Termine stehen fest

Vom Affentheater bis zum Gospelwochenende: Kultur Pur blickt hoffnungsvoll auf Veranstaltungsjahr 2021

Rene Sydow soll das Veranstaltungsjahr am Freitag, 16. April, mit dem Programm Heimsuchung eröffnen.
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Rene Sydow soll das Veranstaltungsjahr am Freitag, 16. April, mit dem Programm Heimsuchung eröffnen.

Das Veranstaltungsprogramm des Vereins Kultur Pur für 2021 steht. Weitgehend entspricht es der Planung aus dem vergangenen Jahr. „Aufgrund der Corona-Pandemie haben wir alles seit vergangenem Februar auf die Zeit ab Mai dieses Jahres und sogar Anfang 2022 verschoben“, erklärt der Vorsitzende Jan Frigger. Dann – so hoffen die Organisatoren – sollte Kultur pur auch im größeren Rahmen wieder möglich sein. Und sofort locken viele große Namen: Dazu gehören Wilfried Schmickler, Jürgen Becker, Herbert Knebels Affentheater und Frieda Braun.

Bestwig – Wenn alles gut läuft, wird Réne Sydow das Veranstaltungsjahr am Freitag, 16. April, eröffnen. Dieser Termin war tatsächlich schon vor der Corona-Pandemie für 2021 vereinbart worden. „Und da sie in etwas kleinerem Rahmen in der Sparkasse stattfinden soll, sind wir zuversichtlich, dass sein Auftritt dann auch möglich ist“, sagt Jan Frigger.

Bezeichnenderweise lautet der Titel von Sydows neuem Programm „Heimsuchung“. Es ist bereits das vierte Programm des ehemaligen Lehrers. Und eigentlich sollte es ein fröhliches werden. Doch als habe er die Pandemie schon kommen sehen, geht es in der „Heim-Suchung“ vor allem um den eigenen Opa. Und das ist aufgrund der aktuellen Herausforderungen bei gleichzeitigem Pflegenotstand kein Anlass zur Heiterkeit. Sydow fragt: Wie können wir in Würde altern? Was ist ein Menschenleben überhaupt wert? Und sind das nur private Fragen oder ist das Private doch politisch? Ist das noch Kabarett oder geht es schon um Leben und Tod? Und zu guter Letzt sei dann doch die Frage erlaubt, warum dieser Abend trotzdem so erschreckend lustig ist.

Wilfried Schmickler soll im April den Reigen eröffnen

Am Sonntag, 16. Mai, folgt dann im Bürgersaal des Bestwiger Rathauses der Auftritt von Wilfried Schmickler. Sein letztes Programm heißt „kein Zurück“ – und auch das klingt angesichts der Pandemie fast visionär. Der Rheinländer, der die deutsche Politik seit über drei Jahrzehnten messerscharf seziert, beschäftigt sich diesmal mit Deutschland im Um- und Aufbruch. Dabei liest sich die Ankündigung seines Programms im selben Staccato, mit dem er auch auf der Bühne begeistert: „Wo geht es hin? Wer darf mit? Und vor allem: Wann geht es endlich los? An den Haltestellen stehen die Verunsicherten im Dauerregen und warten auf die nächste Mitfahrgelegenheit. Denn alle wissen: Wer jetzt den Anschluss verpasst, der landet auf dem Abstellgleis: aussortiert, verloren, abgehängt. Aus den Lautsprechern: Durchhalteparolen. An den Anzeigetafeln: Werbung für Beruhigungsmittel. Hinter den Auskunfts-Schaltern: Kollege kommt gleich. Die als Glückspilze verkleideten Mitarbeiter des Heimat-Ministeriums verteilen Gutscheine für Rückfahrkarten. Traumreisen in die Vergangenheit. Nostalgie-Trips in die Welt von Vor-vor-Gestern. Wenn möglich, bitte umkehren.“ Schmickler beschreibt die Kämpfe, die unsere Gesellschaft beherrschen: Reich gegen Arm, Alt gegen Jung, Stadt gegen Land. Und er beschreibt einen Ausweg: Die Solidarität aller Menschen mit allen Menschen.

