Außergewöhnliche Schenkung

Velmeder Schützen erhalten Blutreliquie des Papstes Johannes Paul II.

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Das Blut, welches auf einem kleinen Stück Leinen in eine Schmuckblume gefasst ist und in einem silbernen Reliquiar aufbewahrt wird, stammt aus einer Eigenblutspende des Papstes.

Velmede-Bestwig. „Vor nicht einmal 100 Jahren standen sich Schützen aus den Niederlanden, Polen und Deutschland als Feinde im Gefecht gegenüber, heute sind sie nach Velmede gekommen, um eine Reliquie des Papstes an die Kirchengemeinde zu übergeben, der durch seine Unterstützung den Kommunismus geschwächt, den Frieden gestärkt und die Freundschaft zwischen der Schützenbruderschaft Krakau und der aus Velmede ermöglicht hat.“ Pfarrer Michel Schmidt versuchte bereits in seiner Begrüßung den Bogen zwischen Velmede und Krakau zu spannen. Wie kommt eine kleine Gemeinde im Sauerland zu der Ehre, eine Blutreliquie des heiligen Papstes Johannes-Pauls II. überreicht zu bekommen?

Die Freundschaft zwischen beiden Orten ist viel älter, als die Freundschaft der beiden Schützenbruderschaften und viel älter, als die meisten Velmeder wissen. Es ist die persönliche Freundschaft zwischen dem damaligen Erzbischof von Krakau Karol Woytjla und dem Essener „Ruhrbischof“ Franz Hengsbach.

Hengsbach, gebürtiger Velmeder, war seit den 1950er Jahren „Polenseelsorger“ der deutschen Bistümer. Er setzte sich vehement für eine Verbrüderung beider ehemals verfeindeter Länder ein und traf damals häufig mit dem Krakauer Erzbischof, dem späteren Papst Johannes-Paul II. zusammen. Noch drei Wochen vor seiner Wahl zum Papst besuchte Bischof Woytjla seinen Amtsbruder in Essen. Bischof Hengsbach suchte in den 1980er Jahren offen den Kontakt zum polnischen Gewerkschaftsführer Lech Walesa und unterstützte gemeinsam mit der Gewerkschaft Solidarnosc die polnische Bevölkerung in ihrem Kampf um Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden. An diese „Bischofsfreundschaft“ erinnerte sich der polnische Kardinal Dwiwisz, der frühere privatsekretär von Johannes-Paul II. Diese Freundschaft sowie die Freundschaft der beiden Schützenbruderschaften waren auch einer der Beweggründe für Kardinal Dwiwisz, im Oktober vergangenen Jahres an die Velmeder Schützen diese wertvolle Reliquie zu übergeben.

Blut aus päpstlicher Eigenblutspende

Das Blut, welches auf einem kleinen Stück Leinen in eine Schmuckblume gefasst ist und in einem silbernen Reliquiar aufbewahrt wird, stammt aus einer Eigenblutspende, welche dem schwer erkrankten Papst kurz vor seinem Tod entnommen wurde und nicht mehr zur Anwendung kam. Das silberne Reliquiar ist ein Geschenk der Krakauer Schützenbruderschaft „Bractwa Kurkowe w Krakowie 1257“, die es sich nehmen ließ, mit einer Abordnung ins Sauerland zu kommen, um der Übergabe an die Kirchengemeinde beizuwohnen. Gemeinsam mit ihrem Schützenkönig Zbigniew Wolfram überreichte die polnische Delegation das Reliquiar während des Gottesdienstes an den Velmeder Brudermeister Roland Burmann, der es wiederum an Pastor Michael Schmitt übergab. 

Die Krakauer Schützenbruderschaft „Bractwa Kurkowe w Krakowie 1257“ war ebenso vertreten wie er amtierend Europaschützenkönig Leo Niessen.

Auch der amtierend Europaschützenkönig Leo Niessen aus den Niederlanden, der Regionalpräsident der EGS, der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, der niederländische Regionalsekretär Gerard van Uem sowie der stellvertretende Bundesoberst des SSB, Stefan Tremmel, Bundesgeschäftsführer Wolfram Schmitz, Kreisoberst Reinhard Schauerte und Abordnungen aller Schützenbruderschaften der Gemeinde Bestwig nahmen sowohl am feierlichen Gottesdienst, als auch am anschließenden Festakt als Vertreter des regionalen und internationalen Schützenwesens teil. Aus der Politik waren neben Bürgermeister Ralf Peus und Landrat Dr. Karl Schneider auch die Landtags- Bundestags und Europaabgeordneten der Union gekommen, um ihre Wertschätzung für den Einsatz um das Gemeinwohl aller Beteiligten zu würdigen.

Insgesamt befinden sich in Deutschland elf Blutreliquien des heiligen Papstes Johannes Pauls II. Unter Anderem in Paderborn, Köln, Aschaffenburg, Regensburg und Würzburg. Velmede dürfte wohl der kleinste Ort sein, an dem sich eine solche Schenkung befindet. Sie ist nun in einer Wandnische an der rechten Kirchenwand neben der mittelalterlichen Pieta eingebracht. Hier kann sie durch die Gläubigen angebetet und verehrt werden.

Schützenbruderschaft Velmede-Bestwig erhält Blutreliqiue von Papst Johannes Paul II.

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