Judas Verteidigungsrede

André Decker während seiner Verteidigungsrede in der Rolle des Judas. Foto: 'theater narrenschiff'

Der Schriftsteller Walter Jens hat dem Apostel Judas Ischarioth mit dem Monolog "Ich, ein Jud" eine rhetorisch brillante Verteidigungsrede geschrieben, die der Schauspieler André Decker am Karfreitag, 22. April, um 19.30 Uhr im Bergkloster Bestwig vorträgt.

Der Schauspieler, Regisseur und Choreograph André Decker ist Leiter des freien Theaters "narrenschiff" in Unna und hat bereits zahlreiche Hauptrollen in den Inszenierungen des Theaters verkörpert.

Die Regie hat die Regisseurin, Theaterpädagogin und Dramaturgin Kirsten Ullrich-Klostermann übernommen. Sie arbeitet an zahlreichen Bühnen in Nordrhein-Westfalen. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird das Stück in der diesjährigen Passionszeit neu aufgelegt. In den vier Evangelien des Neuen Testaments hat Judas Ischarioth eine eindeutige Rolle: Er ist der Verräter, Sündenbock, Erzfeind des gesamten Christentums. Für nur 30 Silberlinge hat er Jesus verraten und durch den Kuss im Garten Gethsemane an das Kreuz gebracht. Bis heute steht die Figur dieses Apostels im Mittelpunkt vieler theologischer, philosophischer und literarischer Betrachtungen.

In der von Walter Jens verfassten Verteidigungsrede spricht Judas direkt zum Publikum und erzählt nach 2000 Jahren seine persönliche Sichtweise der ihm zugeschriebenen Rolle. Er erklärt, dass er im Einvernehmen mit Jesus bereit war, die Rolle des Schwerverbrechers anzunehmen und die Vorherbestimmung erst zu ermöglichen. Ohne Judas und dessen "Verrat" hätte es keine Kreuzigung, keine christliche Kirche und vielleicht - davon erzählt dieser Monolog auch - keine Judenverfolgung gegeben. Andre Decker setzt diesen Monolog schauspielerisch packend um.

Veranstalter ist das Bergkloster Bestwig in Zusammenarbeit mit dem Pastoralverbund Ruhr Valmetal und der evangelischen Kirchengemeinde Bestwig. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare