Einblicke in die Arbeit

Ungewollt Gutes tun: Angebote der Caritas-Suchtberatung auch durch Bußgelder finanziert

Caritas Brilon Suchtberatung Lama-Wanderung
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Neue Erfahrungen ermöglichen: Die Suchttherapeutinnen Jessica Büsing und Sabine Becker von der Sucht- und Drogenberatung des Caritasverbandes Brilon haben mit Klienten eine Lama-Wanderung gemacht. Finanziert werden solche Angebote auch durch Bußgelder.

Seit über 30 Jahren begleitet das Team der Caritas-Sucht- und Drogenberatung Menschen, die sich nicht mehr länger von der Sucht das Leben bestimmen lassen wollen.

Altkreis Brilon - „Das ist oftmals ein schwerer Weg, auf dem man viel Neues über sich erfahren und in der Welt entdecken wird“, weiß Liliane Schafiyha-Canisius, Leiterin der Beratungsstelle. Um alte, auch schädliche Muster zu durchbrechen, muss man Alternativen finden. Alternativen, wie man seine Zeit sinnvoll und suchtfrei gestalten kann, bietet das Beratungsteam an. „Diese Angebote werden auch aus Bußgeldern finanziert“, sagt Suchttherapeutin Schafiyha-Canisius, „Viele wissen das nicht, deswegen wollen wir Einblicke anbieten.“

Die Bußgelder, die an die Caritas-Suchtberatung für therapeutische Angebote weitergeleitet werden, werden von Gerichten meist wegen Straftaten im Zusammenhang mit Suchtmitteln verhängt. 2018 erhielt die Suchtberatung des Caritasverbandes Brilon rund 5000 Euro und 2019 über 2000 Euro. „Neben Spenden können wir durch die Bußgelder zum Beispiel die regelmäßig stattfindenden Therapienachmittage für die Klienten finanzieren“, sagt Liliane Schafiyha-Canisius. Es sind Finanztöpfe, die auch in der Corona-Zeit neue Möglichkeiten der Zeitgestaltung eröffnen konnten – vor allem Angebote im Freien.

Neben Spenden können wir durch die Bußgelder zum Beispiel die regelmäßig stattfindenden Therapienachmittage für die Klienten finanzieren.

Suchtberaterin Liliane Schafiyha-Canisius

„Unsere Klienten haben oft große Probleme, die Freizeit sinnvoll zu gestalten“, sagt Suchttherapeutin Jessica Büsing, „Deshalb wollen wir die Menschen bei der Hand nehmen und zeigen, was es alles gibt, und zwar ganz konkret.“ In der Corona-Zeit wurden ausschließlich Outdoor-Angebote gemacht. Dazu gehörte die Lama-Wanderung mit Ursula Oriwell. „Tiere eröffnen oft ganz neue Zugänge zu sich selbst und anderen“, weiß Suchttherapeutin Sabine Becker, „Durch die Lama-Wanderung haben sich die Gruppenmitglieder noch einmal anders kennengelernt und, was auch wichtig im Leben ist, wir haben Spaß und damit eine gute Zeit gehabt.“

Ein weiteres Angebot war der „Land-Art-Nachmittag“ mit Vera Lauber. Dabei wurde während einer Wanderung durch das Elpetal der Fokus auf Naturmaterialien am Wegesrand gelenkt, die erst gesammelt und dann allein oder in Gruppen zu Natur-Kunst-Objekten umgestaltet wurden. „Auf zu neuen Ufern“, lautete das Tagesmotto. „Den Klienten ist viel dazu eingefallen“, erzählt Liliane Schafiyha-Canisius, „Ein Klient hat am Ende der erfolgreichen Therapie einen Sonnenplatz für sich an der Elpe gefunden. Zuvor war er rastlos und konnte nie loslassen und entspannen.“

Kontakt zum Team der Caritas-Sucht- und Drogenberatung

Das Team der Caritas-Sucht- und Drogenberatung hat 2019 exakt 599 Menschen beraten. Das Hilfeangebot gilt für den gesamten Hochsauerlandkreis. Aufgrund der Corona-Krise hat es mehr Rückfälle gegeben. „Betroffene oder Angehörige können sich für Rat und Hilfe an uns wenden“, lädt das Team ein. Zu erreichen ist die Suchtberatungsstelle täglich von 9 bis 12 Uhr und von montags bis donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr unter Tel. 0 29 61/7 79 97 70. Es gibt in Brilon, Meschede, Winterberg, Bad Fredeburg und Marsberg Beratungsstellen, in denen Termine möglich sind.

Weitere Infos im Internet

www.caritas-brilon.de/wir-helfen/menschen-mit-suchterkrankung.

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