Vor 40 Jahren: Velmeder entwirft Aufkleber für Bestwig

Etwas, das haften bleibt

Auch sie feiern Geburtstag: Gemeinsam mit der Gemeinde werden die Aufkleber des Fremdenverkehrsausschusses (Mitte) und von Horst Humpert 40 Jahre alt. Foto: dg/ll

Kreativ, witzig, ungewöhnlich, bunt oder auch mal ganz anders – diese Eigenschaften wünschen sich die Organisatoren von den eingereichten Motiven beim 1. Bestwiger Sparkassen-Fotomarathon anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Gemeinde Bestwig (Kurier berichtete). Kreativ? Witzig? Ungewöhnlich? Das rief unseren Leser Horst Humpert auf den Plan.

„Da war doch was, vor 40 Jahren“, erinnerte sich das Velmeder Urgestein an eine vermeintlich originelle Aktion, mit der der Fremdenverkehrsausschuss Einheimische und Touristen im Rahmen der kommunalen Neugliederung 1975 auf die neue Gemeinde Bestwig aufmerksam machen wollte. Fünffarbige, bunte Autoaufkleber mit dem Slogan „entdecke und erlebe Bestwig“ sollten für die Region werben.

Dieser Vorstoß animierte den lebenslustigen, heute 75-Jährigen, kreativ tätig zu werden. Augenzwinkernd entwarf der Velmeder nach dem Bestwiger Vorbild eigene, mit Tusche handgemalte Aufkleber, die einen humorvollen und teils satirischen Blick auf die zahlreichen „Attraktionen“ der Gemeinde warfen. Unter anderem nahm er das einprägsame „Wahrzeichen“, die Brandruine des Sauerländer Hofes im Ortskern (heute Volksbank-Gebäude) aufs Korn, die damals ein Raub der Flammen wurde und über mehrere Monate das Gesicht der Gemeinde verschandelte. Horst Humpert veröffentlichte seinen Aufkleber zusammen mit einem Kurzbericht in der Tageszeitung und wollte damit nach eigenen Angaben „zur Beschleunigung der Planung und Baumaßnahme in humorvoller Form beitragen“.

Auch die kommunale Neugliederung, die dafür sorgte, dass das damalige Amt Bestwig aufgelöst und die bis dahin selbständigen Gemeinden zusammengeschlossen wurden, nahm der einfallsreiche Velmeder auf die Schippe. Mit einem Aufkleber wies er darauf hin, dass der Ort Bestwig mit knapp 1.300 Einwohnern kleiner ist als Ramsbeck, Nuttlar oder Velmede, das mit rund 3.200 Einwohnern eigentlich der „größte Teil von Bestwig ist“. Insgesamt brachte Humpert eine Auflage von 500 Stück dieser selbstentworfenen Aufkleber heraus, die – dieses Mal ebenfalls in Farbe – innerhalb weniger Wochen vergriffen waren. Bei manchem „Ureinwohner“ in Velmede genießt das Sammlerstück auch heute noch regelrechten Kultstatus.

Und auch in der Gemeinde Bestwig können sie über die Aktion von damals herzhaft lachen. Denn schließlich war die Idee kreativ, witzig, ungewöhnlich und bunt – eben ganz so, wie sich die Bestwiger die Bilder für ihren Fotomarathon im Rahmen des Gastgartens an diesem Wochenende wünschen. (Von Lars Lenneper, l.lenneper@sauerlandkurier.de)

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