Märchenhaftes Bühnenabenteuer mit Hänsel und Gretel

Sieben Aufführungen am Berufskolleg Bestwig zu sehen

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Tanz der Angst: Die Kinder aus den Grundschulen in Velmede, Nuttlar und Ramsbeck proben für den Tanz der Angst, die hinter den Bäumen hervorlugt.

Bestwig. Am Berufskolleg Bergkloster Bestwig wird ab der Premiere am Samstag, 18. Februar, das Märchen von Hänsel und Gretel aufgeführt. Bis Dienstagnachmittag gibt es insgesamt sieben Aufführungen. Entstanden ist die Inszenierung innerhalb einer Projektwoche. Seit Montag wurden am Berufskolleg eifrig Rollen geübt, Tänze einstudiert, Kulissen gestaltet, Kostüme kreiert, Musik arrangiert und sogar mehrere Merchandising-Produkte erstellt. Etwa ein nach dem Text liebevoll gestaltetes Malbuch, das die Besucher der sieben Aufführungen käuflich erwerben können. So kommt wieder Geld in die Märchenkasse.

Ramona Koch aus der Oberstufe der Erzieherinnen-Ausbildung staunt, was innerhalb dieser fünf Tage entstanden ist. Sie gehörte zu der Gruppe, die die Kulisse erstellte. 2016 machte Ramona zum ersten Mal mit. „Damals konnte ich mir am Dienstag noch nicht so recht vorstellen, dass bis Samstag alles fertig wird“, gibt sie zu. Auch das gehört zu den wichtigen Lerneffekten dieser Woche. „Ich selbst hatte auch meine Zweifel daran, dass so ein Projekt innerhalb dieser Zeit realisierbar ist“, erinnert sich Fachlehrerin und Organisatorin Anke Martini an die erste Aufführung vor 23 Jahren. Sie selbst schreibt mit ihrem Mann während der Sommerferien immer den Text der Gebrüder Grimm für das nächste Märchenprojekt um. 

Außer den musikalischen Arrangements entsteht dann alles andere innerhalb der Projektwoche: „Offenbar setzt die Anspannung, in wenigen Tagen fertig werden zu müssen, besondere Kräfte frei.“ Das solle die Auszubildenden ermutigen, ähnliche Projekte später auch in ihren Einsatzbereichen auszuprobieren. Und nebenbei lernen die Schüler auch ganz praktische Dinge.

Unter anderem die Bedeutung der Fernwirkung. „Denn bei der Kulisse darf man sich nicht in Kleinigkeiten verlieren, die man aus größerem Abstand nicht mehr erkennen kann“, erläutert Kunstlehrerin Stephanie Schulte. „Die Bäume, die wir für die Kulisse gemalt und ausgeschnitten haben, hatten wir deshalb erst einmal auf der Bühne ausgemessen, während andere vom hinteren Ende der Aula sagten, ob sie groß genug sind“, beschreibt Oberstufenschüler Robin Fustmann das Vorgehen. So fügten sich nach und nach alle Ergebnisse der sieben Untergruppen zu einem Gesamtbild zusammen. Vormittags übten die Darsteller auf der Bühne – anfangs noch mit ihren Textkopien in der Hand.

Aufführungen bis Dienstag

Sie diskutieren, wer wo auf der Bühne steht, um später auch improvisierend, frei mit den Zuschauerkindern, sprechen zu können. Nachmittags kamen die Kinder aus den Kindergärten und Schulen zu den Proben für die Tänze. Die auszubildenden Gestaltungstechnischen Assistenten halfen bei der Umsetzung von Programmen und Ausmalbuch. Auch das Orchester und der Chor übten eifrig. Insgesamt sind rund 100 Auszubildende einschließlich einiger ehemaliger Schüler und ebenso viele Kinder beteiligt. So dürfen sich die Besucher wieder auf eine aufwändige Inszenierung freuen. Und Anke Martini versichert: „Obwohl das Märchen zu den traurigen gehört, gibt es viel zu lachen.“ Dafür sorgt unter anderem der in ihrem letzten Sommerurlaub hinzugedichtete Zottel-Trottelbär.

Weitere Aufführungen gibt es am Sonntag, 19. Februar, um 14.30 Uhr und 17 Uhr sowie am Montag und Dienstag, 20. und 21. Februar, um 14.30 Uhr. Für die Vorstellungen am Montag- und Dienstagvormittag sind bereits alle Plätze reserviert. Der Eintritt ist frei. Besonders Gruppen werden um eine Anmeldung beim Schulsekretariat unter Tel. 0 29 04/80 81 74 gebeten. Weitere Informationen hier.

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