Aus der Geschichte lernen

Ausstellung zur Westfälischen Hanse im Haus Hövener eröffnet - Rallye für Schüler ab Januar

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Winfried Dickel (r.) führte am Donnerstag durch die neue Wanderausstellung „Die westfälische Hanse der Neuzeit“ und erklärte die Hintergründe der Exponate. 

Brilon. Eine Kanonenkugel aus Fürstenau, ein Schokoladenwappen aus Herford oder ein Esel von Wesel – bei den Exponaten der neuen Wanderausstellung „Die Westfälische Hanse der Neuzeit“ im Haus Hövener gibt es einiges über die Vergangenheit und Gegenwart der historisch gewachsenen Städtgemeinschaft zu erfahren. „Das Spannendste wird sein, wenn man demnächst mit Schülern hier durchgeht“, sagte Winfried Dickel, Vorstandsvorsitzender Museum Haus Hövener, bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag. Die Ausstellung ist noch bis April in Brilon zu Gast und geht dann auf Reisen.

Neben Geschichtsinteressierten, sollen besonders Schüler die „lebendige Partnerschaft der Westfälischen Hanse“ in Form einer Rallye kennen und erleben lernen. „Ab Januar wird es möglich sein, dass Kinder der Klassen drei bis sechs mit Tabelts durch die Ausstellung gehen“, erklärt Carsten Schlömer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Haus Hövener. „Sie können dann selbst in die Rolle eines Händlers schlüpfen, Fragen beantworten, Aufgaben lösen oder auch ein mittelalterliches Selfie machen.“

Aus der Vergangenheit lernen

Wie wichtig es sei, sich mit der Vergangenheit der Hanse zu beschäftigen und daraus zu lernen, betonte auch der Historiker Dr. Christoph Thüer in seinen kurzen Vortrag bei der Eröffnungszeremonie. „Die Hanse hat vieles richtig, aber auch entscheidende Fehler gemacht“, sagte Thüer und wies auf die Parallelen zu aktuellen Entwicklungen in der Weltgeschichte hin. „Diese Fehler sollten wir heute nicht wiederholen.“ Die Hintergründe und Geschichte der Westfälischen Hanse ist also aktueller denn je.

„Der Esel von Wesel“ ist eines der Ausstellungsstücke, die es jetzt im Haus Hövener zu sehen gibt.

Von den 49 Mitgliedern des Westfälische Hansebunds haben 30 Städte bei der Ausstellung beteiligt und großformatige Plakate (Roll-Ups) und Exponate beigesteuert. „Jeder von Ihnen hat eine wunderbare Vorstellung abgeliefert, was Ihre Stadt ausmacht“, sagte Schlömer und bedankte sich dabei bei den Vertretern aus Lemgo, Rüthen, Korbach, Lippstadt, Medebach, Hamm und Soest, die zur Ausstellungseröffnung nach Brilon gekommen waren. Es sei eine inhaltlich reiche Ausstellung entstanden, betonte Schlömer. Sie verdeutliche die Vielfältigkeit des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens in Westfalen.

Neben Großstädten gehören auch kleinere Orte zur Westfälischen Hanse, die in ihrer Bedeutung für die gesamte Region den größeren Ballungszentren in Nichts nachstehen. Dabei ist der Westfälische Hansebund eine Städtepartnerschaft, die auf knapp 800 Jahre Wirtschafts- und Kulturgeschichte zurückblickt.

Schulklassen können Museumsbus nutzen

„Die Idee zu der ausgezeichneten Ausstellung, die wir hier heute eröffnen, stammt von Heimatbund und Museum gleichermaßen“, erklärte Dickel in seiner Ansprache.

Die Wanderausstellung „Die westfälische Hanse der Neuzeit“ portraitiere die lange Reise der Städte und kleineren Orte. Bürgermeister Bartsch betonte die Bedeutung der Ausstellung im Vorfeld der Hansetage 2020 und lobte die Mühe und Arbeit der Beteiligten, die in die Konzeption der Ausstellung geflossen sei. „Das Thema Hanse liegt uns sehr nah. Es hat ja etwas Verbindendes“, sagte Bartsch bevor er die Ausstellung offiziell eröffnete.

Die Wanderausstellung „Die Westfälische Hanse der Neuzeit“ ist im Museum Haus Hövener noch bis April zu sehen. Schulen oder Schulklassen, die an einem Besuch der Ausstellung interessiert sind, können sich beim Museumsteam unter Tel.  0 29  61/9 63 99 01 oder museum@haus-hoevener.de melden. Auswärtige Schulklassen können auch den Museumsbus nutzen und bekommen die Fahrtkosten im Museum direkt erstattet.

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