Für Vierbeiner tabu

Norbert Jäkel, Frank Behrendt und Ralf Wegener (von links) vom heimischen Trinkwasserversorger Hochsauerlandwasser GmbH vor der Wassergewinnung Hennenohl in Velmede: Um optimale Voraussetzungen für die Trinkwasseraufbereitung zu haben, setzen sie auf die Einsicht der Hundebesitzer.

Eine weitläufige Wiese in Nachbarschaft zur Ruhr, daneben der sogenannte "Schwarze Weg", der als Trasse für Fußgänger und Radfahrer Velmede und Bestwig miteinander verbindet: Scheinbar ideale Voraussetzungen, um dem vierbeinigen Hausgenossen Auslauf zu bieten - eigentlich. Denn die Wiese und der "Schwarze Weg" befinden sich in der Wasserschutzzone II beziehungsweise IIIA rund um die Wassergewinnung Hennenohl.

Hier ist das Mitführen von Hunden ebenso unerwünscht wie Tierhaltung generell. Auch das Ausbringen von Gülle, Mist oder anderen Stoffen, die ins Erdreich eindringen und damit das Trinkwasser belasten können, müssen hier vermieden werden.

Zu Recht, weiß Wassermeister Norbert Jäkel vom heimischen Trinkwasserversorger Hochsauerlandwasser GmbH (HSW): "Aus dem Hundekot können sogenannte Fäkalstreptokokken ins Rohwasser gelangen."

Falls diese ins Trinkwasser vordringen würden, könnten sie zu schwerem Durchfall oder Erbrechen führen - das kann bei Kleinkindern, Senioren oder immungeschwächten Menschen sogar lebensbedrohlich sein.

Am "Schwarzen Weg" weisen deshalb Schilder auf das Trinkwasserschutzgebiet sowie das Verbot, Hunde mitzuführen, hin.

Viele Hundebesitzer beachten die Regelung - aber nicht alle. Möglicherweise sei es mitunter nicht bewusst, dass es nicht gestattet ist, die Tiere auf dem "Schwarzen Weg" mitzunehmen", vermutet Ralf Wegener, bei der HSW zuständig für Anlagen-, Gebäude- und Elektrotechnik und selbst Hundebesitzer. Doch auch der Weg zähle zur Wasserschutzzone: "Die Entfernung zum Wasserwerk ist einfach zu klein, auch von hier aus können die Keime ins Wasser gelangen."

Einzäunen nicht möglich

Gegen solche Bakterien muss die HSW "schweres Gerät" auffahren: "Sie sind nur durch eine aufwändige Filtration beziehungsweise in diesem Fall durch eine Chlordioxid-Desinfektion zu eliminieren", erklärt Wassermeister Frank Behrendt.

Die Hochsauerlandwasser GmbH hat bereits darüber nachgedacht, den Wasserschutzbereich im Hennenohl einzuzäunen. Das aber sei nicht ohne Weiteres möglich, so Wassermeister Norbert Jäkel: Die Fläche befinde sich im Überschwemmungsgebiet der Ruhr, "aus Gründen des Hochwasserschutzes ist es deshalb schwierig, dort Zäune zu errichten." Zumal dann auch der Weg komplett gesperrt werden müsste, "und das will sicher niemand."

Das Team des heimischen Trinkwasserversorgers setzt deshalb vor allem auf die Einsicht der Hundehalter.

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