„Das Thema beschäftigt uns schon so lange wie die Autobahn“

Frischer Wind für L776n: Rat Bestwig stimmt einstimmig für Baumaßname

L776 Rat Bestwig Baumaßnahme
+
Mit einem Antrag zur L776 trat jetzt die CDU-Fraktion an den Rat der Gemeinde Bestwig heran.

Mit einem Antrag zur L776 trat jetzt die CDU-Fraktion an den Rat der Gemeinde Bestwig heran. Die Baumaßnahme hinsichtlich L776 soll nicht bereits von Ruthen aus kommend am Evenkopf, sondern erst auf der Geraden hinter der „Forsthauskurve“ beginnen. Neben erheblichen Kosteneinsparungen ermöglicht die Trassenvariante, die von Rudolf Heinemann und Markus Sommer (beide aus Nuttlar) erarbeitet wurde, zudem den Erhalt des denkmalgeschützten, ehemaligen Forsthauses.

Bestwig – „Das Thema beschäftigt uns schon so lange wie die Autobahn. Die L776n sollte gleichzeitig mit der A46 fertiggestellt sein“, so Ortsvorsteher Markus Sommer.

„Bereits 2009 sind die Bagger für die Autobahn gekommen, das Planfeststellungsverfahren hatte aber noch nicht begonnen.“

Welche Vorteile gibt es?

Mit ihrer Idee stellen sich folgende Vorteile dar:

  • Verzicht auf eine rund 800 m Ausbaustrecke vom Evenkopf zum Rocken.
  • Verzicht auf das Bauwerk Großbrücke Eidmecketal (Länge 50 m, Höhe über Tal 7,70 m).
  • Verzicht auf den Abriss des denkmalgeschützten ehemaligen Forsthauses.
  • Verzicht auf die Umlegung eines Wirtschaftsweges.

Zielsetzungen werden erreicht

Gleichzeitig werden die Zielsetzungen aus dem Erläuterungsbericht zum Planfeststellungsverfahren mit dieser Umplanung weiterhin im vollen Umfang erreicht:

  • Entlastung des Ortes Nuttlar.
  • Optimierung einer Nord-Südachse im Straßennetz für den regionalen und überregionalen Verkehr.
  • Schnellstmögliche Verknüpfung der L776 an die Autobahn A46.

Bereits am 18. November 2019 sei man mit dem Vorschlag während der Eröffnung der A46 an Straßen NRW herangetreten, jedoch ohne die entsprechende Resonanz. Das Planfeststellungsverfahren L776, das am 18. Dezember 2013 mit sehr großer Verzögerung eingeleitet wurde, hatte nach der öffentlichen Auslage vom 8. Januar bis 7. Februar 2014 zur Folge, dass Einwendungen erhoben wurden. „Die Einwendungen sind bei der Bezirksregierung ausgewiesen. Seit über sieben Jahren sind sie vom Landesbetrieb Straßen NRW nicht bearbeitet worden. Im Planfeststellungsverfahren ist bisher nichts passiert“, ergänzte der ehemalige, stellvertretende Landrat Rudolf Heinemann.

„Das ist eine revolutionäre Idee“

Stattdessen habe Straßen NRW damals mitgeteilt, dass aufgrund von Planungskapazitäten das Bauvorhaben ruhe. Die A46 ist zwischenzeitlich längst in Betrieb genommen worden und der Verkehr durch den Ort Nuttlar hat wie erwartet zugenommen. Mit dem Antrag will die CDU-Fraktion nun frischen Wind in das ruhende Verfahren bringen, dafür sorgen, dass durch den neuen Trassenverlauf das unter Denkmalschutz stehende Forsthaus nicht abgerissen werden muss. „Das ist eine revolutionäre Idee, alle Kriterien sind verknüpft. Unser Ziel ist es, dass das Verfahren vom Landesbetrieb wieder aufgenommen wird. Für Nuttlar ist das von enormer Bedeutung, denn der Ort soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden“, so die beiden Initiatoren.

Auf der Ratssitzung wurde der Vorschlag der CDU-Fraktion am Mittwochabend einstimmig beschlossen mit der zusätzlichen Erweiterung der SPD, Verkehrsminister Hendrik Wüst miteinzubeziehen. „Es gibt in Nuttlar wohl keinen Autofahrer, der auf der Rüthener Straße eine Vollbremsung machen musste. Das starke Verkehrsaufkommen, die massive Lärmbelästigung sowie das enorme Gefahrenpotential für Fahrer und Fußgänger muss verringert werden. Man darf nicht erst reagieren, wenn das erste Kind verunglückt ist“, so Michael Menke von der SPD.

Rat richtet Bitte an Landesbetrieb

Der Rat richtet nun die dringende Bitte an den Landesbetrieb, im Deckblattverfahren schnellstmöglich eine Umplanung vorzunehmen, einen Erörterungstermin folgen zu lassen, um damit den Planfeststellungsbeschluss zu erreichen und die Baumaßnahme L776n durchzuführen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare