„Diese Schule ist Teil Ihres Lebens“

Willi Kruse feiert Abschied als Schulleiter am Berufskolleg Bestwig

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Abschied: Geschäftsführerin Ida Knecht (2.v.r.) und der kaufmännische Leiter Michael Bünger (r.) danken Willi Kruse für seinen Einsatz am Berufskolleg Bergkloster Bestwig und seiner Frau Beate dafür, dass sie ihm den Rücken frei hielt.

Bestwig. Das Lehrerkollegium des Berufskollegs Bergkloster Bestwig hieß Willi Kruse bei seinem Abschied als Schulleiter am Dienstagmittag im Lehrerkollegium willkommen. „Denn Ihr Abschied aus dieser Leitungsaufgabe ist vor allem auch ein Neuanfang“, betonte die Provinzoberin der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, Schwester Johanna Guthoff.

Aus gesundheitlichen Gründen hat Willi Kruse beim Schulträger, der Ordensgemeinschaft, um seine Entpflichtung aus der Leitungsfunktion gebeten. Der 61-Jährige will aber weiterhin Lehrer am Berufskolleg bleiben: „Der Stress hat mir doch ziemlich zugesetzt. Daher trete ich jetzt wieder ins zweite Glied zurück. Aber ich freue mich darauf, wieder mehr in den Klassen zu sein“, so Willi Kruse.

Kommissarisch übernimmt zunächst seine bisherige Stellvertreterin Anne Gerke die Leitung der Schule. Zum Sommer wird die Leitungsstelle ausgeschrieben.

Ida Knecht als zuständige Geschäftsführerin des Berufskollegs Bestwig, bedankte sich bei Willi Kruse mit den Worten: „Wir wissen alle, wie sehr wir Ihnen zu Dank verpflichtet sind. Sie haben diese Schule geprägt. Daher verdient auch Ihr jetziger Schritt größten Respekt.“ Und Schwester Johanna fügte hinzu: „Sie haben Ihre Entscheidung aus Verantwortung für die Schule gefällt. Aus derselben Verantwortung heraus hatten Sie vor fünf Jahren auch die Leitung dieser Schule übernommen.“

Willi Kruse unterrichtet seit 1983 am Berufskolleg. 1994 wurde er zum kommissarischen Schulleiter ernannt. Nach erfolgreichem Abschluss seiner Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II übernahm er diese Aufgabe auch offiziell. 2010 legte er die Prüfung für Schulleiter ab. Und als Fritz Henneböhl 2012 in den Ruhestand ging, hatte er sich erfolgreich um dessen Nachfolge beworben.

Sie hatten diese Aufgabe ohne Wenn und Aber angetreten. Denn diese Schule ist Teil Ihres Lebens“, lobte Ida Knecht den scheidenden Schulleiter. In seiner Leitungszeit hatte das Berufskolleg unter anderem erfolgreich die Qualitätsanalyse durchlaufen und das Siegel als „Fairtrade-School“ erhalten. „Wichtig sind Ihnen vor allem die Soft Skills, die Erziehung zu einem sozialen Miteinander: etwa durch die Fähigkeit, mit anderen kooperativ umzugehen“, nannte die Geschäftsführerin Beispiele.

Willi Kruse bleibt als Lehrer erhalten

In solchen Werten spiegele sich auch der Geist der Pädagogik der Ordensgründerin, der heiligen Maria Magdalena Postel wider, erklärte Schwester Johanna: „Wir glauben an das Gute im Menschen, sehen das Beste für jeden Einzelnen.“

Eine internationale Arbeitsgruppe von Schwestern sei gerade dabei, ein neues Leitbild für die ordenseigenen Schulen in Brasilien, Bolivien, Mosambik und Deutschland zu erarbeiten: „Das wird sich nicht von selbst verwirklichen. Aber ich bin überzeugt, dass sich die Pädagoginnen und Pädagogen an unseren Erziehungs- und Bildungseinrichtungen vom positiven Blick auf Kinder und Jugendliche anstecken lassen, wie ihn unsere Ordensgründerin lebte.“ Sie sei zuversichtlich, dass das auch dem Kollegium am Berufskolleg mit Willi Kruse in seiner Mitte weiterhin gelinge.

Willi Kruse selbst dankte seiner Frau, die ihm in all den Jahren den Rücken freigehalten habe, sowie dem Kollegium und allen anderen Mitarbeitenden in der Schule – ob in Cafeteria, Verwaltung, Haustechnik oder Reinigung: „Sie alle tragen dazu bei, dass diese Schule Erfolg hat.“ Dass sie einen guten Ruf habe, belegten die jüngsten Anmeldezahlen. Daher wolle er hier auch gern Lehrer bleiben.

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