Bergwerktauchen in 3-D

Global Underwater Explorers vermessen den Schieferbau Nuttlar

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Die Global Underwater Explorers, 17 Höhlentaucher aus aller Welt, forschen momentan im Nuttlarer Bergwerk, um eine dreidimensionale Karte für Taucher zu erstellen. 

Nuttlar. Eine dreidimensionale Welt unter Tage, eine Karte, die alles genau aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und das längst Vergangene sichtbar macht. Das ist das Ziel der Global Underwater Explorers im Schieferbau Nuttlar mit ihrem „GUE Project Nuttlar“. Die Global Underwater Explorers, kurz GUE, forschen inzwischen zum vierten Mal im Nuttlarer Bergwerk in der Unterwasserwelt.

17 Höhlentaucher aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Polen, der Schweiz und Amerika vermessen die kilometerlangen Gänge im Bergwerk, verleinen die Mine an Stellen, an denen bisher noch niemand war, fotografieren und katalogisieren, um aus allen Dateien und Aufzeichnungen erstmalig eine dreidimensionale Karte zu erstellen.

„Ziel des internationalen Teams ist es, eine genaue Karte zu erstellen, die es Tauchern vorab ermöglicht, ihre Tauchgänge virtuell planen zu können. Die vorherigen Bergwerkskarten sind aufgrund der Schieferschichten diagonal und somit kann niemand etwas damit anfangen. Mit den neuen Karten bieten wir ein Höchstmaß an Sicherheit für die Taucher“, so Maren Isigkeit vom GUE Project Nuttlar. Vier Tage lang sind die Höhlentaucher nun in sieben Teams jeweils einmal am Tag drei bis vier Stunden oder sogar zweimal am Tag für eineinhalb bis zwei Stunden in den langen Gängen unter Wasser am Arbeiten.

„Taucher aus Leidenschaft“

Ihre komplexe Ausbildung ermöglicht es den Tauchern aus Leidenschaft, gleichzeitig das Bergwerk zu vermessen, die alten Loren und Gegenstände der Bergleute zu begutachten oder auch in Ozeanen Wracks zu erkunden und Korallen zu spezifizieren. Das einzigartige Projekt der GUE ist 1999 aus dem Wunsch einer kleinen Gruppe von Tauchern mit hochwertiger Tauchausbildung entstanden, die Unterwasserwelt zu erforschen, zu schützen und sichtbar zu machen. Inzwischen arbeiten die GUE Höhlentaucher weltweit an fast 40 unterschiedlichen Projekten. Herausragende Dokumentationen, beispielsweise über die Entdeckung des schwedischen Kriegsschiffs Mars aus dem 16. Jahrhundert oder dem jüngsten Fund eines 12.000 Jahre alten Skeletts im mexikanischen Hoyo Negro Höhlensystem, sind daraus entstanden .

„In der Kooperation mit GUE konnten wir das Tauchen erheblich sicherer machen und einen besonderen Support geben. Der hohe Sicherheitsaspekt hat viele Stammgäste aus ganz Europa, insbesondere aus Skandinavien, Osteuropa aber auch aus den südlichen Ländern und sogar aus Amerika nach Nuttlar gelockt. Inzwischen zählt das Bergwerktauchen im Schieferbau Nuttlar zu den 50 besten Tauchplätzen weltweit. Allein von April bis November hat das der Gemeinde Bestwig im Jahr 2016 mehr als 1.000 Übernachtungen gebracht“, so Matthias Richter, Inhaber der Tauchschule Sorpesee.

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