Königsblaue Prominenz zu Gast bei Ostwiger Fanclub

Salif Sané und Co-Trainer Mike Büskens vom FC Schalke 04 machen Halt bei den "Steinbergknappen"

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Besonders für die kleinen „Knappen“ in blau-weißer Garderobe war der Besuch der Schalke-Stars in ihrem Heimatdorf ein aufregendes Erlebnis. 

Ostwig. „Glück auf, Glück auf ! Der Steiger kommt“ – nicht ins Bergwerk, aber in die Ostwiger Schützenhalle fuhren die beiden „Kumpel“ aus Gelsenkirchen, Profi-Fußballer Salif Sané aus der aktuellen Elf des FC Schalke 04 und Mike Büskens, Interims-Co-Trainer und Eurofighter der Königsblauen, am vergangenen Sonntag ein. Geladen waren sie zum diesjährigen Spielerempfang des Ostwiger Schalke-Fanclubs „Steinbergknappen“.

Blau und Weiß – wohin das Auge reichte, spiegelten sich die Traditionsfarben des Bundesligisten wider: in Trikots, Wimpelketten, Flaggen und sogar auf den Torten am Kuchenbuffet. In der aufwendig geschmückten Schützenhalle hatten sich rund 100 Fußballbegeisterte und Fanclubmitglieder neben „Steinbergknappen“-Chef Ralf Hömberg und der ersten Vorsitzenden Dagmar Wischer eingefunden, um den prominenten Besuch ihres Lieblingsclubs im beschaulichen Ostwig willkommen zu heißen.

Vom „Kohlenpott“, dem Herzstück des Ruhrgebiets, bis ins Sauerland – nach einer langen Durststrecke der laufenden, eher durchwachsenen Saison für die Mannschaft rund um Huub Stevens und Mike Büskens wurden sie dort dennoch gebührend herzlich von ihren treuen Anhängern empfangen.

„Die Reise endet für Huub und mich am Samstag. Es ist eine für uns sehr emotionale Entscheidung und wir haben bis hierher viel gelitten – bis am Ende des Tages die Sonne über dem Sauerland schien, als wir hier ankamen“, so die einleitenden Worte Büskens.

Die Mitglieder des Fanclubs nutzten die Gunst der Stunde, ihre Stars persönlich kennenzulernen und nach Herzenslust Fragen zu stellen. 

In zwei Fragerunden, moderiert von Klaus Schmücker aus Ostwig, brannte den „Steinbergknappen“ vor allem eines unter den Nägeln: die große Frage nach dem „Warum“. Wo lagen die Gründe für die vermehrten Niederlagen und den noch abgewendeten Abstieg der Königsblauen? Für welches System steht Schalke aktuell und wie steht es um Werte wie Zusammenhalt des von Kumpeln und Malochern gegründeten Vereins?

„Man möchte eigentlich nicht reagieren, sondern agieren. Die ersten Niederlagen und die vielen Trainerwechsel waren schwer zu kompensieren, davon haben wir uns im Laufe der Saison nie richtig erholt. Zum Glück hatten wir drei Mannschaften, die es noch schlechter gemacht haben als wir“, witzelte der Co-Trainer, der selbst bereits mehrfach für Schalke auf dem Platz und am Spielfeldrand gestanden hat. „Bundesligaluft“ durfte der gebürtige Düsseldorfer jedoch erstmalig daheim bei der Fortuna schnuppern, wo die eigentliche Kickerkarriere begann.

Vom Rheinland ins Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen hat es ihn vor 27 Jahren zum FC Schalke 04 gezogen. Seinen größten Erfolg feierte der Eurofighter 1997 mit dem Sieg des UEFA-Pokals. Mittlerweile ist Büskens, der den Verein an der Seite von Huub Stevens repräsentiert, in die Trainerrolle reingewachsen und ein richtiges Urgestein bei den Schalkern geworden.

Büskens stand den Fans beim Spielerempfang Rede und Antwort. 

Stevens hatte laut Büskens eine genaue Vorstellung davon, wie sein Team aussehen sollte, mit der Umsetzung seien jedoch Trainer und die Kicker selbst alles andere als zufrieden, wie Salif Sané unumwunden einräumte. Der Senegalese, vor der Saison von Hannover 96 verpflichtet, äußerte sich auf Nachfrage eines Fanclubmitglieds auch zum umstrittenen Thema „Videobeweis“ – aus seiner Sicht mache das den Sport kaputt, denn „mit Videobeweis ist es kein richtiger Fußball mehr“.

„Wir wollen nicht der zweite HSV werden“

„Wir müssen uns wieder stärker an unserer Philosophie orientieren und für unsere Werte einstehen, die diesen Verein groß und erfolgreich gemacht haben. Es gilt jetzt aufzupassen, dass wir nicht der zweite HSV werden und die richtigen Schlüsse ziehen, um in eine bessere Zukunft zu blicken, die die Jungs sich verdient haben“, resümierte Büskens die laufende Saison mit einem Augenzwinkern.

Dankbar sind die Fans aus den Reihen der „Steinbergknappen“ trotzdem – für den grandiosen Erfolg von 1997 und dass Büskens aus Liebe und Treue zum Verein gemeinsam mit Huub Stevens als Trainerduo eingesprungen ist. Der Fanclub, der im Jahr 2002 gegründet wurde und derzeit etwa 135 Mitglieder verzeichnet, steht ebenfalls stark für seine Werte ein. Einer davon ist Toleranz – dies wurde am Beispiel eines irakischen Mitbürgers der Gemeinde auch vor Ort deutlich, als die Veranstaltung sich dem Ende zuneigte. Denn ausgerechnet er, der bereits ein Liebling des Fanclubs ist, zog bei der großen Verlosung um ein Vereinstrikot der Königsblauen den Hauptgewinn. Der Iraker konnte sein Glück kaum fassen, als genau die Nummer des Loses verlesen wurde, das er in den Händen hielt. Tosender Applaus ertönte, denn die Ostwiger „Steinbergknappen“ gönnten ihm den Erfolg von Herzen und feierten mit dem vor drei Jahren dazugewonnenen Dorfbewohner und Schalke-Fan.

Der "Neu-Ostwiger" und mittlerweile auch Schalke-Fan nahm den Hauptgewinn, ein Vereinstrikot, strahlend in Empfang. 

Das ließ auch Mike Büskens nicht kalt, der daraufhin an Spieler Sané und der gesamten Mannschaft deutlich machte, wie wichtig Integration und das Lernen der Sprache sei, damit ein Team funktionieren könne. Er lobte die Ostwiger vor allem für ihre weltoffene Haltung: „Euer irakischer Freund gewinnt ein Trikot und ihr freut euch so mit ihm. Ihr seid viel weiter in Sachen Integration, als ich es häufig erlebt habe. Das hat mich sehr berührt“, gab Büskens anschließend preis.

Auch für die Ostwiger Schalke-Liebhaber war es ein emotionaler, aufregender und zugleich rundum gelungener Tag, der dem Fanclub zwei neue Ehrenmitglieder eingebracht hat: Mike Büskens und Salif Sané dürfen sich nach feierlicher Übergabe ihrer Urkunden nun ebenfalls ganz offiziell „Steinbergknappen“ nennen.

Ostwiger Schalke-Fanclub "Steinbergknappen" empfängt Salif Sané und Co-Trainer Mike Büskens

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