Anspruchsvolles Theater

Der Spielplan und die Plakate sind gedruckt: Bernd Hohmann, Konrad Lenze, Stephan Schmidt (alle drei von der Sparkasse Hochsauerland), Gudrun Gutermuth und Brigitte Sommer vom Besucherrring Brilon (von links) freuen sich auf acht Veranstaltungsabende. Foto: Jana Sudhoff

Die 63. Spielzeit des Besucherring Brilon bringt ein anspruchsvolles Programm auf die Bühne des Kolpinghauses. "Während sich das Publikum in anderen Städten gerne unterhalten oder berieseln lässt, hat die Erfahrung gezeigt, dass man in Brilon nicht mit Komödien ohne Ende ankommt", sagt Brigitte Sommer vom Besucherring. Der Spielausschuss hat sich daher für acht Theater- beziehungsweise Konzertabende vom 26. September bis 20. April 2013 entschieden, die zum Mitdenken herausfordern.

Dabei lockt bei den Produktionen wieder das eine oder andere bekannte Gesicht aus Funk und Fernsehen wie Götz Otto oder Michael Lesch.

Ein Klassiker, beim Besucherring Brilon aber zum ersten Mal auf der Bühne: "Die Dreigroschenoper" (26. September, 20 Uhr) mit dem Ensemble des Westfälischen Landestheaters. Untermalt wird der Brecht'sche Klassiker von einer Liveband (Musik von Kurt Weill).

Musikalisch begleitet wird auch das Schauspiel nach Joseph Roth "Die Legende vom heiligen Trinker" (28. Oktober, 20 Uhr). Die Erzählung ist Roths letzte, 1939, entstandene Erzählung, in der er jüdische und katholische Tradition verbindet. Bei dem Drei-Personen-Stück - eine Uraufführung des Tournee-Theater Thespiskarren Hannover - kommen einmal mehr ausgebildete Schauspieler nach Brilon, darunter Ernst Konarek.

Die Geschichte ist in erster Linie auf den Kinoleinwänden bekannt geworden. "The King's Speech" räumte 2011 vier Oscars ab. Kurz danach brachte David Seidler das Stück auf die Bühne, dessen Script er 1980 zusammen mit dem Sohn des königlichen Sprachtherapeuten geschrieben hat. Der stotternde König Georg VI. wird in Brilon (2. Dezember, 20 Uhr) von Götz Otto gemimt. Der Schauspieler machte bereits als Bösewicht in einer James-Bond-Verfilmung von sich reden, genauso wie in "Schindlers Liste" und jüngst "Iron Sky".

Frank Goosen ist vielen als Kultautor bekannt. Sein Zeitgeistroman der 80er- und 90er-Jahre "Liegen lernen" (20. Januar, 20 Uhr) wird in Brilon vom Westfälischen Landestheater inszeniert. Bereits 2003 wurde der Roman, der durch einzigartigen Sprachwitz auffällt, verfilmt.

Mitdenk-Theater von Voltaire

Keine leichte Kost: Einen philosophischen Diskurs bietet das Stück "Candide oder der Optimismus" von Voltaire (17. Februar, 20 Uhr). Das Theater Greve gilt als Garant für anspruchsvolle Theaterstücke, eine große Hilfe bietet es mit einem Einführungsvortrag zur Inszenierung.

Spannend wird es mit der "Todesfalle" (2. März, 20 Uhr). Der Krimi feierte bereits am Broadway große Erfolge. 1982 wurde der Thriller in Hollywood verfilmt. In Brilon in der Inszenierung des Tourneetheaters Thespiskarren gibt Michael Lesch den Krimiautor mit mörderischen Absichten.

Das Sinfoniekonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie (14. März, 20 Uhr) bietet rumänische Melodien des Komponisten György Ligeti, den Mozart'schen Gassenhauer "Klarinettenkonzert A-Dur KV 622" und die "Sinfonie Nr. 8 G-Dur op.88" von Antonin Dvorak -dargeboten von der israelischen Solistin Shirley Brill (Klarinette).

In die Welt der legendären irischen Musik können die Zuschauer bei der irischen Steptanz-Show "The Mystical Dance of Ireland" (20. April, 20 Uhr) eintauchen. Die 16 jungen Künstler der Konzertdirektion Landgraf Titisee-Neustadt tanzen nicht nur, sie singen auch.

In der abgelaufenen Spielsaison des Besucherring kam der "Jedermann" nach einer Abstimmung der Besucher am besten an, gefolgt von dem Konzert und dem Stück "Stufen zum Himmel". Bei den Besuchern durchgefallen war überraschenderweise "Der Seefahrer".

Und welches wird das Highlight in der laufenden Saison sein? "Meine Prognose lautet ,The King's Speech', wenngleich ich mich am meisten auf die ,Dreigroschenoper' freue", so Brigitte Sommer.

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