Auf dem „Pöstchen“

Beliebter Treffpunkt: Wie der Dorfverein Wülfte die alte Dorfmitte wiederbelebt

Ortsvorsteher Erich Canisius Wülfte Umgestaltung Dorfverein Dorfmitte
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Ortsvorsteher Erich Canisius, Hermann Jochheim, Ortsheimatpfleger Walter Ising und Wilfried Krämer - alle Dorfverein Wülfte - haben die alte Dorfmitte mit Infotafel, Milchbock und „Alltagsmenschen“ (im Hintergrund) aus ihrem „Dornröschenschlaf“ geholt. Auch Sträucher wurden gestutzt.

Seine Ortsmitte „aufgepeppt“ hat der Dorfverein Wülfte, damit sie wieder – wie einst vielleicht – zum beliebten Treffpunkt wird – vor allem aber, damit die Erinnerung an ihre Geschichte nicht verloren geht.

Wülfte – „Viele denken, der ebenfalls neu gestaltete Bereich an der Infotafel sei die Dorfmitte gewesen, aber eigentlich war sie immer hier“, erklärt Ortsvorsteher Erich Canisius und zeigt auf eine alte Eiche an der Ecke Wülfter Straße und St.-Anna-Straße. An ihr wurden früher Plakate und Dorfmitteilungen befestigt, deswegen hieß der Platz auch „Pöstchen“.

Zum Treffpunkt wurde sie, weil hier früher der Milchbock stand, zu dem allmorgendlich die Milchkannen zur Abholung gebracht wurden. Dabei verweilte man gerne zu einem Plausch mit den Nachbarn.

Milchbock und Alltagsmenschen

Dies alles kann man nun auf einem Informationsschild nachlesen. Sogar ein neuer Milchbock, gebaut durch den ortsansässigen Schreiner, wurde errichtet. Auf ihm werden, wie einst, Milchkannen stehen.

Neues Leben erhält der Platz auch durch zwei „Alltagsmenschen“, die gemütlich auf einer Bank sitzen und alle Zeit der Welt zu haben scheinen. Es sind Skulpturen der aus Iserlohn stammenden Künstlerin Christel Lechner, wie sie inzwischen an öffentliche Plätzen in ganz Deutschland zu finden sind. Auf einer Reise ist ihnen vor einem knappen Jahr auch Canisius’ Tochter begegnet – und dachte sich: „Das wäre doch was für Wülfte.“

Die alte Eiche diente früher als „Pöstchen“ - daneben steht wieder - wie in alten Zeiten - ein Milchbock.

Lechners Geschöpfe sind lebensgroße Menschen, denen man jederzeit in alltäglichen Situationen begegnen könnte, Alltagsmenschen eben, allerdings aus Beton. Echte Kunst hat seinen Preis - und so war der Dorfverein froh, dass er über Leader und das GAK-Programm (Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes) eine 80-prozentige Förderung erhielt.

„Wir haben eine wahnsinnige Resonanz erlebt, auch von außerhalb“, freut sich Canisius. Radtouristen oder Neugierige aus der Region statten dem „Alltags-Pärchen“ gerne einen Besuch ab – und lernen nebenher ein bisschen den Ort kennen.

Die Funktion des „Pöstchens“ hat längst die Internetseite www.wuelfter.de übernommen. Vergangenheit „zum Anfassen“ findet man aber nur an der neuen alten Dorfmitte.

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