"Keine technischen Mängel"

Nach Fort Fun-Unfall: Rodelbahn wird ab Samstag wieder freigegeben

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Die Rodelbahn Trapper Slider, auf der sich das Unglück ereignete, ist seit heute wieder freigegeben. 

Bestwig/Hochsauerland. Das Unglück auf der Sommerrodelbahn Trapper Slider im Freizeitpark Fort Fun Abenteuerland beschäftigt auch knapp eine Woche nach dem tragischen Ereignis weiterhin alle Beteiligten. Während die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, gaben die Verantwortlichen des Fort Fun bekannt, dass die Rodelbahn am morgigen Samstag nach der Begutachtung während der Woche wieder für den Normalbetrieb freigegeben wird. Unterdessen gab es bei einem Fußballspiel des Heimatvereins des verunglückten Jungen eine bemerkenswerte Solidarisierungsaktion.

In der Woche nach dem Unfall, bei dem sich ein 12-jähriger Junge das Bein in der Mitte des Unterschenkels abgetrennt hatte, haben zwei unabhängige Gutachter, unter anderem der TÜV Thüringen, den Unfallhergang und die Sommerrodelbahn ausgiebig untersucht. Der Hersteller Wiegand, Weltmarkt- und Technologieführer auf dem Sommerrodelbahnsektor, war ebenfalls vor Ort und hat die Rodelbahn überprüft. Dies teilte der Freizeitpark jetzt in einer Stellungnahme mit. Kai Köberich, Abteilungsleiter Fahrgeschäfte bei Wiegand: „Wir konnten keinen technischen Mangel feststellen. Unser schienengeführter Alpine Coaster entspricht den geltenden Sicherheits- und technischen Standards und wird entsprechend der DIN 33960 gebaut. Die Anlage im Fort Fun erfüllt diese Standards ohne Einschränkung.“

"Bahn wird nicht weiter als Beweismittel benötigt."

Die Staatsanwaltschaft hat die Stilllegung der Anlage inzwischen wieder aufgehoben, wie Staatsanwalt Klaus Neulken auf Anfrage des SauerlandKurier bestätigte. „Die Bahn wird nicht weiter als Beweismittel benötigt.“ In einer ersten, „sehr vorläufigen Wertung“, seien die Gutachter zu dem Schluss gekommen, dass der Zustand der Bahn keine Fehler aufweise.

Für die Staatsanwaltschaft gehe es ausschließlich darum, aufzuklären, ob etwaige Mängel an der Bahn unfallursächlich gewesen seien oder ob die Bahn einwandfrei funktioniert habe. Allein aus diesem Grund sei die Bahn im Fort Fun Abenteuerland bis auf Weiteres gesperrt gewesen. Über eine mögliche Wiedereröffnung können nun allein der Betreiber und der TÜV entscheiden. „Wir ermitteln einzig und allein, warum der Unfall passiert ist. Wir sind eine Strafermittlungs- und keine Genehmigungsbehörde“, betonte Neulken.

Sicherheitskonzept soll trotzdem weiter optimiert werden

Vor diesem Hintergrund hat die Fort Fun Geschäftsführung in Folge der Gespräche mit den unabhängigen Gutachtern entschieden, die Sommerrodelbahn am morgigen Samstag wieder in Betrieb zu nehmen. „Freizeitpark und Hersteller werden nun dennoch in engem Kontakt bleiben und das Sicherheitskonzept der Anlage weiter optimieren, damit ein solcher, in seiner Form bisher einmaliger und schwer zu rekonstruierender Unfall in Zukunft verhindert werden kann“, heißt es in der Pressemitteilung des Freizeitparks.

In einem ersten Schritt habe das Fort Fun bereits weitere Sicherheitshinweise an der Bahn angebracht, die den Gästen noch deutlicher machen sollen, wie wichtig es ist, sich an die Beförderungsbedingungen zu halten. „In Gedanken sind wir weiterhin bei dem Kind und seiner Familie“, betonte Geschäftsführer Andreas Sievering. Der Kontakt sei zeitnah sowohl mit der Familie also auch mit dem FC Lennestadt, dem Fußballverein, mit dem der Junge den Park besucht hat, aufgenommen worden. Über den Gesundheitszustand des Kindes werde das Fort Fun keine Aussage tätigen und bittet um den Respekt der Privatsphäre der Familie.

Das geplante Meisterschaftsspiel der D-Junioren aus Attendorn und Lennestadt wurde abgesetzt. Beide Mannschaften gedachten dem verunglückten Spielkameraden. 

Ein bemerkenswertes Zeichen der Anteilnahme hat indes eben jener FC Lennestadt im Laufe dieser Woche an seinen Mitspieler gesendet. Das eigentliche Meisterschaftsspiel der D-Junioren des FCL gegen den SV 04 Attendorn wurde aufgrund des tragischen Vorfalls abgesetzt und somit nicht gewertet. Stattdessen fand ein Freundschaftsspiel zwischen den beiden Mannschaften stand.

Symbolisches Trikot überreicht

Dabei stand „der Spaß und die Gemeinschaft“ im Vordergrund, so Matthias Eykeln, Trainer des FC Lennestadt. Der Ball solle „einfach rollen“, so Eykeln weiter. Symbolisch unterschrieben die Spieler des FC Lennestadt ein Trikot des Lieblingsvereins – Borussia Dortmund – des verunglückten Jungens und bedruckten dieses mit seinem Namen und seiner Spielernummer.

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