Heimat und Herzen bewegt

Bestwiger Bürger stehen beim Neujahrsempfang im Mittelpunkt

Bunt kostümiert blickten die Verantwortlichen auf die Öffnung der Veleda-Höhle zurück.

Dass eine Gemeinde sich vor allem durch ihre Menschen hervorhebt, die in ihr leben und sich beruflich als auch ehrenamtlich engagieren, um zu helfen und ihre Heimat zukunftsfähig zu machen, das zog sich am vergangenen Freitagabend wie ein roter Faden durch den Neujahrsempfang im Bestwiger Rathaus.

Neben dem Jahresrückblick auf 2015 (Kurier berichtete), standen vor allem Interviews mit engagierten Bürgern im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der 450 Gäste im großen Bürgersaal erschienen waren. „2015 war das Jahr der großen Herausforderungen. Mehr als eine Millionen Menschen haben Zuflucht in der Bundesrepublik Deutschland gesucht, 273 davon aus 21 verschiedenen Nationen in der Gemeinde Bestwig“, blickte Ralf Péus, Bürgermeister der Gemeinde Bestwig, zurück. Eine Prognose, wie es weitergeht, fällt indes schwer: „Keiner kann sagen, wie die Entwicklung weitergeht, wann sich die Lage entspannen wird. Wir stoßen langsam an unsere Grenzen. Und trotzdem können wir stolz darauf sein, dass sich Deutschland im Allgemeinen und die Gemeine Bestwig im Speziellen derart gastfreundlich und hilfsbereit präsentieren.“

Und dass es Bürger der Gemeinde sind, die ihre Ortschaften repräsentieren und nach vorne bringen, wurde an vielen Stellen deutlich. Neben der erneuten Auszeichnung des 53 Kilometer langen Bestwiger Panoramawegs, dem Schlemmen und Fasten mit Pater Werner sowie der Brandschutzerziehung im Demo-Haus stand die Eröffnung der Veleda-Höhle im Fokus der fast dreistündigen Veranstaltung.

Döner-Geste und Senioren-WG

Michael und Franz Stratmann von der Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig blickten im Interview erneut auf das Leader-Projekt „Öffnung der Veleda-Höhle“ zurück. „Mit der Eröffnung wurde ein Traum von uns verwirklicht. Wir haben früher schon immer als Kinder in der Höhle gespielt. Fünf bis sechs Jahre intensive Arbeit haben sich mehr als gelohnt“, so Michael Stratmann.

Aber nicht nur die Eröffnung der Höhle stellt seitdem eine Bereicherung für die Gemeinde dar. Auch Dönermann Hüseyin Yusuf, der monatelang durch seine Großherzigkeit für Schlagzeilen sorgte, setzte Akzente. Ein kleiner Zettel an der Ladentheke, bei Facebook veröffentlicht, löste einen wahren Hype um den hilfsbereiten Mann aus. „Wenn Sie Hunger haben, können Sie hier gerne essen und später bezahlen. Wenn Sie mal nicht bezahlen können, dann ist das nicht schlimm, denn niemand soll hungern müssen“, steht darauf. Mit seinem Zettel rührte und begeisterte Hüseyin Yusuf Menschen weltweit. „Mit so einer Reaktion hätte ich nie gerechnet. Manche kreideten mir das anfangs als PR-Gag an. Doch ich gebe Essen an Bedürftige, weil ich das Gute im Menschen sehe“, so der wohl beliebteste Dönerladenbesitzer Deutschlands.

"Die Leute hier haben ein gutes Herz"

Das Gute im Menschen sieht auch Schwester Maria Martha Horstschräer, die im Frühjahr in den Provinzrat für die Europäische Provinz der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel gewählt wurde, und sich lobend über die neue Senioren-WG sowie die vielfältigen Angebote des Bergklosters äußerte.

Im anschließenden Interview mit Claudia Schmitten (Leiterin des Bürgeramtes), Roswitha Tomé (Caritas Ramsbeck), Dieter Schwermer (Caritas Ostwig) und Schwester Maria Simone Hellbach (unterrichtet ehrenamtlich Deutsch) berichteten Sinanda Selmani aus Serbien und Yeranuhi Harutyan aus Armenien überaus positiv über die Flüchtlingshilfe in der Gemeinde Bestwig. „Deutschland ist ein sehr gutes Land, hier gibt es Ordnung. Die Leute hier haben ein gutes Herz. Ich habe innerhalb nur weniger Monate Deutsch gelernt“, äußerte sich Sinanda Selmani. Und Yeranuhi Harutyan ergänzte: „Ich möchte gerne hier bleiben und arbeiten, die Menschen noch näher kennenlernen.“

Umrahmt wurde der Abend von Marie Rinschen (Gesang) und Hannah Fuchs (Klavier) sowie Gerd Normann (Comedy).

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