Maßnahmen gegen "böses Erwachen"

HSW gibt Tipps gegen Verkeimung von Wasserleitungen

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HSW empfiehlt Leitungen auch in nicht genutzten Gebäuden zu durchspülen.

Bestwig – Lebensmittel sollten frisch sein - diese Erwartung haben wohl alle Verbraucher an das, was bei ihnen in Einkaufskorb, Kühlschrank oder Vorratskammer liegt. Das “Lebensmittel Nr. 1” ist bekanntlich Trinkwasser. Dafür, dass es frisch und in bestmöglicher Qualität aus dem Wasserhahn strömt, gilt es in Coronazeiten einige Regeln zu beachten – vor allem für Eigentümer und Verantwortliche von Gebäuden, die zeitweise nicht genutzt werden.

Ob Schulen oder Kindergärten, Hotels, Gaststätten, Sporthallen und -heime, Fitness-Studios oder Geschäfte - zahlreiche Einrichtungen sind geschlossen oder laufen nur "auf Sparflamme". In solchen Situationen steht auch die Trinkwasser-Abnahme still. Und das bringt auf kurz oder lang ein Risiko mit sich, weiß Robert Dietrich, Technischer Geschäftsführer der Hochsauerlandwasser GmbH (HSW): „Wenn in Gebäuden das Trinkwasser zu lange in den Trinkwasser-Hausinstallationen steht, können sich Keime bilden, die dann eine Gefahr für die Gesundheit darstellen.” 

Wohl niemand käme auf die Idee, Wurst, Käse oder andere verderbliche Lebensmittel über Wochen im Kühlschrank oder in der Speisekammer zu lagern – Robert Dietrich: „Und genau dieser Grundsatz gilt auch für das Trinkwasser.”

"Regelmäßige Durchspülung ist der beste Schutz"

Auch das Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreis hat bereits auf dieses Problem hingewiesen: “Stagniert Wasser in der Leitung, kann es Inhaltsstoffe des Materials der Leitungsrohre aufnehmen.“ Nach etwas längerer Zeit kann sich sogar die Qualität des Trinkwassers negativ verändern. Das Kreisgesundheitsamt bittet daher, auch in Zeiten der Schließung von Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen sicherzustellen, dass Trinkwasser in den Leitungen regelmäßig an allen Entnahmestellen abgenommen wird. Robert Dietrich: „Wenn eine regelmäßige Durchspülung von Hausinstallationen stattfindet, ist das der beste Schutz vor Verkeimung – insbesondere dann, wenn größere Gebäude mit einem verzweigten Leitungsnetz nicht genutzt werden.“

Deshalb empfiehlt der „Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.“ (DVGW), „das Trinkwasser in der Anlage mindestens alle sieben Tage, besser alle drei Tage, vollständig auszutauschen.“ Dies könne durch regelmäßiges Öffnen aller Wasserhähne erfolgen. Wichtig dabei: An Wasserhähnen müssen sowohl der Kalt- wie auch der Warmwasseranschluss gespült werden, um einen technisch und hygienisch einwandfreien Zustand der Trinkwasser-Installation sicherzustellen.

Das Fazit von Robert Dietrich: Die Coronakrise beutele ohnehin die komplette Wirtschaft - um nicht plötzlich auch bei der nächsten Routine-Untersuchung ein „böses Erwachen“ zu erleben, empfehle es sich, auf einen regelmäßigen Wasseraustausch in häuslichen Wasserleitungen zu achten. Robert Dietrich: „Der Aufwand ist - auch finanziell - minimal. Und er steht in keinem Verhältnis zu den Folgen, die eine Verkeimung mit sich bringen kann.“ 

Mehr Infos rund um das Trinkwasser finden Interessierte unter www.hochsauerlandwasser.de

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