Weiter geht es am Samstag, 4. September, mit Jürgen Becker. Der Literatur-, Musik- und Kunstliebhaber nennt sein neues Programm „Die Ursache liegt in der Zukunft“. Und es wird die Frage erlaubt sein, ob das auch für Corona gilt. Becker analysiert die Gefahren für die Zukunft der Menschheit angesichts unseres rücksichtslosen Verhaltens: „Der Kapitalismus basiert auf unendlichem Wachstum. Doch wie soll das auf einem endlichen Planeten funktionieren? Das Finale unseres fossilen Feuerwerks kollabiert ausgerechnet mit einem China-Kracher. Ökologie und Ökonomie verwirbeln gewaltig unser Gewohnheitsrecht und unsere Nebenkostenabrechnung. Ein bahnbrechend zorniges Sturmtief kündigt sich an. Recken wir also die Hände zum Heizpilz und fahren nach der Party voll im SUV vor die Wand? Oder machen wir die Wende in ein genüssliches Leben voll Komischer Intelligenz?“ Jürgen Becker entwickelt den optimalen Optimismus ohne Opiate und holt sein Publikum unter eine warme Decke. Dort wird genau recherchiert, was die Welt zusammenhält, wenn sie auseinander fällt – und wie es sich für alle so richtig rechnet, sie jetzt zu retten.

Herbert Knebel „außer Rand und Band“

Schließlich kommt – mit einem Jahr Verspätung – Herbert Knebels Affentheater am Samstag, 30. Oktober, ins Sauerland. Das Quartett tritt in der Velmeder Schützenhalle auf. Und wenn die Pandemie dann endlich bezwungen ist, verspricht sein Programm „Außer Rand und Band“ möglicherweise nicht zuviel. Wiedermal setzt das Affentheater auf die altbewährte Mischung aus „Musik, egal ob von Bee Gees, Pink Floyd, The Clash, The Who ‚Creedence Clearwater Revival‘, Roy Orbinson, David Bowie und hasse nich gehört, herrlich blöde Ensemble Nummern und natürlich – nicht zuletzt – die schönen Knebel-Geschichten.“ Eines lässt sich zu diesem Programm laut Herbert Knebel jetzt schon sagen: „Es ist auf jeden Fall nicht zu lang! Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Aber das hält uns nicht davon ab, auf der Bühne außer Rand und Band zu sein, wenn auch nur für einen kurzen Moment.“

Am 13. und 14. November ist dann wieder ein Gospelwochenende mit Carlos Garcia und Our Voices aus Hannover geplant. Weitere Informationen zu diesem Workshop folgen im Frühjahr. Noch sind keine Anmeldungen möglich. Und auch ein Gastspiel des Kindertheaters Don Kidschote im November ist vorgesehen.

Beenden wird das Veranstaltungsjahr schließlich die heimische Kabarettistin Frieda Braun. Sie tritt am Freitag und Samstag, 26. und 27. November auf. Ursprünglich als Premiere ihres neuen Programms im April 2020 geplant, waren beide Vorstellungen schon ausverkauft. Einige wenige Plätze sind jetzt durch Kartenrückgaben wieder frei. Elf schrullige Frauen bilden Friedas legendäre „Splittergruppe“. Schon nach kurzer Zeit glaubt man, sie persönlich zu kennen – ebenso die männlichen Protagonisten, etwa den Hypochonder Bruno oder Wilbrecht, den rangältesten Junggesellen. Mal trifft Frieda mit klaren Worten direkt ins Schwarze, mal nimmt sie so kuriose Umwege, dass sie scheinbar den Faden verliert. „Diesmal soll es mit ihren beiden Abenden nach bereits drei Verlegungen dann auch hoffentlich klappen“, sagt Kultur Pur-Vorsitzender Jan Frigger. Erst recht, wenn man sich den Namen dieses Programms der Winterbergerin vor Augen führt: „Jetzt oder nie!“

Tickets gibt es ab sofort

Auch für 2022 stehen bereits die ersten Termine fest: So wurde der ursprünglich im September 2020 vorgesehene Auftritt von Christian Ehring auf Freitag, 4. Februar 2022, verlegt. Und am Samstag, 2. April 2022, kommt Jochen Malmsheimer. Ursprünglich war sein Gastspiel in Bestwig schon in diesem März geplant.

Tickets für alle Veranstaltungen gibt es ab sofort über den Online-Shop von Kultur Pur beim Anbieter Reservix (www.reservix.de). Vorverkaufsstellen sind darüber hinaus die Tourist-Information Bestwig und die Buchandlung Käpt’n Book in Olsberg. Reservix-Tickets gibt es außerdem in den Tourist-Informationen Meschede und Brilon. Aufgrund des Lockdowns sind alle Vorverkaufsstellen zurzeit allerdings geschlossen. Telefonische Kartenbestellungen über die Bestwiger Tourist-Information sind hingegen möglich. Sie ist werktags von 9 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr unter Tel. 02904 712810 erreichbar, samstags von 10 bis 13 Uhr.

Alle weiteren, aktuellen Informationen gibt es auf der Internetseite des Vereins unter www.kulturpur-bestwig.de.

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