„Die Hand Gottes leitet mich“

Julia Maria Handke und Prisca Dungdung legen Ewige Profess ab

Profess Bergkloster Bestwig Gelübde
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Gemeinsam bitten Schwester Julia Maria (l.) und Schwester Prisca um die Zulassung zur Ewigen Profess.

Schwester Julia Maria Handke und Schwester Prisca Dungdung haben kürzlich im Bergkloster Bestwig ihre Ewige Profess gefeiert. Im Rahmen dieser Feier legten sie vor Generaloberin Schwester Maria Thoma Dikow ihre Gelübde ab, mit denen sie Gehorsam gegenüber Gott und der Ordensgemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel bis an ihr Lebensende geloben.

Bestwig - Die Provinzoberin der Europäischen Ordensprovinz, Schwester Johanna Guthoff, hatte vorher bereits die Gäste begrüßt und auf das Portrait der Ordensgründerin im Altarraum verwiesen. „Wenn Sie näher herantreten, werden Sie sehen, dass es sich aus zahlreichen Bildern unserer Gemeinschaft, ihrer Mitarbeitenden und Wegbegleitern zusammensetzt. Heute wollen sich Schwester Julia Maria und Schwester Prisca fest in dieses Bild einfügen.“

„Ist das eine Vision?“

Und Pater Guido Hügen aus der Abtei Königsmünster, der die Eucharistiefeier leitete, verwies in seiner Predigt auf die Bedeutung dieses Schritts: „Natürlich fragen wir uns auf unserem Weg als Ordensleute immer wieder: Ist das Selbstbetrug? Ist das eine Vision? Oder doch ganz tiefes Vertrauen?“ Der vorgetragene Schrifttext aus dem Johannes-Evangelium, in dem Maria Magdalena Jesus am Offenen Grab zunächst nicht erkennt, zeuge von der schweren Unterscheidung zwischen Vision und Wahrhaftigkeit. „Doch dann spricht er sie mit ihrem Namen an. Wir alle kennen dieses Umdrehen. Dieses ‚Sich immer wieder neu orientieren müssen‘, das ‚Sich doch wagen, sich Gott wieder zuzuwenden‘.“

Zweifel bei Schwester Julia Maria

Zweifel kamen auch Schwester Julia Maria während ihrer ersten Jahre in der Ordensgemeinschaft regelmäßig. Sie war 2012 mit 39 Jahren erst spät in die Gemeinschaft eingetreten. Inzwischen leitet die ausgebildete Verwaltungsfachwirtin den Gästebereich des Bergklosters Bestwig, zu dem die Gästehäuser mit 47 Einzel, Doppel- und Mehrbettzimmern sowie die Seminar- und Aufenthaltsräume gehören: „Das ist eine Arbeit, die ich sehr gerne mache.“

Und eine Arbeit, die sie heute nicht mehr so wehmütig an ihre Zeit als Verwaltungsfachwirtin in Nordkirchen zurückblicken lässt. „Der Eintritt war sicher ein entscheidender Schritt. Aber diese Arbeitsstelle ein Jahr später aufzugeben – denn so lange blieb ich zunächst einmal freigestellt – war ein viel bewegender Schritt“, blickt sie zurück – „insofern brachte jede Phase meines bisherigen Ordenslebens neue Herausforderungen und Zweifel mit sich. Aber diese Zweifel machen diesen Weg für mich glaubwürdiger, weil ich mich jedes Mal damit auseinandersetzen und immer neu entscheiden musste.“

Schon mit 17 Jahren Berufung gespürt

Ganz anders verlief der Weg in die Ordensgemeinschaft bei Schwester Prisca Dungdung. Die Inderin spürte schon als 17-Jährige die Berufung, Jesus nachzufolgen und trat in ihrer Heimat zunächst in die Gemeinschaft der Mägde Mariens ein.

Über diese Ordensgemeinschaft kam sie 2009 mit einigen Mitschwestern nach Deutschland, wo sie seit 2015 im Gertrudishospital in Herten-Westerholt arbeitet. „Hier habe ich die Schwestern der heiligen Maria Magdalena, ihre Gründerin und ihre Spiritualität schätzen und lieben gelernt“, erklärt Schwester Prisca. Und so reifte in ihr der Entschluss, in diese Gemeinschaft überzutreten.

Mittlerweile hat die inzwischen 46-Jährige die notwendigen Praxis-, Theoriestunden und Prüfungen abgelegt, um in Deutschland als Krankenschwester anerkannt zu sein. Außerdem hat sie ihre Sprachkenntnisse verbessert und das sogenannte B2-Zertifikat erworben. Sie sagt: „Auch meinen Beruf sehe ich als Berufung.“ Während der Pandemie sei ihr das besonders bewusst geworden.

Verantwortung auch für jüngere Schwestern

Mit unter 50 Jahren gehören Schwester Julia Maria und Schwester Prisca zu den jüngeren Ordensfrauen in ihrer Gemeinschaft. „Natürlich beschäftigt uns das“, verrät Schwester Julia Maria. Doch ist sie zuversichtlich: „Wir sind ja nicht allein. Es gibt doch eine ganze Reihe jüngerer Schwestern. Und wir alle bringen uns in die Gestaltung der Gemeinschaft ein.“ So zum Beispiel, wenn es um die Zukunft des Bergklosters Bestwig geht. „Da darf jede von uns ihre Meinung und Ideen äußern. Und das finde ich großartig“.

Daher käme auf die jüngeren Schwestern auch eine größere Verantwortung zu. „Die nehme ich gerne an. Ich spüre sogar eine Aufbruchstimmung. Den Weg dieser Gemeinschaft möchte ich in Zukunft mitgehen und mitgestalten. Egal, was kommt“, sagt Schwester Julia Maria. Und Schwester Prisca erinnert in diesem Zusammenhang gerne an ein Wort der seligen Schwester Placida Viel, der zweiten Generaloberin der Gemeinschaft: „Sie ist ihrem Glaubensweg in Zeiten der Widerstände immer treu geblieben.

Und von ihr ist der Satz überliefert: ‚Die Hand Gottes leitet mich‘.“

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