Künstler präsentiert sein Modell für den Kreisverkehr

Ein Bogen für Brilon

Um den Größenvergleich zu demonstrieren drapierte der Künstler PKW, Transporter und LKW aus Styropor im nachempfundenen Kreisverkehr, um das Kunstwerk detailgetreu zu präsentieren. Foto: Manfred Eigner

Da staunten die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Planen in Brilon nicht schlecht, als der heimische Künstler Boris Sprenger sein geplantes Modell nicht per PC und Beamer an die Wand warf, sondern ein maßstabsgetreues Modell vom Kreisverkehr inmitten des Bürgersaales im Briloner Rathaus aufbaute.

Aus Pappen entstand der Kreisel am Ostring, dann die seitens Straßen NRW vorgegeben Sicherheitsflächen zur Unfallvermeidung. Klare Forderung: Man darf nicht direkt gegen ein Hindernis prallen. Durch diese Beschneidungen blieb dann ein Viereck übrig, auf dem gebaut werden darf, mit der Vorgabe, dass bei dem eventuellen doch eintretenden Aufprall eines Fahrzeuges eine Aufpralllast von 10 Kilonewton absorbiert werden muss.

Auch darf das Kunstwerk den Autofahrer weder blenden noch ablenken. Eine Beleuchtung ist statthaft, aber nicht mit wechselnder Illumination. In Anlehnung der Idee eines Briloner Bürgers und mit Bezug zur Hanse ein fünftes Stadttor zu symbolisieren entstand so aus der Hand des Künstlers der bereits bekannte Torbogen, ähnlich dem berühmten und 192 Meter hohem St. Louis Gateway Arch.

Der Kettenbogen in Brilon unterscheidet sich mit seinen neuneinhalb Metern schon massiv von seinem amerikanischen Vergleichsportal. Das ist auch dem Künstler Boris Sprenger wichtig, hier ein eigenes Werk geschaffen zu haben: „Der Bogen folgt einer Kettenform, wie sie schon im Mittelalter von Architekten genutzt worden ist und folgt ebenso einer natürlichen, mathematischen Ästhetik.“ Viele Überlegungen sind mit eingeflossen, wie die Wirkung der Ansichten. Eine Besonderheit stellt die Bauform dar: Nicht flächig, sondern dynamisch und bietet je nach Blickrichtung eine andere Perspektive. „Ich stelle den Bogen hier im Modell für Sie hin. Die Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Sie werden in Geschmacksfragen nie alle unter einen Hut bekommen“, so Sprenger. Eine Entscheidung zu dem über Sponsoring finanzierten Kunstprojekt wird in der Ausschusssitzung am 18.April fallen.

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