Zusammen nachhaltig

Achtsam, nachhaltig, fröhlich: So war das zweite Schülerfestival am Briloner Gymnasium

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Bunt und dennoch nachhaltig: Das 2. Schüler-Festival am Petrinum hatte neben „starker“ Musik auch viel zum Diskutieren, Nachdenken und Selbermachen im Programm, wie hier das Upcycling leerer Tetrapacks.

Brilon - „We are in this together“, steht auf den T-Shirts des rund zehnköpfigen Organsiations-Teams, welches das zweite Schüler-Festival des Gymnasiums Petrinum in Brilon vorbereitet hat – es ist das Motto für die ganze Veranstaltung, denn alle sitzen in einem Boot.

Achtsam, nachhaltig und empathisch sind Eigenschaften, die man nicht mit einem kunterbunten, lauten und fröhlichen Festival in Verbindung bringt. Doch dieses Event, welches gestern Vormittag viele Schüler anderer Briloner Schulen anlockte, bot – neben viel lauter Musik von Jeek, Noah Appelhans, One Tape und Noriega Mind – bewusst auch Raum für die leisen und nachdenklichen Töne – unter anderem mit Poetry-Slam-Vorträgen und einem Workshop zum Thema Ökosysteme. Besonders spannend, dass die Schüler nicht nur die Botschaft für ein friedliches Miteinander der Kulturen aussendeten, sondern dies auch unter dem Aspekt der Achtsamkeit für die Umwelt taten. So war zum Beispiel das kulinarische Festivalangebot rein vegan; geschmeckt hat es allen. 

Als Partner ins Boot geholt hatten die Organisatoren sich das Haus Starke. „Wir machen das, weil wir glauben, dass die Umstellung in der Ernährung auch ein Genuss sein kann und nicht nur Verzicht bedeutet“, erklärte Dietrich Schallehn. Zudem gab es eine Upcyling-Ecke, wo man sich aus leeren Getränkekartons ein Portemonnaie basteln konnte. Ein Student aus Gießen stellte sein Start-up-Unternehmen vor, welches ein ressourcenschonendes Verfahren zum Anbau entwickelt hat: Aquaponik, eine Verbindung von Aquakultur und Hydroponik.

Schüler-Festival dauerhaft erhalten

Dass es den Briloner Gymnasiasten erneut gelungen ist, den riesigen organisatorischen Aufwand zu stemmen, ist ein klarer Beweis dafür, dass die Schüler für ihre Anliegen „brennen“. „Danke, dass ihr da seid, ich bin stolz, dass ihr das auf die Beine gestellt habt“, wandte sich Schulleiter Johannes Droste an die Schüler. Seine Aufgabe als Schulleiter sei es, Möglichkeiten zu schaffen. Aber man könne niemanden zu etwas zwingen. Der Erfolg des Festivals verdanke sich also der Tatsache, dass sich Schüler gefunden hätten die es machen wollen und Lehrer, die bereit waren, es zu begleiten. 

Yao Houphouet, Geschäftsführer von Ensible, dem NRW-Stützpunkt für Jugendkultur, der das von Leader geförderte Projekt wieder begleitet hat, sagte: „Fürs Gelingen sind viele Rahmenfaktoren erforderlich, wie die nötigen finanziellen Mittel und starke Partner.“ Er betonte aber auch die Leistung der Schüler: „Diese haben sich einen riesigen Schritt weiterentwickelt, waren viel selbständiger. Mit dem Begriff der Empathie haben sie eigenständig die Kerninhalte weiter in die Tiefe verfolgt.“ 

Beeindruckt zeigte sich auch Bürgermeister Dr. Christof Bartsch. Er wies darauf hin, wie gut die Veranstaltung zum Weltklimatag passe, der am Freitag überall mit Streiks und Kundgebungen – so auch auf dem Briloner Marktplatz – auf die Thematik aufmerksam machte. „Es ist eine gute Aktion. Ich wünsche mir, dass das Festival als dauerhafte Einrichtung erhalten bleibt, damit in der Schule nicht nur Kurvendiskussionen stattfinden, sondern sie auch als Lebensraum erlebt wird.“

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