„Es gibt positive Aspekte“

Verkehrsstatistik 2017: Polizei im Hochsauerlandkreis setzt weiter auf Prävention

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Polizeidirektor Klaus Bunse, Polizeihauptkommissarin Andrea Hiller und Landrat Karl Schneider stellten die Verkehrsstatistik 2017 vor.

Meschede. Auf den Sauerländer Straßen „knallte“ und „krachte“ es im vergangenen Jahr wieder gewaltig. Im Hochsauerlandkreis gab es 2017 8699 Verkehrsunfälle zu verzeichnen – das bedeutet ein Plus von 5,93 Prozent oder 456 mehr Unfälle im Vergleich zu 2016. Die Anzahl der Verkehrstoten hingegen ist zurückgegangen. 2017 verloren neun Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, 2016 waren es 19 Personen. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1975 – so heißt es in der aktuellen Verkehrsstatistik, die am Freitag im Mescheder Kreishaus vorgestellt wurde.

„Die Kernbotschaft zur Statistik 2017 lautet: Es gibt positive Aspekte. Allerdings sind die Verkehrsunfälle im Vergleich zu 2016 gestiegen; begründet durch den Anstieg des Verkehrsaufkommens im HSK. Positiv zu vermerken ist, dass keine Kinder gestorben sind. Elf Kinder wurden schwer verletzt, das sind im Vergleich zu 2016 acht Kinder weniger. Neun Menschen verloren ihr Leben auf den Straßen im HSK. Jedoch ist jeder Tote einer zuviel“, so Landrat Dr. Karl Schneider. Laut Aussage der Kreispolizeibehörde ist der Anstieg der Verkehrsunfälle im Hochsauerlandkreis durch die Steigerung der Unfälle mit Sachschaden (Bagatellunfälle) zu begründen. Die Anzahl der meldepflichtigen Verkehrsunfälle sank um 49 Unfälle von 2511 auf 2462 und damit um 1,95 Prozent. Ein weiterer Rückgang auf 739 ist im Bereich Unfälle mit Personenschaden zu verzeichnen. Das bedeutet 11,5 Prozent weniger Verletzte als 2016. 

Die Anzahl der Verunglückten insgesamt ging von 1143 auf 992 zurück, also um 13,21 Prozent. „Betroffen sind wir von den schweren Unfällen in Fleckenberg und Olsberg. Das waren die gravierendsten Unfälle 2017. Bei den jungen Erwachsenen haben wir drei Tote und 35 Schwerverletzte zu beklagen. Wir werden die Fahranfänger im Auge behalten und in den Schulen die ‘Crash Kurs’-Programme fortsetzen“, so Schneider. „Im Vergleich zu 1975 hat sich das Verkehrsbewusstsein jedoch verbessert. 1975 gab es 73 Verkehrstote, im vergangenen Jahr neun. Wir setzen alles daran, diese Anzahl zu minimieren und hoffen auf die Unterstützung vom Land. Es werden neue Kräfte ausgebildet, die hoffentlich ab 2021 auch bei uns eingesetzt werden.“ 

Mehr Fälle von Fahrerflucht 

Die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Teilnehmer sank im Vergleich zu 2016 um 151 auf 992 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Verunglücktenhäufigkeitszahl mit 378 Personen pro 100.000 Einwohner wieder gesunken. Sie liegt deutlich unter dem Landeswert NRW von 435. Ein leichter Rückgang ist auch bei den Verkehrsunfällen mit Motorradfahrern zu verzeichnen. Selbstüberschätzung, überhöhte Geschwindigkeit oder auch zu wenig Fahrpraxis trugen dazu bei, dass 2017 zwei Motorradfahrer im Alter von 19 und 46 Jahren ums Leben kamen, 122 Kradfahrer verletzt bzw. schwer verletzt wurden. „Die Zahl der Verkehrsunfälle ist 2017 zwar gestiegen. Das liegt jedoch an den Sachschäden. 

Die Unfälle mit Personenschaden sind auf 11,5 Prozent zurückgegangen. Und darauf kommt es uns an“, erläuterte Polizeidirektor Klaus Bunse die Zahlen der Verkehrsstatistik. „2017 wurde bei Verkehrsunfällen kein Kind im Kreisgebietet getötet. Das Risiko bei einem Unfall getötet oder verletzt zu werden ist für Kinder im HSK geringer als im Landesdurchschnitt. Die Anzahl der verunglückten Kinder blieb mit 87 unverändert.“ Jedoch ging die Zahl der schwer verletzten Kinder im Vergleich zu 2016 von 19 auf 11 zurück, also um 42,1 Prozent. Die Zahl der Verunglücktenhäufigkeit bei den jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) schlug mit 932 Verunglückten pro 100.000 Einwohnern zu Buche. Das bedeutet einen Anstieg von 2,3 Prozent zum Vorjahr. 

Die Zahl der Verunglücktenhäufigkeit in NRW liegt bei den jungen Erwachsenen bei 851 Verunglückten pro 100.000 Einwohnern. „Die Verunglücktenhäufigkeitszahl liegt im HSK höher als in NRW bedingt durch mehrere Faktoren. Weniger Personennahverkehr, schlechtere Verkehrsanbindung als in den Städten, längere Wege plus das typische Risikoverhalten von jungen Leute“, so Polizeihauptkommissarin Andrea Hiller von der Direktion Verkehr. Nicht nur die Risikogruppe der jungen Leute stellt für die Polizei ein Problem dar. Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht stieg im vergangenen Jahr um 15 auf 1547 Fälle an. Die Aufklärungsquote betrug im Jahr 2017 40,92 Prozent. Ein weiterer Anstieg ist auch im Bereich Fahren unter Alkohol und Drogeneinfluss zu verzeichnen. 104 Verkehrsunfälle sind auf Alkoholkonsum zurückzuführen, 25 auf den Genuss von Rauschmitteln. Die Statistik im Bereich Verkehrsunfälle mit Senioren im Vergleich zum Landesdurchschnitt fiel folgend aus: 12,59 Prozent meldepflichtige Unfälle im HSK, 11,8 Prozent in NRW. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Senioren als Verursacher von Unfällen mit Personenschaden von 14,13 auf 15,16 Prozent gestiegen.

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