Mit Offense und Defense

Brilon Lumberjacks stellen erstmals Flag-Football-Team auf

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Teamgeist stärken, Spielzüge einüben, Kondition verbessern: Rund 20 Jugendliche nahmen am Trainingscamp in Wewelsburg teil.

Brilon. „One, two, three, Lumberjacks!“ Wenn dieser Ruf über die Trainingsplätze des Sportzentrums an der Jakobuslinde in Brilon hallt, ist das inzwischen schon Gewohnheit. Auf dem Sportplatz in Wewelsburg, unterhalb der historischen Burg, gab es einige Zuschauer, für die das Training eines American-Football-Teams etwas völlig Neues war. Die Jugendmannschaft der Lumberjacks hatte in der Jugendherberge Quartier genommen, um ein dreitägiges Trainingscamp zu absolvieren.

Rund 20 Jugendliche und ihre Coaches arbeiteten an Kondition, Technik, Taktik und Teamgeist. Helme, Schulterpolster und Protektoren, die übliche Schutzausrüstung beim American Football, suchten die Beobachter dabei aber vergebens. Statt dessen trugen die Spieler Gürtel mit zwei Flaggen, die mit Klett befestigt sind. „Diese Sportart heißt Flag-Football. Sie ist die kontaktlose Variante des American Football“, erläutert Axel Hoepfner, der Vorsitzende der Brilon Lumberjacks. „Die Grundregeln sind die gleichen. Aber statt durch ein Tackling wird der balltragende Spieler aus dem Spiel genommen, indem ihm eine der Flaggen abgezogen wird. Dann ist der Spielzug beendet.“ Auf Beweglichkeit, Schnelligkeit und ein gutes Zusammenspiel im Team kommt es dabei an.

Die Jugendarbeit ist den Brilon Lumberjacks schon seit ihrer Gründung wichtig. In dieser Saison haben sie erstmals eine Mannschaft für die Turniersaison der Flag-Liga SFL gemeldet. Insgesamt fünf Turniere werden es, verteilt über die ganze Spielzeit, sein. Die Gegner sind Teams aus ganz Nordrhein-Westfalen. Das Spielfeld ist kleiner als beim American Football: 50 Yards (etwa 45 Meter) plus zwei Endzonen zu je zehn Yards. Die Mannschaften stehen sich mit jeweils fünf Spielern gegenüber. „Es gibt weniger Spielerpositionen als beim American Football“, sagt Axel Hoepfner. Aber wie bei den Vorbildern aus der NRW-Liga gibt es eine Offense und eine Defense, also einen Mannschaftsteil für den Angriff und einen für die Verteidigung. Und wie beim American Football geht es darum, den Ball durch Raumgewinne in die Endzone des Gegners zu bringen. Das bringt Punkte.

„Gleich beim ersten Training hat es mich gepackt“

Fünf Coaches betreuen das Jugendteam der Lumberjacks. Sie alle spielen in der Seniors-Mannschaft. Zwei von ihnen, Björn Fortmann und Nils Metten, kommen aus der eigenen Jugendarbeit. Björn Fortmann ist seit April 2016 dabei. Da war der Verein nicht mal ein halbes Jahr alt. „Gleich beim ersten Training hat es mich damals gepackt“, erinnert er sich. Der 18-Jährige macht im kommenden Jahr sein Abitur am Berufskolleg Olsberg. Anfang Dezember vergangenen Jahres hat er zusammen mit seinen vier Trainerkollegen an einem Lehrgang des Landesverbandes teilgenommen und die Trainerlizenz für Flag-Football erworben. Beim Trainingscamp in Wewelsburg coacht Björn Fortmann die Defense und ist für die Theorieeinheiten verantwortlich, bei denen Spielzüge erarbeitet und besprochen werden: Was kann ich aus der Aufstellung des Gegners für die eigene Taktik ableiten? Wie reagiere ich auf bestimmte Spielsituationen?

Um Erkenntnisse aus den Geschehnissen auf dem Platz abzuleiten, filmt Axel Hoepfner die Trainingseinheiten aus verschiedenen Perspektiven. Die Coaches werten die Clips aus und besprechen sie mit den Spielern. Während des nachmittäglichen Trainings am Samstag kommen einige Spieler der Seniors hinzu und geben Tipps.

„Das Team ist auf einem guten Weg“, sagt Björn Fortmann. „Wir haben in diesem Jahr schon bewiesen, dass wir uns auch nach Rückständen zurückkämpfen können. Mit mehr Erfahrung werden wir bestimmt zu einer echten Herausforderung auch für die größeren Teams.“ Für einige der Jugendspieler kann der Weg in Zukunft in die Seniors-Mannschaft führen. Dann werden auch sie mit Helmen, Schulterpolstern und Protektoren ihren Gegnern gegenüber stehen. Aber nicht zwangsläufig: „Wir möchten Flag-Football als weitere Sportart neben American Football in Brilon etablieren“, sagt Björn Fortmann. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Jede und jeder Interessierte ab 15 Jahren kann mitmachen. Eine Altersbeschränkung nach oben gibt es nicht. „So können zum Beispiel Eltern mit ihren Kindern gemeinsam bei uns spielen“, sagt Lumberjacks-Vorsitzender Axel Hoepfner. „Genauso freuen wir uns über den Kontakt zu Schulen, die Flag-Football im Unterricht ausprobieren möchten.“ An einigen Schulen im Umkreis von Brilon haben die Lumberjacks bereits Unterrichtsstunden gestaltet.

Interessierte, die Flag-Football ausprobieren möchten, oder Lehrer, die den Sport in ihrem Unterricht anbieten möchten, finden weitere Infos, die Trainingszeiten und Kontaktmöglichkeiten auf der Facebook-Seite der Brilon Lumberjacks: www.facebook.com/brilonlumberjacks/

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