Partnerstadt liefert Lichterbogen

Schwibbogen aus dem Erzgebirge soll die Herzen der Bestwiger erwärmen

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Der neue Schwibbogen ziert bereits das Bürger- und Rathaus in Bestwig.

Bestwig - Er spendet Licht in einer dunklen Jahreszeit; und mehr noch: In der Adventszeit weckt ein leuchtender Schwibbogen Vorfreude auf und Erinnerungen an das Weihnachtszeit – und kann auf diese Weise sogar Herzen erwärmen. Mit einem drei Meter großen, original erzgebirgischen Schwibbogen bekommt der Bestwiger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr eine besondere Attraktion - mit einer besonderen Geschichte: Der Schwibbogen ist ein Geschenk der Partnergemeinde Niederwiesa in Sachsen.

Wer einmal das vorweihnachtliche Erzgebirge besucht hat, wird sehen, dass eine Vielzahl von Fenstern von Schwibbögen erleuchtet werden. „Wie keine andere Region in Deutschland steht das Erzgebirge für Weihnachten“, weiß Bürgermeister Ralf Péus – Räuchermännchen, Schwibbögen und urige Märkte sind im Erzgebirge keine „Folklore“, sondern eine lebendige Tradition. Im vergangenen Jahr konnte eine Besuchergruppe aus Bestwig bei einer adventlichen Fahrt nach Niederwiesa selbst das „Weihnachtsland Erzgebirge“ erleben – und war begeistert.

Diese Begeisterung ist offensichtlich auch auf die Gemeinde Niederwiesa und Bürgermeisterin Ilona Meier übergesprungen: Als man in Niederwiesa erfuhr, dass es nun auch in Bestwig einen Weihnachtsmarkt gibt, entstand die Idee, quasi „Unterstützung aus dem Erzgebirge für das Sauerland zu leisten“: Bürgermeisterin Ilona Meier und der Gemeinderat schenkten der Gemeinde Bestwig den drei Meter breiten und 1,60 Meter hohen Lichterbogen.

Die Tradition der Schwibbögen geht im Erzgebirge bis ins 18. Jahrhundert zurück. Mittlerweile ist es zu einem Symbol für die gesamte Region geworden. Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter sind der Überlieferung zufolge Symbol der Sehnsucht der erzgebirgischen Bergleute nach dem Tageslicht, das sie vor allem in den Wintermonaten über Wochen nicht zu Gesicht bekamen. Neben verschiedenen Symbolen zeigt der traditionelle Schwibbogen zwei Bergleute, einen Schnitzer und eine Klöpplerin – und damit drei Haupterwerbsquellen der erzgebirgischen Landbevölkerung in vergangenen Jahrhunderten.

Licht des Bogens sollte Bergleuten sicheren Weg zurück ins Heim weisen

Mit dem beleuchteten Schwibbogen ist eine weitere Tradition verbunden: Das Licht des Bogens sollte den Bergleuten den sicheren Weg zurück ins Heim weisen. Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus freut sich riesig über das Geschenk aus der Partnergemeinde: Hier bekomme der Bestwiger Weihnachtsmarkt nicht nur eine echte Attraktion aus dem Erzgebirge – „auch der Bergbau ist bei uns in der Gemeinde Bestwig eine lebendige Tradition“. Zum Bestwiger Weihnachtsmarkt am 7. und 8. Dezember – dem zweiten Adventswochenende – bekommt der neue Schwibbogen einen Ehrenplatz über dem Eingang zum Bürgertreff des Bürger- und Rathauses.

Vertreter der Partnergemeinde Niederwiesa werden den Schwibbogen während des Weihnachtsmarktes offiziell an die Gemeinde Bestwig übergeben: „Wir freuen uns, dass wir unserer Gemeindepartnerschaft auf diese Weise einen weiteren Baustein hinzufügen können“, sagt Ilona Meier, Bürgermeisterin der Gemeinde Niederwiesa: „Wie ich schon einmal bei einem Neujahrsempfang gesagt habe: Sie haben in Ihrer Region die Weihnachtsbäume und wir den weihnachtlichen Schmuck fürs Fest. Mit diesem Geschenk möchten wir auch zum Ausdruck bringen, dass wir es nicht vergessen haben, wie Bestwig uns in Niederwiesa nach der Wende unterstützt hat.“

Und gebaut wird an der Gemeindepartnerschaft auch weiter: Im kommenden Jahr soll voraussichtlich wieder eine vorweihnachtliche Fahrt nach Niederwiesa und ins Erzgebirge stattfinden.

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