Nachverfolgung von Covid-19-Infektionsketten 

Neue Taskforce zur Pandemiebekämpfung: Darum bewerben sich Reisebüros beim Kreisgesundheitsamt

Bei der Kontaktnachverfolgung in Zeiten der Corona-Pandemie wollen die vier Reisebüros aus dem HSK das Gesundheitsamt entlasten.
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Bei der Kontaktnachverfolgung in Zeiten der Corona-Pandemie wollen die vier Reisebüros aus dem HSK das Gesundheitsamt entlasten.

Not macht erfinderisch: Vier Reisebüros aus dem HSK zeigen sich in Corona-Zeiten solidarisch und haben sich jetzt beim Kreisgesundheitsamt in Meschede als Taskforce zur Pandemiebekämpfung beworben. Dabei ist auch das Reisebüro Hegener aus Bestwig.

Bestwig/Olsberg/Brilon/Meschede - Die täglich steigende Zahl von Neuinfektionen auch in unserer Region bringen die Gesundheitsämter sowohl personell als auch belastungstechnisch bei der Nachverfolgung von Covid-19-Infektionsketten an ihre Grenzen und auch teils darüberhinaus. Aus diesem Grund mobilisieren nun bundesweit zahlreiche Reisebüros ihre Kräfte. Ihre Mission: Als Taskforce Corona „mit den eigenen Waffen“ bekämpfen. Im HSK haben sich die vier Inhaber Britta Laube („Die Reiselaube“, Olsberg), Franz Josef Hegener („Reisebüro Hegener“, Bestwig), Karin Schreckenberg („Via Soluna“, Brilon) und Doreen Wienand („Flamingo-Reisen“, Olsberg) der Aktion angeschlossen.

Die Gesundheitsämter sind überfordert, sie brauchen aktive Mitarbeiter, die mitanpacken. Darum haben wir uns als Reisebüro beworben.

Franz Josef Hegener, Inhaber Reisbüro Hegener

„Für uns ist es wichtig diese Aktion zu unterstützen. Die Gesundheitsämter sind überfordert, sie brauchen aktive Mitarbeiter, die mitanpacken. Darum haben wir uns als Reisebüro beworben“, erklärt beispielsweise Franz Josef Hegener seine Beweggründe. Dabei seien es nicht nur die durch den Corona-bedingten Einbruch der Reisetätigkeiten frei gewordenen Kapazitäten, sondern vor allem auch die professionelle Kommunikation in mehreren Sprachen, entsprechendes Know-How in Sachen Datenschutz und Überwachung, soziale Kompetenz und Flexibilität, gute EDV-Kenntnisse sowie eine hervorragende Vernetzung, die in der akuten Pandemiebekämpfung mitsamt ihren komplexen Problemen von großem Nutzen sein können. „Wir hoffen, dass sich die Gesundheitsämter auf unsere Bewerbung hin melden. Gerne würden wir eine Person aus unserem Reisebüro zur Kontaktverfolgung abstellen. Hilfestellung zu leisten ist besonders in diesen Krisenzeiten wichtig“, so Hegener.

Kreis zeigt sich erfreut über Engagement

Auch Martin Reuther, Pressesprecher des Hochsauerlandkreises, findet auf Anfrage des SauerlandKurier lobende Wort für den Vorstoß und das Engagement der Reisebüros, wenngleich er einschränkend ergänzt: „Ein toller Einsatz. Ab Montag werden allerdings zunächst einmal 14 Bundeswehrsoldaten tätig, die wir für die Unterstützung zur Kontaktnachverfolgung angefordert haben. Sollte dann immer noch Bedarf bestehen, gehen wir aber selbstverständlich gerne auf die Reisebüros zu.“

Wollen gemeinsam die Kräfte bündeln und das Gesundheitsamt unterstützen: (v.l.) Angelo Kinkel, Maike Rahmen und Inhaber Franz Josef Hegener vom Reisebüro Hegener in Bestwig.

Diese wiederum „meinen es ernst“ mit der von der von der bundesweit arbeitenden Reisebüro-Kooperation „Best-Reisen“ unterstützten Taskforce-Initiative. „Wir sollten als Gesellschaft bis zur Überwindung der Pandemie auf Strukturen setzen und Potenziale heben, die bereits vorhanden sind und die helfen werden, das Pandemiegeschehen zu kontrollieren“, betonen die vier Inhaber unisono. „Wir sind bereit, neue Wege zu gehen. Es muss das gemeinsame Ziel von Gesellschaft und Politik sein, die Pandemie mit allen zur Verfügung stehenden Maßnahmen zu bekämpfen.“

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