Sauerländer geben Hoffnung

Verein „Esperanza“ blickt auf Erfolge aus 25 Jahren zurück

Eine deutsch-guatemaltekische Freundschaft, die seit vielen Jahren verbindet: Timo Peters (Erster Vorsitzender von Esperanza), Architekt Luis Palacios, sein Sohn Estuardo und Dr. Peter Liese (Zweiter Vorsitzender). Foto: Jana Sudhoff

Bestwig. „Schüler, mit denen wir angefangen haben, kommen jetzt als Lehrer zurück.“ Ganz frische und positive Eindrücke hatte Dr. Peter Liese am Jubiläumswochenende des Entwicklungshilfevereins „Esperanza“ zu schildern. Das erste Mal seit 16 Jahren war der Zweite Vorsitzende und einer der Gründungsmitglieder des Vereins im August nach Guatemala gereist, um dort an der 25-Jahrfeier von „Esperanza“ teilzunehmen, die an diesem Wochenende auch auf deutscher Seite begangen wird. Mehr als 50 Schulbauprojekte sind in diesem Vierteljahrhundert verwirklicht worden.

„Als Medizinstudent habe ich mich damals dafür interessiert in einem Entwicklungsland zu arbeiten“, berichtete Liese. Über die Junge Union fand er den Weg nach Guatemala, wo er in einem Krankenhaus sowie in einem Dorf in der Basismedizin tätig war. Unter welchen schwierigen Bedingungen die Kinder dort lernen – oder manchmal auch gar nicht lernen – davon erzählte er anschließend in der Heimat. Seine Vision – Menschen im Hochland Guatemalas Bildungschancen und damit neue Perspektiven zu bieten – steckte an und 15 Sauerländer flogen nach Guatemala, um eine Schule zu bauen. „Doch Idealismus und Enthusiasmus alleine reichen nicht, das muss professioneller laufen“, sagten sich die ersten „Schulbauer“ damals. Diese Erkenntnis mündete dann in die Vereinsgründung im Gasthof Nieder in Ostwig.

„Die Erfolge können sich sehen lassen“, resümierte Liese. Seitdem wurden mehr als 50 Schulbauprojekte realisiert und dafür über eine Million Euro an Spendengeldern – vorwiegend von Spendern aus dem Sauerland – gesammelt.

Auch neue Impulse werden umgesetzt: Vor einigen Jahren begann man als Pilotprojekt mit nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus und Lehm zu bauen. „Diese traditionellen Bauweisen waren lange in Vergessenheit geraten und werden nun nach und nach in die Projekte integriert. Damit schaffen wir gerade in Guatemala, das vom Klimawandel sehr stark betroffen ist, Alternativen zum Bau mit Zement und Stahl“, sagt Liese.

Helfende Hände sind willkommen

Der „Biobau“ ist besonders auch für deutsche Architekturstudenten spannend. Aber nicht nur diese zieht es zu Einsätzen vor Ort. Immer wieder reisen Vereinsmitglieder und Freiwillige nach Guatemala, um ehrenamtlich einige Wochen mit anzupacken und mit den Dorfbewohnern die Schulen zu errichten. „Es kann sich jeder melden“, betont Liese, der sich zusammen mit seinen Mitstreitern über weitere helfende Hände freut.

Groß ist die Freude auch bei Luis Palacios, Architekt vor Ort und Schalt- und Angelpunkt zwischen den Einheimischen und den Ehrenamtlichen von „Esperanza“, über eine zweite neue Vision: Die Idee der „Permakultur“ soll an den Schulen – als „Naturerlebnis“ – etabliert werden. Das Konzept fußt auf ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen. Somit werde in den Dörfern nicht nur ein Ort für Bildung konstruiert, sondern auch die Bildung gestärkt, indem die Kinder etwa für Umweltaspekte sensibilisiert werden, so Palacios. Der Architekt ist mit seinem Sohn Estuardo, der ihn seit einigen Jahren bei den Projekten unterstützt, für die 25-Jahrfeier ins Sauerland gereist. Diese begeht der Verein mit Mitgliedern, Freunden und Förderern sowie mit dem Verein „Oyak“ am Samstag und Sonntag im Ferienheim Niederlandenbeck. Dort können sich Interessierte unter anderem bei dem Vortrag „Bambus, Lehm und Permakultur – Kann man daraus eine Schule bauen?“ (morgen, 17 Uhr) über die neuen Visionen von „Esperanza“ informieren.

Wer den Verein finanziell unterstützen möchte, kann spenden unter: Sparkasse Hochsauerland, IBAN DE12 4165 1770 0000 0039 39, SWIFT-BIC WELADED1HSL oder unter Volksbank Sauerland, IBAN DE60 4666 0022 2009 8981 00, SWIFT-BIC GENODEM1SRL. Wer Interesse an einem Arbeitseinsatz in Guatemala hat, wendet sich an den Ersten Vorsitzenden Timo Peters: kontakt@esperanza.de.Vorkentnisse sind nicht nötig, die Freiwilligen erhalten eine Anleitung.

  • Der Verein zur Förderung und Entwicklung in Mittelamerika engagiert sich seit 25 Jahren entwicklungspolitisch in Deutschland und Guatemala.
  • Der Verein hat bisher über eine Million Euro Spenden gesammelt und in Grundschulen, Sekundarschulen und Akademien investiert.
  • Der Verein war am Bau von mehr als 50 Schulen beteiligt.
  • Der Verein hat aktuell 127 Mitglieder.
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