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"Grand Dame" im Fachwerkgewand

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Ein Bilddokument aus dem Jahr 1912. Gerade war die Ostwiger Schützenhalle fertiggestellt worden.
Ein Bilddokument aus dem Jahr 1912. Gerade war die Ostwiger Schützenhalle fertiggestellt worden.

Als die St. Antonius-Schützenbruderschaft Ostwig im Jahre 1873 gegründet wurde, besaßen die Schützenbrüder keine Schützenhalle. Die Schützenfeste wurden jahrelang in einem Lakenzelt auf "Ommes Wiese" (Heikenfeld, Hauptstraße) gefeiert. Erst 1912, vor 100 Jahren, entstand mit der Halle ein festes Dach über dem Kopf.

Die Schützenfeste unterm Lakenzelt hatten jedoch der ganzen Dorfgemeinschaft große Freude bereitet, wie beim Blick in die Chronik zu entnehmen ist. Bereits das vorherige Aufziehen des Zelttuches auf das Balkengerüst durch die Schützenbrüder waren auch für die Kinder frohe Stunden, auf die sie sich bereits Wochen zuvor freuten.

Es ist weiter bekannt, dass sich mehrere Jahre während des Schützenfestes durch Regengüsse Wasserbeulen auf dem Lakenzelt bildeten, die von starken Schützenbrüdern des Vorstandes mit schweren Holzstangen abgestoßen wurden. "Die draußen Unterstehenden bekamen dann eine kalte Dusche, die mit unfreiwilliger Freude aufgenommen wurde", wie Dr. Paul Heinz Liese, erster Brudermeister der Ostwiger Schützen, aus den Chroniken zu berichten weiß. Nach schwierigen Verhandlungen in den Jahren 1909 bis 1911 wurde das Grundstück gegenüber der alten Schule erworben. Als Eigentümer ist die Schützengesellschaft im Grundbuch beim Königlichen Amtsgericht in Meschede am 8. Juli 1911 eingetragen worden. Der Bau der Halle wurde in der Generalversammlung am 3. September 1911 beschlossen und der Gesamtvorstand unter Schützenhauptmann Anton Knippschild mit weiteren neun Schützenbrüdern als Baukomitee mit den Vorbereitungen beauftragt.

Erstes Schützenfest 1912 in neuer Halle

Das erste Schützenfest in der neuen Halle konnte um den Antonius-Tag, dem 13. Juli 1912, gefeiert werden. Schon damals wurden Teile der Schützenhalle den örtlichen Vereinen nach Bedarf zur Verfügung gestellt. So ist es bis heute geblieben. Liese: "Der berechtigte Stolz auf unsere Schützenhalle, die Identifikation der Ostwiger mit diesem Gebäude, hat sich über die Jahrzehnte manifestiert. Die Ostwiger haben die ,Grande Dame´ in ihrem einzigartigen Fachwerkgewand lieb gewonnen." 100 Jahre Ostwiger Schützenhalle werden am 23. September groß gefeiert. Der Tag beginnt mit einem Frühschoppenkonzert und wird mit einem historischen Nachmittag fortgesetzt.

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