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Besucherrekord im Museum

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Erinnern für die Zukunft: Schulklassen und Kurse sind im Museum Haus Hövener in Brilon gerne gesehen.
Erinnern für die Zukunft: Schulklassen und Kurse sind im Museum Haus Hövener in Brilon gerne gesehen.

Rund 300 Bomben wurden am 10. Januar 1945 über Brilon abgeworfen. 37 Menschen, darunter 13 Kinder, fanden den Tod.

Dazu gibt es im Museum Haus Hövener eine Sonderausstellung, die vom Briloner Heimatbund – Semper Idem unter Federführung von Helmut Mengeringhausen und Winfried Dickel zusammengestellt wurde. Die Ausstellung lockte so viele Interessierte an, dass es im Januar zu den Vergleichsmonaten der Vorjahre einen Besucherrekord gab. Jetzt wird die Ausstellung länger zu sehen sein als geplant.

Das Besondere der Ausstellung ist, dass den Opfern mit Collagen in der Größe von 70 Zentimetern mal 90 Zentimetern mit Fotos, Totenzetteln und den Familiengeschichten ein Gesicht gegeben wird. Darüber hinaus beleuchtet die Ausstellung das Kriegsende in Brilon und den Dörfern. Das ist Briloner Stadtgeschichte, die berührt. „Bilder vom Krieg mit allem Elend sehen wir täglich im Fernsehen oder lesen davon in den Zeitungen, hier lernen wir, dass der Frieden vor unserer Haustür beginnen muss“, sagen Schüler.

Bei Führungen durch die Ausstellung gehen die Begleiter auf die Adressaten ein. So werden bei Bedarf eindrucksvolle Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert, er nannte sich selber Dichter der verlorenen Generation, oder Lyrik und Prosa anderer Schriftsteller vorgetragen. Zwei besondere Dokumente der Ausstellung stammen von Johannes Schladoth und von Maria Peters. Der Schüler Johannes Schladoth musste als Schüler der Klasse 7 unglaubliche Dinge schreiben, die ihm von dem Lehrer in den Füllhalter und damit in den Kopf diktiert wurden. Er gehörte zu der verführten Generation. Mit 21 Jahren musste er sein Leben lassen.

Noch einige Termine für Schulklassen frei

Ein besonderes Dokument ist ein Brief von Maria Peters geb. Hövener. Sie schrieb einen Tag nach dem Bombenangriff auf Brilon einen Brief an ihren Schwager in Münster. Darin heißt es unter anderem „Mutter ist nun im Himmel, wo sie es viel besser hat als auf der Erde bei uns, die wir noch nicht wissen, was uns noch alles erwartet.

Mia, Fritz und Gertrud werden untröstlich sein um ihre Mutter. Was es heißt, keinen Vater mehr zu haben, das weiß ich ja nun auch. Aber was es heißt, auch keine Mutter mehr zu haben, das wird man erst wissen, wenn die eigene Mutter nicht mehr da ist“.

Etwas später im Brief heißt es: „Wenn nicht die meisten Bomben nicht außerhalb der Stadt gefallen wären, so stünde von Brilon fast nichts mehr.“ Ganz zum Schluss schreibt sie: „Mutters Beerdigung erst nach 13.1., weil die Särge nicht eher fertig“. Die Ausstellung wird wegen des besonderen Interesses bis zum Sonntag, 29. März, verlängert. An dem Tag rückten die Amerikaner mit ihren Panzern in Brilon ein. Stadtoberinspektor Johannes Martini übergab die Stadt kampflos, ein Glück für Brilon.

Für Schulklassen oder andere Gruppen sind ab Mittwoch, 25. Februar, von dienstags bis sonntags noch einige Termine frei. Den Eintritt für Schulklassen übernimmt der Briloner Heimatbund – Semper Idem.

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