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Ein Rückblick: So lief die Eröffnung des neuen A46-Teilstücks

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Die Vertreter aus Politik und Wirtschaft (v. l.: MdB Patrick Sensburg, MdL Matthias Kerckhoff, MdB Carlo Cronenberg, IHK-Präsident Andreas Rother, Landrat Dr. Karl Schneider) erhielten eine Schiefertafel mit den Daten zur Eröffnung.

Das logistische Mammutprojekt A46 hat seinen Höhepunkt erreicht. Nach etwas mehr als zehn Jahren Bauzeit wurde die Bundesautobahn zwischen Velmede und Olsberg am Montagnachmittag in feierlichem Rahmen und mit ganz viel Prominenz offiziell freigegeben.

Velmede/Hochsauerland – „Ich freue mich ganz besonders, dass wir das Teilstück heute endlich freigeben können. Die Arbeit hat jetzt ein Ende. Die Freigabe der A46 ist ein Meilenstein in der Geschichte. die ihren Beginn bereits 2008 mit dem Planfeststellungsverfahren hatte. Ein topografisches Meisterwerk, das mit der Talbrücke Nuttlar die höchste Brücke Nordrhein-Westfalens vorweist und für alle Beteiligten eine logistische Herausforderung darstellte“, so Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin von Straßen.NRW. 

In ihrer Eröffnungsrede hob sie die Meisterleistung aller Akteure hervor, ging auf die gigantischen Herausforderungen in Sachen Brückenbauten, Windlast und Hangabsicherung ein. „Ich bin stolz auf diese Ingenieursleistung. Die Verkehrsfreigabe ist der Schlusspunkt der erfolgreichen Arbeit und hat eine besondere Bedeutung für die Region.“ 

Eröffnung der A46: „Ingenieurskunst vom Allerfeinsten“

Ihren lobenden Worten schloss sich auch Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, an. „Zehn Jahre Bauzeit gehen zu Ende. Das 5,6 Kilometer lange Teilstück beinhaltet Ingenieurskunst vom Allerfeinsten.“ 

Eröffnung der A46: Die offizielle Freigabe in Bildern

Ferlemann hob – genau wie seine Vorrednerin – die logistische Meisterleistung im Hinblick auf den Bau der vier Talbrücken sowie die damit verbundene Hangsicherung im Rahmen des knapp 193 Millionen Euro teuren Gesamtprojekts hervor. Der Parlamentarische Staatssekretär dankte allen Beteiligten für die exzellente Zusammenarbeit und die herausragende Umsetzung und erklärte im Bezug auf den Naturschutz: „Auch wenn ich weiß, dass wir erheblich in die Natur eingegriffen haben. Es sind umfangreiche Ausgleichmaßnahmen geschaffen worden. Wir haben der Natur alles zurückgegeben. Ich wünsche allen Autofahrern allzeit unfallfreie Fahrt auf der neuen Autobahn.“ 

Bau der B7n nach Brilon soll schnell folgen

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst begann seine Ansprache mit einem Augenzwinkern: „Ich habe Sie gerade alle fotografiert. Wenn die Straßenbaugegner mal wieder zu laut werden und ich Unterstützung benötige, werde ich diese Bilder zeigen“, sagte er zu den zahlreichen Schaulustigen vor Ort. Wüst erinnerte weiter an die Wichtigkeit des neuen Abschnitts: „Der Verkehr wird immer mehr, es gibt immer mehr Pendler. Daher müssen wir der Bevölkerung eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur bereitstellen.“ 

Der Verkehrsminister unterstrich, dass es von der Idee über die Planung, bis hin zu Genehmigung und eventueller Klagen zügiger gehen muss, damit Projekte keine 40 Jahre dauern dürfen. Darüberhinaus gab er einen Ausblick hinsichtlich B7n in Richtung Brilon, der Bau solle schnell erfolgen, die Planer seien kräftig dabei die richtigen Wege zu finden und entsprechende Ausgleichsmaßnahmen für Natur- und Umweltschutz mit einzubeziehen. 

„Bestwig wird Ruf als ‚Stau-Gemeinde‘ verlieren“

Nicht weniger begeistert über das Mammutprojekt zeigte sich schließlich auch Landrat Dr. Karl Schneider, der gleichzeitig davon sprach in die Zukunft zu schauen, damit die Anbindung in Antfeld und Altenbüren vorankäme. „Ich weiß, dass möglicherweise auf Antfeld und Altenbüren jetzt jede Menge zukommt. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und zusammen dafür sorgen, dass es weiter geht.“ 

Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus sprach in seinem Grußwort von einem „historischen Tag für die Gemeinde Bestwig“. Bedingt durch die Eröffnung der A46 würde es zu der lang ersehnten Verkehrsentlastung zwischen Velmede und Nuttlar kommen. „Bestwig wird so seinen Ruf als „Stau-Gemeinde“ verlieren“. 

Eröffnung der A46: Gegen 16.20 Uhr durften alle auf die Strecke

Die offizielle Freigabe nach etwas mehr als zehn Jahren Bauzeit - inklusive einer ökumenischen Einsegnung durch den katholischen Pfarrer Michael Schmidt und seinen evangelischen Kollegen Burkhard Krieger - lockte aber nicht nur viele Vertreter aus Politik und Verwaltung auf das neue Teilstück. Auch rund 1000 interessierte Besucher hatten es sich nicht nehmen lassen, dem Festakt beizuwohnen und anschließend ihre persönliche „Jungfernfahrt“ auf der A46 zu unternehmen. 

Nachdem die Besucher der Eröffnungszeremonie alle bis zur Abfahrt nach Olsberg gefahren waren, erfolgte die abschließende Streckenreinigung und -kontrolle durch Straßen.NRW und Polizei. Gegen 16.20 Uhr erfolgte dann der historische Moment: Der neue Abschnitt wurde offiziell geöffnet, sodass alle Autofahrer ihn erstmals nutzen konnten. Bei der offiziellen Feierstunde zur Eröffnung in der Schützenhalle in Nuttlar stießen viele geladene Gäste und Besucher auf das neue A46-Teilstück an. 

Eröffnung der A46: Fotos von der Feier in der Schützenhalle Nuttlar

Zahlen, Daten und Fakten zum neuen Teilstück

  • Kosten: 192,6 Millionen Euro 
  • Bau: 5,6 Kilometer Autobahn A46; 2,8 Kilometer Zubringer B480n 
  • Planfeststellungsverfahren 2008, erster Spatenstich 2009 
  • Die Fundamente der Brücke Nuttlar haben Abmessungen von bis zu 14 mal 28 Metern und vier Metern Höhe 
  • Zwei PWC-Anlagen (Parkplatz mit WC) bieten jeweils ca. 40 Stellplätze 
  • Zwölf Kilometer Wildkatzenschutzzaun wurden entlang der Strecke gesetzt 

Eröffnung der A46: Die „Jungfernfahrt“ im Video

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