"Einen großen Schritt weiter"

Neubau von Aldi und Rewe wird konkreter - Rat lässt Bebauungsplan aufstellen

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Eine Rückkehr von Aldi nach Bestwig wird konkreter. Der Rat gab jetzt einstimmig den Auftrag zur Änderung des Flächennutzungs- und Aufstellung eines Bebauungsplanes.

Bestwig - Der geplante Neubau von Aldi und Rewe in Bestwig schreitet voran. Auf der Sitzung am Montagabend erteilte der Gemeinderat grünes Licht für eine Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung des Bebauungsplanes.

Stadtplaner Olaf Stramme vom Büro „o9 Landschaftsarchitekten“ stellte den Ratsmitgliedern und Gästen die wesentlichen Punkte der Stellungnahmen und Abwägungsvorschläge aus der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Projekt „Neue Märkte Borghausen“ vor. Anwohner befürchteten demnach eine erhöhte Unfallgefahr, zum Beispiel durch die Zunahme des Lieferverkehrs. Ähnliche Bedenken äußerte die Kreispolizeibehörde: „Vier Einmündungen – ohne die mit der Ampelanlage – auf 115 Metern Länge führen über den Rad- und Gehweg, die Sicht aus den Zufahrten ist als eingeschränkt zu bezeichnen.“ 

Ein aktuelles Verkehrsgutachten konnte diese Bedenken jedoch nicht teilen. Stramme führte unter Berücksichtigung des Gutachtens weiter aus, dass laut Statistik im höchsten Fall elf Radfahrer in der Stunde den Radweg nutzen und dass dieses keine außergewöhnliche Größenordnung sei. Im Gutachten ist zu lesen: „Es ist sogar von Vorteil, wenn Radverkehrsanlagen regelmäßig befahren werden und der Kfz-Verkehr jederzeit mit Radverkehr rechnen muss.“

Wohnungen nein, Photovoltaik ja

Berücksichtigt wurde weiter der von täglich 17.800 auf 7.000 Fahrzeuge gesunkene Verkehr auf der B7. Vorgeschlagene Wohnungen über den Märkten wurden wiederum als nicht sinnvoll abgelehnt, da durch die vorhandene Schallimmission Konflikte vorprogrammiert sind. Einer Dachnutzung für Photovoltaikanlagen stehe hingegen nichts im Weg.

Diese erste Skizze liefert eine grobe Orientierung und zeigt lediglich den aktuellen Vorhabensstand des Projektes. Ob beispielsweise die Parkplätze genau so angeordnet werden ist eine Frage, die erst im Nachhinein in einem konkreten Bauantrag bestimmt werden muss (Zum Vergrößern klicken).

Betroffene Anlieger sprachen sich für eine Errichtung der neuen Gebäude für den Aldi- und Rewe-Markt im Süden des Plangebietes und damit parallel der B7 aus. Die Gebäude sollten dadurch als Schall- und Sichtschutz für den Parkplatz dienen. Ein hinzugezogenes Büro für Akustik und Immissionsschutz bestätigte zwar die Abnahme des Gewerbelärms, jedoch würde der Verkehrslärm bei gespiegelter Bebauung durch die Reflektion steigen.

Augenmerk auf Lieferverkehr

Paul Theo Sommer (SPD) bestätigte die Richtigkeit der Diskussion, merkte jedoch an: „Wir müssen die Entwicklung an der westlichen Zufahrt beobachten und bei Bedarf nachbessern.“ Ein Augenmerk sollte dabei auch auf dem Lieferverkehr liegen. 

Den Ausführungen stimmte Martin Bracht (CDU) zu 100 Prozent zu: „Die höchste Sicherheit muss erzielt werden. Allerdings ist von allen Verkehrsteilnehmern auch eine Rücksichtnahme erforderlich.“ Wie die Fraktionen, erklärte auch Bürgermeister Ralf Péus nach dem einstimmigen Beschluss zur 5. Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 139: „Damit sind wir einen großen Schritt weiter.“

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