Ramsbecker wird Nachwuchs-Torwarttrainer bei Zweitligist SC Paderborn

„Für mich wird ein Traum wahr“

Alexander Becker (hinten) in seinem Element: Statt wie hier bei Valmetal hält er bald die Keeper in Paderborn auf Trab.

Als der FC Schalke 04 Anfang Juni die Verpflichtung von Andre Breitenreiter als neuem Chefcoach bekannt gab, wird der Ramsbecker Alexander Becker diese Nachricht möglicherweise ähnlich erstaunt zur Kenntnis genommen haben wie viele Millionen Fußballfans in ganz Deutschland auch. Dass diese Personalie aber unmittelbare Auswirkungen auf ihn selbst haben und der Grundstein für sein persönliches Fußballmärchen sein sollte, davon ahnte der 29-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Hospitationen bei Torwarttrainern von Bundesligavereinen hatte Alexander Becker bis zu dieser Meldung schon so einige hinter sich gebracht: neben einer mehrtägigen Stippvisite bei den Zweitligisten Greuther Fürth (Kurier berichtete) und VfL Bochum führte ihn sein Weg im November vergangenen Jahres auch zum damaligen Erstligaclub SC Paderborn.

Hier durfte der ehemalige Keeper des TuS Valmetal für insgesamt drei Wochen in die Trainingsarbeit im Nachwuchsleistungszentrum hereinschnuppern und dem Torwarttrainer des U17 bis U23 Bereichs, Nico Burchert, genau auf die Finger schauen. Dabei muss der zu diesem Zeitpunkt noch in Diensten des SV Brilon stehende 29-Jährige durchaus überzeugt haben, da sich der ehemalige Bundesligakeeper Burchert zu einem Gegenbesuch in Brilon im März dieses Jahres entschloss. Hier beobachtete er Beckers Training gleich in zwei unterschiedlichen Einheiten – einmal im Junioren- und einmal im Seniorenbereich. „Das Feedback war überwiegend erfreulich. Insbesondere über meine klaren Ansagen und das Einbringen eigener Ideen in die Trainingsmethoden hat Nico sich im Gespräch nachher lobend geäußert.“

Die Einheit mit dem Ex-Profi sollte aber nicht nur Alexander Becker als sehr positiv im Gedächtnis behalten – denn im Juni klingelte plötzlich das Handy des gebürtigen Ramsbeckers, der mittlerweile in Hüsten wohnt. Am anderen Ende der Leitung war Nico Burchert, der den Sauerländer zu einem Sondierungsgespräch nach Paderborn bat.

Schalke bringt dem Dortmund-Fan Glück

SCP-Coach Andre Breitenreiter hatte den Verein gerade Richtung Schalke verlassen und auch seinen Torwarttrainer Simon Henzler mitgenommen. Dadurch rückte Nico Burchert vom U-Bereich zu den Profis auf und durch weitere personelle Verschiebungen wurde plötzlich eine Planstelle im U14- bis U16-Bereich des Clubs frei. Und hierfür sah der SCP nun Alexander Becker vor. Dass er einmal von einer Personalentscheidung des FC Schalke 04 profitieren würde, damit hatte der eingefleischte BVB-Fan wohl selbst am Wenigsten gerechnet.

Nach weiteren Gesprächen, unter anderem mit dem Sportlichen Leiter der Nachwuchsabteilung und dem Abklopfen der gegenseitigen Vertragsvorstellungen erhielt der 29-Jährige kürzlich die endgültige Zusage. „Dass ich wirklich die einmalige Chance bekomme, im Nachwuchsleistungszentrum eines Profifußballvereins zu arbeiten, kann ich immer noch nicht so recht glauben“, erklärt Alexander Becker.

Die ersten Einheiten hat der Sauerländer mit dem Nachwuchs des SCP auch schon hinter sich. Dreimal die Woche muss Becker künftig nach Paderborn pendeln. Er hat in den Bereichen U14 bis U16 insgesamt sechs Torhütertalente unter seinen Fittichen, die er vom Niveau her in etwa auf dem eines A-Liga-Seniorenkeepers ansiedeln würde. Zudem muss er die Jungs neben dem wöchentlichen Training auch jeweils zweimal pro Halbserie in Meisterschaftspielen beobachten.

Ambitionen, es irgendwann ebenfalls mal in den Profikader zu schaffen, hat Alexander Becker nicht – momentan zumindest. „Ich werde jetzt erstmal die Zeit genießen und so viel wie möglich daraus mitnehmen. Für mich wird in Paderborn ein Traum wahr.“ (Von Lars Lenneper, l.lenneper@sauerlandkurier.de)

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