Tiefgründige Melancholie

Triosence und Jazz Police begeistern 200 Besucher in Bestwig

Triosence begeisterte die knapp 200 Besucher mit großartigem Können, Temperament und Gefühl. Mehrere Songs stellten sie zum ersten Mal auf der Bühne vor. Foto: Kultur Pur/Ulrich Bock

Bestwig. Ein beeindruckendes Konzert erlebten knapp 200 Zuschauer kürzlich im Bürgersaal des Bestwiger Rathauses: Den Auftakt machten die heimischen Musiker der Jazz Police Olsberg. Danach spielte die Jazz-Formation Triosence auf.

Nach dem knapp dreistündigen Konzert verabschiedete das Publikum die Musiker mit stehenden Ovationen. Gemeinsam hatten der Kulturring Olsberg und der Verein Kultur Pur in Bestwig dazu eingeladen.

Der Bandleader von Triosence, Bernhard Schüler, erklärte dem Publikum die Entstehungsgeschichte seiner Songs, die auf die Besetzung mit Flügel, Kontrabass und Schlagzeug zugeschnitten sind und den drei Musikern alles abverlangen. Schüler imponierte mit seinen Fingerläufen am Flügel, die viele Songs ganz unaufdringlich begleiten. Omar Rodriguez ließ seine Hände am Kontrabass so schnell agieren, dass es schwer fiel, ihnen zu folgen. Und Stephan Emig bewies am Schlagzeug nicht nur Können, sondern auch viel Einfühlungsvermögen.

Natürlich wurde der Jazz gelegentlich melancholisch. „In traurigen Phasen entstehen oft die besten Songs“, gestand Bernhard Schüler. Insofern müsse ein Komponist dafür dankbar sein. Dennoch sei er froh, dass die glücklichen Phasen in seinem Leben überwiegen. So gibt es auch viele Songs, bei denen er sich von witzigen Begebenheiten, Reisen, anderen Ländern und Kulturen inspirieren lässt. Omar Rodriguez bringt am Kontrabass manchmal orientalische Klänge mit ein. Stephan Emig spielt beispielsweise auf einer Kalimba, einem afrikanischen „Daumenklavier“. Und aus dem Stück über einen brasilianischen Parkhausbesitzer sind Mambo und Salsa herauszuhören. Einige Songs feierten am Samstagabend sogar Weltpremiere. Die hatte Triosence erst wenige Tage vorher eingeübt. In wenigen Wochen erscheint bei Sony ihre neue CD, von der in Bestwig ebenfalls schon einiges zu hören war.

Mehrere Premieren bot auch die Jazz-Police Olsberg zu Beginn des Abends. Die acht Talente aus der heimischen Region haben mit ihren unterschiedlichen Formationen die ersten renommierten Preise gewonnen – wie den Jazz-Preis des WDR. Sie brachten die 200 Besucher mit ihrem Bigband-ähnlichen Sound in Stimmung, boten eigene Arrangements und bekannte Themen wie von Henry Mancini.

Das nächste Mal laden der Kulturring Olsberg und der Verein Kultur Pur für Freitag, 4. Mai, gemeinsam zu einer Veranstaltung ein: Dann präsentieren sie Herbert Knebels Affentheater mit dem Musikprogramm „Rocken bis qualmt“ in der Schützenhalle Olsberg. Karten gibt es im Vorverkauf für 28 Euro. 

Weitere Informationen bei Kultur Pur und Kulturring Olsberg

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