"Das ist mein Weg"

Schwestern feiern im Bergkloster Bestwig ihre Ordensjubiläen

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Rund 1500 Jahre Ordensleben haben die 25 Jubilarschwestern im 2017 schon hinter sich – das wurde jetzt im Bergkloster Bestwig gefeiert.

Bestwig.25 Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel feien in diesem Jahr ihre 25-, 40-, 50-, 60-, 65- oder sogar 70-jährige Ordenszugehörigkeit. Jetzt fanden an zwei Wochenenden die Jubilarfeiern im Bergkloster statt: einmal mit allen Jubilarinnen und einmal für die Bestwiger Schwestern mit ihren Angehörigen und Freunden.

„Zusammen feiern Sie 1500 Jahre Ordensleben. 1500 Jahre, in der sie sich für andere eingesetzt haben“, unterstrich Pater Guido Hügen aus der Abtei Königsmünster in der Predigt des Festgottesdienstes mit den Ordensschwestern. Generaloberin Schwester Maria Thoma Dikow und Provinzoberin Schwester Johanna Guthoff gratulierten den Jubilarinnen. Schwester Johanna betonte, dass gläubige Menschen – also auch die Ordensschwestern – Lebenskünstler seien. Im Duden sei der Begriff dadurch definiert, dass sie das Leben meisterten und in jeder Situation das Beste machten: „Für Christen gilt darüber hinaus, dass sie die Kunst beherrschen, das Leben aus dem Glauben heraus und mit Gottes Hilfe zu meistern.“

Zu diesen Lebenskünstlerinnen, die immer wieder auf Gottes Stimme hörten, gehört Schwester Gertrudis Büter aus dem Bergkloster Bestwig. Auch drei ihrer elf Geschwister traten in einen Orden ein: darunter Schwester Maria Gemma Büter, die lange als Missionarin in Brasilien tätig war und 2013 im Bergkloster Bestwig verstarb, sowie Schwester Felicia Maria Büter, die heute mit Schwester Gertrudis im Bergkloster lebt. 49 Jahre lang lebte Schwester Gertrudis im Konvent in Gelsenkirchen-Resse. Dort arbeitete sie vielfältig in der Gemeinde mit – ob Kommunionvorbereitung, Pastoralarbeit, Mitarbeit im Schülerinnen-Wohnheim oder in der Krankenpflege: „Ich habe immer gesagt: Ich bin MTA – Mädchen tut alles.“ Rückblickend sagt die 92-Jährige: „Ich möchte kein Jahr missen und kein Jahr ändern. Oft genug habe ich Gottes Führung erfahren. Das macht mich glücklich.“

Zu den Silberjubilarinnen gehört Schwester Laetitia Müller. Sie lebt ebenfalls in Bestwig, verantwortet hier das Angebot „Kloster auf Zeit“ und arbeitet als Lehrerin für Textilgestaltung am Berufskolleg Bergkloster Bestwig sowie an der Walburgisrealschule in Menden. Viele Bestwiger kennen sie auch durch ihr Engagement in den Pfarrgemeinden des Ruhr-Valmetals – etwa im Pfarrgemeinderat, in der Taufpastoral oder als Wortgottesfeier-Leiterin. In Velmede und Bestwig war sie auch zwei Jahre lang als Küsterin tätig. „Über meine Cousine, Schwester Theresita Maria Müller, hatte ich die Gemeinschaft kennengelernt“, blickt Schwester Laetitia zurück. So kam sie als 23-Jährige von Köln aus ins Sauerland, besuchte hier Besinnungswochenenden und nutzte das Angebot Kloster auf Zeit, für das sie heute verantwortlich ist. „Dabei können interessierte Frauen für einige Wochen nach den Regeln der Gemeinschaft im Kloster mitleben, um zu prüfen, ob dieses Leben für sie infrage kommt.“ Schwester Laetitia entschied sich dafür und trat 1985 in die Gemeinschaft ein. „Nach dem Noviziat durfte ich mein Hobby zum Beruf machen“, berichtet sie. Sie absolvierte eine Schneiderlehre und war während der Gesellenjahre in verschiedenen Einrichtungen der Gemeinschaft tätig. Sechs Jahre später, vor der Ewigen Profess, mit der man sich endgültig bindet, bat sie noch einmal um Bedenkzeit: „Ich verließ ich das Kloster, arbeitete Teilzeit wieder in meinem ursprünglichen Beruf als pharmazeutisch-technische Assistentin und machte berufsbegleitend die Meisterprüfung im Damenschneiderhandwerk. Irgendwann merkte ich doch, dass das Ordensleben für mich das Richtige ist und bat um Wiederaufnahme in die Gemeinschaft.“

Wenn sie heute auf ihre 25 Jahre Ordensleben zurücksieht, stellt sie fest: „Das ist mein Weg. Wo sonst hätte ich meine verschiedenen Interessen, Hobbys und Talente so gut miteinander verbinden können wie hier?“ Daher freut sie sich auch auf die nächsten 25 Jahre.

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