig zu kurz. Und zum anderen fördere Bewegung auch die „Aufnahmefähigkeit“ in der Schule: „Wer ,ausgespielt‘ ist, ist auch bereit, schulische Leistung zu erbringen.“ So leben die Kinder ihren natürlichen Spieltrieb aus –„jenseits von Computer, Fernsehen und Smartphone.“

Seit dem vergangenen Schuljahr gibt es in der OGS zudem ein neues Raumkonzept, das ganz auf die Bedürfnisse der kleinen Besucher zugeschnitten ist. Im Gemeinschaftsraum wird gemeinsam gegessen, danach besteht die Möglichkeit, sich mit Gesellschaftsspielen zu beschäftigen. Puppen- und Leseecke sind durch Raumteiler abgetrennt – „so fühlen sich die Kinder nicht ständig beim Spielen beobachtet.“ Der Spielraum ist mit Bauteppichen und Raumteilern ausgestattet. Hier können die Kinder unter anderem mit Lego, Playmobil und einer großen Kugelbahn spielen.

„Es ist ein Geben und Nehmen“

Malen und Basteln stehen im Kreativraum auf dem Programm. Hier werden vom siebenköpfigen OGS-Team künstlerische Angebote gemacht, um die Kreativität zu fördern. Und im Bewegungsraum können die Jungen und Mädchen körperlich aktiv sein, zum Beispiel Hütten bauen oder die Kletterwand nutzen. Außerdem gibt es eine Verkleideecke.

Von besonderer Bedeutung sind auch die gemeinsamen Mahlzeiten. Neben dem Mittagessen gibt es auch eine Teestunde, die gleichzeitig den Tagesabschluss in der OGS bildet: „So kommen alle Kinder noch einmal zusammen.“ Die Jungen und Mädchen übernehmen Aufgaben füreinander: Der Tisch muss gedeckt werden, Brote werden geschmiert und es muss auch aufgeräumt werden. Eva Kramkowski: „Auf diese Weise erwerben die Kinder soziale Kompetenzen – es ist ein Geben und Nehmen.“

Bei der Hausaufgabenbetreuung unterstützt das Lehrerkollegium der Andreas-Schule die OGS. Gerade für Familien, in denen Deutsch nicht die Muttersprache ist, sei die qualifizierte Hausaufgabenbetreuung wichtig, weiß die OGS-Leiterin. Zudem gibt es spezielle Fördermaßnahmen. Etwa eine halbe Stunde Deutsch als Einzelunterricht: „Ziel ist es, auch fremdsprachlichen Kindern zu ermöglichen, im Unterricht gut mitzukommen.“ Für Bürgermeister Ralf Péus ist dies ein wichtiger Beitrag zur Integration: „Sprache ist hier eine Schlüsselqualifikation – und je eher dabei angesetzt wird, umso besser.“

Adelheid Bamfaste lobt die hervorragende Vernetzung der OGS mit Vereinen und Organisationen im Doppelort. Letztlich werde die Offene Ganztagsschule so zu mehr als nur einem Betreuungsangebot, betont Ralf Péus: „Es ist ein wichtiges Fundament, auf dem sich Kinder zu Persönlichkeiten entwickeln können – und davon profitiert unsere ganze Gemeinde.“

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