Stimmungsvoller Festakt

25 Jahre Rathaus, 30 Jahre Kultur pur - Doppelter Grund zu Feiern in Bestwig

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Kabarettist Christoph Brüske interviewte Ralf Becker (l.) und Jan Frigger (r.) zu 30 Jahre Kultur Pur. Fotos: metten

Bestwig - Gleich zwei große Jubiläen gab es am Sonntagvormittag im Bürgersaal des Bestwiger Rathauses zu feiern. Zum einen das vor 25 Jahren neu erbaute und am 3. Oktober 1994 eröffnete Bürger- und Rathaus und zum anderen das 30-jährige Bestehen des Vereins Kultur pur.

In seiner Begrüßungsansprache dankte Bürgermeister Ralf Péus allen, die beim Bau des Rathauses mitgewirkt und Kultur pur unterstützt haben. Er stellte dabei deutlich heraus, dass Bestwig ein Kulturangebot biete, das überregional bekannt sei. 

„Viele Highlights wie Theater- und Schulveranstaltungen, den Neujahrsempfang oder auch den Gastgarten hat es im Rathaus gegeben“, erklärte Péus. Er betonte dabei, dass namhafte Künstler, Politiker, Stars und Schlagersternchen wie beispielsweise Helene Fischer, Frieda Braun, Herbert Knebel, Friedrich Merz oder auch Armin Laschet zu Gast waren. „Am 30. September 1994 wurde am Freitag um 13 Uhr die Außentür des alten Rathauses abgeschlossen. Ein Kraftakt begann, denn der Umzug in das neue Gebäude wurde in Eigenregie durch die Mitarbeiter durchgeführt“, blickte der Bürgermeister auf die Anfänge zurück. Das Bestwiger Oberhaupt lobte in diesem Atemzug die neuen Räumlichkeiten als eine Anlaufstelle für die Bürger der Gemeinde und stellte gleichzeitig heraus, dass in kultureller Hinsicht dort schon zigtausende Gäste begrüßt werden konnten.

„Lieber eine Kanzlerin die zittert, als ein Präsident der twittert.“

In der anschließenden Interviewrunde prüfte der Kabarettist Christoph Brüske Ralf Péus zusammen mit Rudolf Heinemann, ehemals Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses des Bestwiger Rathauses, auf Herz und Nieren. Während er Péus attestierte, dass er gefühlt seit 1835 Bürgermeister sei, erklärte er dann in Bezug auf Angela Merkel: „Lieber eine Kanzlerin die zittert, als ein Präsident der twittert.“

Auf konkrete Nachfrage des Satirikers erklärte Rudolf Heinemann, dass bereits 1974/75 die ersten Gespräche über ein neues Rathaus geführt wurden mit dem Ziel, sich den modernen Bedürfnissen der Gesellschaft anzupassen. Weiterhin lobte er den späteren Einsatz des Düsseldorfer Architekten Bruno Lambert für dessen Planung und Umsetzung des neuen Gebäudes.

Bürgermeister Ralf Péus indes präsentierte sich glänzend aufgelegt und so schlagfertig, dass er vom Comedian das Angebot erhielt, mit diesem auf Tour zu gehen. So parlierte der Bürgermeister etwa auf die Frage „Haben Sie Helene Fischer die Hand gegeben und sie seitdem jemals wieder gewaschen?“ gekonnt: „Helene Fischer war beeindruckt von einem Bürgermeister begrüßt zu werden. Da stellt sich eher die Frage, ob sie sich die Hand seitdem gewaschen hat.“ Überaus witzig und energiegeladen ging es im Interview weiter, denn Brüschke hob unter anderem den Einsatz der Bestwiger Standesbeamten hervor, die selbst samstags und sonntags Trauungen unter Tage möglich machen und schlug einen süffisanten Bogen zum hart-arbeitenden Volk in Nordkorea. Hinsichtlich 30 Jahre Kultur pur interviewte der Moderator folgend Gründungsmitglied Ralf Becker zusammen mit dem Vorsitzenden Jan Frigger.

Aktive Jugendarbeit als Grundlage für Kultur pur

Becker erklärte, dass die Idee Kultur pur zu gründen, durch die aktive Jugendarbeit in der Gemeinde entstanden sei, angelehnt an Meschede und Winterberg, die bereits damals schon über ein entsprechendes großartiges Kulturprogramm verfügten. Viele Highlights haben seitdem die Bühne des Rathaussaals geentert, berichtete Jan Frigger, der als Erster Vorsitzender von Kultur pur 2015 mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Bestwig ausgezeichnet worden ist.

„Tommy Emmanuel, Frieda Braun oder auch Till und Obel sowie der musikalische Sommernachtstraum standen bei uns auf der Bühne. Das war aber alles nur möglich, weil wir im Team so gut zusammengearbeitet haben“, so Frigger, der sich bei allen für die tatkräftige Unterstützung bedankte. 

Überaus witzig ging es danach mit Kabrettist Christoh Brüske zu, der zum Abschluss dem begeisterten Publikum im Bürgersaal noch einen 30-minütigen Querschnitt aus seinem Repertoire präsentierte und dabei so manch Prominenz auf die Schippe nahm. Sei es die Liebe des Deutschen zum SUV, Verkehrsminister Alexander Dobrinth, der männlichen Kuh die das Gras nicht frisst sondern raucht, oder auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer – niemand war vor den gezielten Pointen des Satirikers sicher. Für seinen Autritt mit abschließender Hommage an Bestwig erntete der Entertainer tosenden Applaus.

Musikalisch auf höchstem Niveau untermalt wurde die unterhaltsame zweistündige doppelte Jubiläumsfeier in Bestwig durch das Cristin Claas Trio.

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