Auf dem Schieferbau-Gelände in Nuttlar

Hund geht plötzlich auf Mann los - und beißt ihm in Arm und Bein

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Nuttlar. Das hätte auch anders ausgehen können: Am Sonntagnachmittag kam es – offensichtlich nicht zum ersten Mal – zu einem bissigen Übergriff in Nuttlar in der Nähe des Schieferbergwerks. Wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt, wurde dort am frühen Nachmittag ein Mann von einem Mischlingshund mehrfach attackiert.

„Der 48-jährige Mann aus Nuttlar ist um 13.45 Uhr in Nuttlar in der Briloner Straße von einem Mischlingshund in den Unterarm als auch Unterschenkel gebissen worden. Der Mann wurde verletzt. Gegen den Hundebesitzer wird wegen Körperverletzung ermittelt“, teilte Laura Burmann von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis mit.

Besagter Geschädigter ist Gerd Mengelers, Betreiber des Schieferbaus Nuttlar. Im Gespräch mit dem SauerlandKurier beschreibt er die Situation als äußerst gefährlich, da der Hund weder angeleint gewesen sei, noch auf sein Herrchen gehört habe und urplötzlich ohne Vorwarnung auf ihn zugestürmt sei.

Drei Bisswunden und eine dicke Prellung

„Ich kam von einer Führung aus dem Schieferbau und wollte die Gäste für die nächste Führung an unserer Anmeldung in Empfang nehmen. Auf dem Weg dorthin kamen mir zwei Männer mit ihren Hunden entgegen. Der schwarz-weiße Mischling ging sofort auf mich los, stieg an mir hoch und biss mich voller Wucht in den Unterarm und danach zweimal in die Wade. Trotz dickem Overall, Fließjacke und Pulli hat er mir richtiggehend den Arm zerfetzt.“ 

Gerd Mengelers wirkt nach der Hundeattacke immer noch sichtlich angefasst (für Vollbild oben rechts klicken).

Die Folgen des Übergriffs: drei Bisswunden und eine daraus resultierende dicke Prellung am rechten Unterarm sowie engmaschige Kontrollen der Wunden im Krankenhaus Maria-Hilf in Brilon. 

Laut Gerd Mengelers war dies nicht der erste Vorfall mit dem Mischlingshund. „Das war ja nicht das erste Mal, dass der Hund Menschen verletzt hat. Er hat bereits meinen Bruder gebissen und 2017 eine Taucherin. Nach dem Biss der Taucherin musste der Besitzer sogar eine Geldstrafe zahlen. Es bestand daraufhin die Auflage, den Hund anzuleinen.“ 

Hundebesitzer droht: Er "könne auch anders"

Doch besagter Hundebesitzer zeigte sich nicht nur uneinsichtig, sondern „hat mir sogar unterschwellig gedroht, er 'könne auch anders', wenn ich das zur Anzeige bringe“, berichtete Gerd Mengelers sichtlich angefasst. 

Einschüchtern ließ sich der 48-Jährige aber nicht – auf die Anzeige bei der Polizei, folgte eine Beweisaufnahme vor Ort sowie die Kontaktierung des Ordnungsamtes in Bestwig. Jean-Philipp Franke vom Ordnungsamt Bestwig bestätigte die Kontaktaufnahme und äußerte sich wie folgt zu den Konsequenzen: „Der Hundebesitzer wird nun von uns als Ordnungsamt um eine schriftliche Stellungnahme zu dem Vorfall gebeten. Dann geht der Fall zum Veterinäramt und der Hund wird dort getestet.“ Je nach Testergebnis können weitere verschärfende Maßnahmen wie ein Maulkorb verordnet werden. 

"Ich bin froh, dass ich das Opfer war und nicht ein kleines Kind"

Gerd Mengelers, der den Hundebesitzer auf Schmerzensgeld verklagen will, liegt vor allem die Sicherheit der Schieferbau-Besucher am Herzen: „Ich musste das zur Anzeige bringen, denn es hätte noch viel schlimmer kommen können. Ich bin froh, dass ich das Opfer war und nicht das kleine Kind, das an der Führung teilnehmen wollte. Der Schieferbau ist ein Verweilort für Touristen, daher muss das Gelände sicher sein – besonders im Hinblick auf die geplante Verlegung des Ruhrtalradweges. “

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