Zündstoff auf Bürgerversammlung

Ramsbecker diskutieren über Wohnprojekt für Senioren

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Gemeinsam mit den Projektverantwortlichen und Bürgervertretern stellte Bürgermeister Ralf Péus (5.v.l.) auf der Bürgerversammlung zwei Vorhaben für Ramsbeck vor.

Ramsbeck. Groß war das Interesse der Ramsbecker Einwohner auf der Bürgerversammlung am Montagabend in der Maschinenhalle des Sauerländer Besucherbergwerks. Zwei wichtige Themen standen auf der Agenda: die Umsetzung des Senioren-Wohnprojekts am Uferweg sowie die Renaturierung der Valme. Vor allem ersteres Vorhaben sorgte für viel Zündstoff. 

Nach der offiziellen Begrüßung durch Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus, der sich über das zahlreiche Erscheinen der Dorfbewohner freute, ging es auch sofort mit einführenden Gedanken zum Wohnprojekt los. „In der gesamten Bundesrepublik ist der Bedarf an Pflegeplätzen gestiegen. Das liegt an den vielen Singlehaushalten sowie der Berufstätigkeit der Frau. Häufig kann eine Pflege Zuhause nicht mehr geleistet werden. Bestwig ist eine unterversorgte Gemeinde. Dieses Projekt entspricht genau dem Bedarf und ist zudem eine echte Alternative zum betreuten Wohnen“, so Peter Fuhrmanns, Vorstandsmitglied vom Caritasverband Meschede. 

Das Senioren-Wohnprojekt umfasst eine Tagespflege mit 16 Plätzen, zwei Wohngemeinschaften à 12 Einzelzimmern mit Bad sowie sechs betreute Wohnungen auf einer Grundfläche von 2.329 Quadratmetern. Auch eine Begegnungsstätte, die – zentral im Ortskern von Ramsbeck gelegen – psychosoziale Interaktionen untereinander fördern soll, ist geplant. Gemeinschaftsräume, Induvidualbereiche sowie Bereiche zur medizinischen Versorgung und ein geschützter Innenhof für die Bewohner runden das Senioren-Wohnprojekt ab. Barrierefrei mit Aufzug und mit 45 bis 60 Quadratmeter großen Domizilen bietet das Haus einen idealen Wohnraum für hilfsbedürftige Menschen. Baubeginn ist für Ende 2017/Anfang 2018 angedacht; der Bauantrag ist bereits eingereicht. Verantwortlich für das Projekt sind die SachwertPflege GmbH aus Dinslaken und die DH-Seniorenbau GmbH aus Lüdenscheid. Nach der offiziellen Vorstellung des Projektes ging es anschließend hoch her. 

Berechtigte Einwände oder Polemik?

Ein Dorfbewohner hatte einige kritische Anmerkungen anzubringen: „Ich habe nichts gegen alte Leute. Aber warum wurde so ein Geheimnis aus dem Projekt gemacht? Warum ein Neubau und keine Altbausanierung? Verliert der Junkernhof dadurch an Bedeutung und was ist mit der Rettungszufahrt? Das schöne ruhige Leben in der Spielstraße ist demnächst vorbei. Zusätzliche Kosten kommen auf uns zu durch mehr Verkehr, die Straße muss dann früher saniert werden. Das Amt von Ortsvorsteher Paul Schüttler stelle ich in Frage.“ 

Daraufhin ergriff auch der Ortsvorsteher selbst das Wort: „Viele Vereine spekulieren, aber es ist erst alles spruchreif, wenn alles unterschrieben ist. Ich habe immer gesagt, wenn es soweit ist, gibt es eine Bürgerversammlung. Ich bin der Meinung, ich habe keinen Fehler gemacht“, verteidigte sich Paul Schüttler. 

Bürgermeister Ralf Péus sprang ihm zur Seite und nannte den Einwand polemisch: „Will man sowas? Sie sagten eingangs: ,Ich habe nichts gegen ältere Leute‘. Aber nicht in meiner Nachbarschaft – so habe ich das verstanden. Bei solchen Projekten ist immer Diskretion erforderlich. Der Investor will alle Einzelheiten geklärt haben, erst danach geht es an die Öffentlichkeit.“ 

In wesentlich ruhigeren Fahrwassern verlief dann der zweite Themenschwerpunkt der Bürgerversammlung: die Renaturierung der Valme. „Renaturierung bedeutet konkret, Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu überführen und zu versetzen. Das Gewässer soll naturnah dargestellt werden und einen guten biologischen Zustand aufweisen“, so Wasserbauingenieur Axel Sobirey von der Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung aus Kassel. 

Im Rahmen der Renaturierung der Valme bedeutet das: die Durchgängigkeit des Wassers zu gewährleisten, Durchlässe zu optimieren, Totholz einzubauen sowie die alte Brücke im Zuge der Renaturierung zu erneuern, um das Gewässer erlebbar zu machen. 

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